Arturia Pigments 7: Virtual Riots Bass-getriebener Sounddesign-Spielplatz

27. Januar 2026

LYRA

Arturia Pigments 7: Virtual Riots Bass-getriebener Sounddesign-Spielplatz

Wenn Arturia mit Virtual Riot zusammenarbeitet, ist ein tiefer Einblick in die Architektur modernen Sounddesigns garantiert. Im offiziellen Arturia-Video zeigt der in Deutschland geborene Bassmusik-Star Virtual Riot seinen kreativen Workflow mit Pigments 7 und demonstriert, wie die Multi-Engine-Synthese und die Modulationsmöglichkeiten sowohl die technische als auch die musikalische Seite seiner Produktionen antreiben. Von granularen Texturen bis zu raffinierten Random-Modulationen ist diese Session ein Meisterkurs darin, digitale Flexibilität in club- und festivaltaugliche Ergebnisse zu verwandeln. Wer wissen möchte, wie ein Top-Produzent einen Flaggschiff-Synth nach seinen Vorstellungen formt – und wie das in der Praxis und im Zusammenspiel mit anderen wirkt – sollte sich dieses Walkthrough nicht entgehen lassen.

Von Klavierwurzeln zu Bass-Innovation

Virtual Riot beginnt die Session, indem er seinen Weg von klassischen Klavieranfängen in Deutschland bis zu seinem heutigen Status als DJ und Produzent in den USA nachzeichnet. Er betont, wie ihn die Verbindung von Musikalität und technischem Sounddesign geprägt hat und wie dies seinen unverwechselbaren Ansatz für Dubstep und Bassmusik bestimmt. Der Einfluss von Live-Performances steht dabei im Mittelpunkt: Zu sehen, was ein Publikum mitreißt, beeinflusst direkt seine Produktionsentscheidungen und verbindet Songwriting mit Ingenieurskunst.

Arturias Tradition in Sachen Analog-Emulation und hybrider Instrumentenentwicklung wird gewürdigt, als Virtual Riot an seine frühen Erfahrungen mit dem Minimoog-Plugin erinnert. Besonders reizvoll findet er die Kombination aus analoger Wärme und gesampelten akustischen Elementen – wie sie Arturias Augmented-Instrumente bieten – mit den modernen Synthese-Tools, die Pigments 7 bereitstellt. Damit ist der Workflow klar: Ausdrucksstarke Spielbarkeit und technische Tiefe gehen Hand in Hand.

Wie können wir das ausreizen? Wie können wir die verrücktesten, überraschendsten, alienhaften Sounds machen?

© Screenshot/Zitat: Arturiaofficial (YouTube)

Pigments 7: Synthese-Engines für jede Klangfarbe

Die Architektur von Pigments 7 wird als echtes Multi-Engine-Kraftpaket präsentiert. Virtual Riot lobt die Fähigkeit des Synths, sowohl aggressive Wavetable-Bässe als auch dichte, granulare Flächen zu erzeugen. Er demonstriert, wie sich die verschiedenen Engines – Wavetable, Granular und Modal – schichten und formen lassen, um komplexe, sich entwickelnde Patches komplett innerhalb des Plugins zu erstellen. Hochwertige Effekte und eine breite Filterauswahl erweitern die klanglichen Möglichkeiten zusätzlich.

Besonders aufschlussreich ist der Fokus auf den Modal-Oszillator für Physical Modeling, bei dem Virtual Riot das Zusammenspiel von Exciter und Resonator sowie die Feinheiten von Warp- und Quantize-Reglern erkundet. Hier geht es nicht nur ums Stapeln von Sounds, sondern darum, die Flexibilität der Engine zu nutzen, um Patches zu erschaffen, die sowohl organisch als auch futuristisch wirken. Pigments 7 wird als eigenständige Umgebung für experimentelles Sounddesign und klassische Syntheseaufgaben positioniert.


Random-Modulation: Digitalen Sounds Leben einhauchen

Jetzt fliegen unsere Noten zufällig nach links oder rechts, jede neue Note bekommt ein zufälliges Panorama zugewiesen.

© Screenshot/Zitat: Arturiaofficial (YouTube)

Ein zentrales Thema in Virtual Riots Workflow ist der Einsatz von Random-Modulation, um subtil-analoge Imperfektionen in digitale Sounds zu bringen. Er zeigt, wie man in Pigments 7 Random-Modulatoren im Freeze-Modus einrichtet, sodass jede neue Note einen eigenen Wert erhält, und diese auf Parameter wie Oszillator-Feinstimmung, Filter-Panorama oder Glide-Time routet. So simuliert man das leichte Verstimmen und die Drift klassischer analoger Polysynths – aber mit deutlich mehr Kontrolle und Flexibilität.

Der Effekt ist sofort hörbar: Selbst einfache Sägezahnwellen bekommen Bewegung und Tiefe, komplexere Patches werden auf musikalisch nützliche Weise unvorhersehbar. Virtual Riot überträgt diese Technik auch auf den Modal-Oszillator und randomisiert dort die Obertöne für einen realistischeren, akustischen Charakter. Diese Philosophie des kontrollierten Chaos ist zentral für sein Dubstep-Sounddesign, wo Lebendigkeit und Variation wichtiger sind als sterile Wiederholung.

Er reflektiert zudem den kreativen Prozess selbst und zieht Parallelen zwischen dem Bauen von Dominoreihen als Kind und dem Arrangieren musikalischer Abläufe in der DAW. Die Botschaft: Verspieltheit und Experimentierfreude sind keine Nebeneffekte, sondern essenzielle Treiber von Innovation in der elektronischen Musikproduktion.

Kollaboration in Bewegung: Musik trifft Visuals

Im letzten Abschnitt rückt die Zusammenarbeit zwischen Virtual Riot und VJ Nuray in den Fokus. Ihr Workflow ist ein Echtzeit-Dialog, bei dem Musik und Visuals gemeinsam weiterentwickelt werden, um den Live-Auftritt maximal wirkungsvoll zu gestalten. Entscheidungen über klangliche Details – etwa wann ein Moment für Laser geeignet ist oder wie ein Intro für visuelle Effekte angepasst wird – entstehen im ständigen Austausch und verdeutlichen die Bedeutung von interdisziplinärem Feedback.

Diese Partnerschaft zeigt, wie moderne Performance-Setups die Grenzen zwischen Audio- und visueller Kunst zunehmend verwischen. Die Flexibilität von Pigments 7 unterstützt dies, indem sie schnelle Iterationen und Anpassungen ermöglicht – egal ob für das Festival-Mainstage oder den intimen Club. Das Ergebnis ist ein immersives Erlebnis, bei dem jeder Aspekt, vom Bassdrop bis zur Lichtshow, auf maximale Publikumswirkung abgestimmt ist.

Wir machen viel Hin und Her, wo ich vielleicht etwas mache oder eine Idee habe und er dann etwas am Song ändert.

© Screenshot/Zitat: Arturiaofficial (YouTube)

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/arturia-pigments-7-virtual-riots-bass-forward-sound-design-playground/
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