AudioPilz vs. Absynth: Ein Punk-Rant über den Preis des Fortschritts

21. Februar 2026

JET

AudioPilz vs. Absynth: Ein Punk-Rant über den Preis des Fortschritts

AudioPilz kehrt zurück in die digitalen Schützengräben und zerrt Native Instruments Absynth diesmal aus seinem staubigen Plugin-Grab für eine ordentliche Abreibung. Wer dachte, Synth-Nostalgie sei nur warme Gefühle und rosarote Presets, liegt hier falsch – diese Episode ist ein scharfer Ellbogenstoß in die Rippen all jener, die jemals für ein sinnloses Update bezahlt haben. Erwartet bissigen Witz, brutale Ehrlichkeit und ein paar klangliche Kurven, während AudioPilz Absynths Vermächtnis, das sogenannte „Upgrade“ und den traurigen Zustand moderner Plugin-Innovationen auseinandernimmt. Kopfhörer auf und anschnallen – das hier ist kein Synth-Review für Weicheier.

Absynth: Das Gespenst vergangener Plugins

AudioPilz zögert nicht lange und zerrt Absynth, das geisterhafte Relikt von Native Instruments aus dem Jahr 2000, ins grelle Licht von 2024. Das ist nicht einfach nur ein Plugin – es ist ein Überlebender von Pseudo-Vernachlässigung, Hersteller-Drama und angeblich dem schlechtesten Update der Software-Geschichte. Wäre Absynth Hardware, wäre es der ramponierte Synth, den man auf dem Flohmarkt findet, immer noch brummend nach Jahrzehnten der Vernachlässigung.

Aber Nostalgie ist hier kein Freifahrtschein für Ehrfurcht. AudioPilz macht klar: Nur weil etwas alt ist, ist es noch lange nicht heilig. Absynths Ruf ist ein Cocktail aus Liebe, Hass und Meme-Potential, und im heutigen Plugin-Dschungel hat es genauso viele Hater wie Hardcore-Fans. Die Frage ist nicht nur, ob Absynth noch zählt – sondern ob es auch nur einen Cent mehr wert ist, als man schon bezahlt hat.

Ich zahle dafür nicht.

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Weird Science: Absynths verrücktes Labor

Man kann nicht nur eigene Wellen zeichnen, sondern dieses verfluchte Hexengebräu digitaler Boshaftigkeit auch mit drei obszön überpowerten…

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Absynths Oberfläche ist Stoff für Fieberträume – Cronenberg-esk, fremdartig und so benutzerfreundlich wie ein zerbrochenes Bierglas. Doch unter dem Wahnsinn lauert ein echtes Sounddesign-Monster. Drei Oszillator-Slots, ein Patch-Fenster, das aussieht, als hätte ein Synth ein Date mit einer Lavalampe gehabt, und genug Waveshaping, Filter und Modulation, um selbst den abgestumpftesten Klangbastler wochenlang zu beschäftigen.

AudioPilz hebt das Arsenal des Plugins hervor: Man kann eigene Wellenformen zeichnen, LFOs und Hüllkurven stapeln, bis die CPU um Gnade winselt, und Presets in unkenntliche digitale Matsche mutieren lassen. Klar, die FX-Sektion ist mehr „verrückter Wissenschaftler“ als „polierter Produzent“, aber genau das ist der Punkt. Absynth will nicht nett sein – es will dein Hirn schmelzen.

Absynth 6: Das Update, das keiner wollte

Gerade als man dachte, Absynth bekäme eine echte Wiedergeburt im 21. Jahrhundert, bringt Native Instruments Version 6 – ein sogenanntes Update, das kaum mehr ist als ein Dark-Mode-Anstrich, ein spaciger Preset-Browser und ein paar kleine Tweaks. AudioPilz nimmt kein Blatt vor den Mund: Im Vergleich zu modernen Schwergewichten wie Serum 2 oder Pigments ist das höchstens ein lauer Händedruck.

Wo bleibt die Innovation? Wo das Feuer? Statt eines mutigen Sprungs nach vorn fühlt sich Absynth 6 wie ein Nostalgie-Kassensturz an. Wer für dieses Update bezahlt hat und eine Revolution erwartete, hat seinem alten Hund im Grunde nur einen neuen Mantel gekauft – und der Hund hat immer noch Flöhe.

Alles, was wir bekommen haben, war ein Dark-Mode-UI, ein Preset-Browser wie eine Weltraumkarte, MPE-Support, minimale Verbesserungen der…

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Live-Jams: Absynth kann immer noch austeilen

Trotz seines Alters spuckt Absynths Engine immer noch Sounds aus, die dir die Plomben lockern. AudioPilz stürzt sich in eine Reihe von Live-Jams, jagt Absynth durch Boss-Musik, Techno und 90er-Downtempo – und beweist, dass dieses Plugin immer noch über seiner Gewichtsklasse kämpft. Die Klanglandschaften sind üppig, die Bässe dreckig und die Pads tropfen nur so vor cineastischem Drama.

Dazu ist Absynth unfassbar tweakbar. Ein paar MIDI-Controller zuweisen, Drum Machine dazu – und schon steht man knietief in Texturen, bei denen moderne Synths erröten würden. Natürlich: Das echte Chaos (und die digitalen Artefakte) erlebt man am besten im Video selbst – Worte werden dem herrlichen Wahnsinn nicht gerecht.


Alte Plugins, neue Fragen: Lohnt sich das?

Hersteller von Hard- und Software-Instrumenten sollten sich fragen, warum ein 25 Jahre altes Plugin den Großteil ihrer modernen Geräte alt…

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

AudioPilz schließt mit einer Frage, die jedem Gearhead zu denken geben sollte: Warum zahlen wir immer noch für halbgare Updates, wenn ein 25 Jahre altes Plugin den neuen Kram locker abhängt? Absynths Macken und Retro-UI mögen Zartbesaitete abschrecken, aber seine Sounddesign-Qualitäten sind unbestreitbar. Selbst nach zwei Jahrzehnten steht es stolz neben den neuesten Synths – mit allen Ecken und Kanten.

Vielleicht ist nicht der Update-Preis das Problem, sondern der fehlende Mut der Hersteller. Wer sehen will, was ein echtes digitales Unikum kann – und warum es immer noch relevant ist – sollte sich das Video anschauen. Manche Dinge sind einfach zu schräg, zu wild und zu genial für eine Review. Glaubt mir, das muss man mit eigenen, ramponierten Ohren hören.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/audiopilz-vs-absynth-a-punk-rant-on-the-price-of-progress/
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