AudioPilz vs. Dirtywave M8: Der Tracker, der sich nicht hassen lässt

28. Februar 2026

JET

AudioPilz vs. Dirtywave M8: Der Tracker, der sich nicht hassen lässt

AudioPilz, der Unruhestifter der Synth-Welt, nimmt sich den Dirtywave M8 vor – einen Hardware-Tracker, der aussieht, als wäre er aus einer zwielichtigen Spielhalle direkt in deine Gig-Tasche gefallen. Mit seiner typischen Mischung aus Sarkasmus und scharfem technischem Blick versucht er, dieses Kult-Lieblingsstück von Mini-DAW nach allen Regeln der Kunst zu hassen. Aber zerbricht der M8 unter der Lupe oder ist er ein echter Punk unter lauter Blendern? Mach dich bereit für eine Reise durch Hex-Codes, Chiptune-Nostalgie und einen Workflow, der so süchtig macht wie ein Döner nach einer durchzechten Rave-Nacht. Spoiler: Dieses Teil gibt nicht kampflos auf.

Dirtywave M8: Tracker mit Haltung

AudioPilz startet mit dem Dirtywave M8, einem Hardware-Tracker mit mehr Warnhinweisen als eine Dönerbude um drei Uhr morgens. Die roten Flaggen werden nicht verschwiegen: Kult-ähnliche Fangemeinde, Game-Boy-Nostalgie und eine Benutzeroberfläche, die so einladend ist wie eine Kneipenschlägerei. Das minimalistische Design des M8 – acht klickende Buttons und ein Retro-Handheld-Display – sieht aus, als wäre es direkt aus dem Fiebertraum eines Synth-Nerds gefallen, der zu viel Zeit in der Spielhalle verbracht hat.

Aber lass dich nicht von fehlenden Knöpfen und Fadern täuschen. Hier gibt’s kryptische Seiten, Hexadezimalzahlen und monophone Spuren, die mit 16-Step-Phrasen-Ketten vollgeladen werden können. Ein Tracker durch und durch, der dich herausfordert, selbst Hand anzulegen. AudioPilz macht klar: Das ist kein gewöhnlicher Groovebox, und sie will auch keine Freunde machen.

This hardware tracker and mini DAW comes with more red flags than the average dating app experience.

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Retro-Gaming-Vibes und Workflow-Überraschungen

Feel free to add another layer of expression by implementing tables, little sequences linked to every instrument plus 128 freely assignable…

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Trotz aller Bemühungen, das Teil zu hassen, wird AudioPilz vom Workflow des M8 angezogen. Die Oberfläche sieht zwar aus wie ein Relikt aus den 8-Bit-Kriegen, aber dahinter steckt Methode. Es gibt Spalten für Microtiming, Slides, Vibrato und sogar Probability – genug, um jeden Sequencer-Sadisten glücklich zu machen.

Tables bringen noch mehr Chaos ins Spiel und erlauben es, Multi-Stage-Envelopes und Arpeggiator-Wahnsinn draufzupacken. Alles sehr Tracker-typisch, aber der M8 macht das mit einer Eleganz, die schwer zu ignorieren ist. Hinter der Retro-Fassade steckt ein flinker, ausgereifter Workflow, der süchtig macht. Das muss man gesehen haben – Worte reichen da kaum aus.

Sampling, MIDI und ein paar Macken

Der M8 kann mehr als nur Sequencing – unter der Haube steckt ein ganzes Arsenal. Es gibt 8-Bit-Wavetable-Synthese, einen Macrosynth basierend auf Mutable Instruments Braids, klassischen FM-Sound und sogar einen Hypersynth, der Sägezähne zu Akkorden verbiegt. Sampling ist kinderleicht, egal ob mit eingebautem Mikro, Line-In oder direkt vom SD-Kärtchen. Slicing und File-Handling sind einfach, aber effektiv.

Die MIDI-Integration ist solide und erlaubt es, externes Gear zu steuern und umgekehrt – aber das fehlende USB-Host-Feature nervt gewaltig. Modulatoren sind schnell eingerichtet, und jeder Sound bekommt seinen eigenen EQ – Luxus! Dazu gibt’s eine Mastering-Sektion mit OTT, Limiter und DJ-Filter. Trotzdem merkt AudioPilz an, dass manches etwas fummelig ist und ein M8 außerhalb der USA so schwer zu bekommen ist wie eine saubere Toilette auf einer Abrissparty.

You can conveniently control external gear from the machine and vice versa but I was missing USB host functionality, modulators can be…

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Jams, Breakbeats und die wilde Seite des M8

Jetzt wird’s spannend: AudioPilz jagt den M8 durch ein paar Jams, die seine Vielseitigkeit zeigen. Acid-Lines, 140 BPM-Wahnsinn und ein Drum’n’Bass-Finale, das deiner Oma die Boxen vom Regal pustet. Der M8 beweist, dass er mehr als ein Spielzeug ist – er macht sich sowohl im Live-Rig als auch im Studio richtig gut.

Arrangements zu programmieren geht überraschend einfach, und die eingebauten Sounds knallen ordentlich. Die MIDI-Implementierung überzeugt, vor allem wenn man sich an die Shortcuts gewöhnt hat (oder einfach wie wir alle wild auf die Buttons hämmert). Wer wissen will, was das Teil wirklich kann, muss das Video schauen – kein Text fängt das rohe Chaos dieser Jams ein.


Fazit: Punk-Spirit oder Hipster-Gimmick?

Sure it looks like yet another lifestyle gimmick for couch-dwelling hipsters but it's fast like a DAW, responsive like an electron…

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Am Ende muss selbst AudioPilz zugeben: Den Dirtywave M8 kann man schwer hassen. Klar, er sieht aus wie ein Lifestyle-Gadget für Couch-Hipster, aber er ist schnell, reaktionsfreudig und vielseitig – wie ein DAW, eine Elektron-Box und ein Polyend, die sich geprügelt haben und der M8 hat die besten Eigenschaften abgestaubt. Dass man sich mit der Headless-Version für kleines Geld selbst einen bauen kann, ist ein fetter Pluspunkt für die DIY-Fraktion.

Aber machen wir uns nichts vor: Der durchschnittliche Synth-Fan wird sich wohl kaum einen originalen M8 besorgen, ihn teuer importieren und Hex-Code lernen, nur für ein bisschen Tracker-Action. Wer sich aber darauf einlässt, bekommt hier echten Punk-Spirit und kommt immer wieder zurück. Wie immer liefert AudioPilz das Urteil mit einem Augenzwinkern und einem Seitenhieb – das Teil ist ein echter Unruhestifter.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/audiopilz-vs-dirtywave-m8-the-tracker-that-refused-to-be-hated/
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