DivKid & Tom Whitwell: Modularer Wahnsinn, Hollywood-Affen und 60.000 Patch-Möglichkeiten

13. März 2026

JET

DivKid & Tom Whitwell: Modularer Wahnsinn, Hollywood-Affen und 60.000 Patch-Möglichkeiten

DivKid zerrt Tom Whitwell von Music Thing Modular auf die Bühne der Machina Bristronica und taucht mit ihm tief ein in die DIY-Modularwelt, gemeinschaftsgetriebene Designs und ein Synth-System mit mehr Patch-Optionen als eine Pommesbude Saucen hat. Es gibt Geschichten über das Workshop System, Turing Machines und eine Soundbank direkt aus Planet der Affen. Wer denkt, Modular sei nur was für Nerds mit Bart und Brille, bekommt hier eine Ladung Inspiration mitten ins Gesicht. Richtige Punk-Attitüde, richtiges Gear – und keine Spur von musikalischer Wichtigtuerei.

Vom Schlafzimmer zur Modularen Revolution

Tom Whitwells Weg mit Music Thing Modular ist DIY-Legende pur – weniger Vorstandsetage, mehr Brandblasen vom Lötkolben und nächtliche Patch-Sessions. Was als Hobby begann, ein bisschen Basteln und Herumprobieren, wurde schnell zum ausgewachsenen Community-Projekt. Whitwells Ansatz ist erfrischend anti-kapitalistisch: Er will kein Synth-Imperium bauen, sondern einfach schräge, großartige Werkzeuge für Lärm-Fans erschaffen.

Das eigentliche Wunder ist aber, wie dieser Spirit die Szene angesteckt hat. Mit Thonk als so etwas wie einem Plattenlabel für Synth-Nerds wurde Music Thing Modular zum Treffpunkt für alle, die ihre eigenen Klangmaschinen basteln wollen. Das Ergebnis? Eine Szene, in der es genauso sehr ums Teilen von Ideen und Lötqualm geht wie ums Gear selbst. Wer auf polierte, seelenlose Kisten steht, ist hier falsch – das ist Modular mit Puls und Humor.


Workshop System: 60.000 Wege, die Regeln zu brechen

Das Workshop System ist nicht einfach ein weiteres Modular-Spielzeug – es ist ein Frankenstein-Monster an Patch-Möglichkeiten. Whitwell meint, es gibt über 60.000 Arten, das Ding zu verkabeln – mehr Kombinationen als eine Jukebox im Pub an einem Freitagabend. Das ist kein Marketing-Geschwafel, sondern eine offene Einladung, sich im Labyrinth aus Bleeps und Bloops zu verlieren.

Das Geniale (und ein bisschen Verrückte) ist, wie das System gleichzeitig simpel und unfassbar flexibel ist. Vergiss Menüs und tiefe Untermenüs – hier geht’s um Anfassen, Knöpfe drücken und wildes Circuit-Bending. Wer genau wissen will, wie diese 60.000 Patches funktionieren, sollte sich das Video anschauen und Whitwells leuchtende Augen sehen, wenn er versucht, es zu erklären. Glaub mir, Worte reichen da nicht aus.

It's got to be usable in about 60,000 different ways.

© Screenshot/Zitat: Divkid (YouTube)

Zusammenarbeit: Mehr als nur Lötqualm

That business of collaborating, of reaching out to people, and then it's not just me, this, at all.

© Screenshot/Zitat: Divkid (YouTube)

Wer denkt, Modular-Synths seien ein Solo-Sport, bekommt von Whitwell einen Dämpfer verpasst. Er holt andere Designer, Typografen und sogar zufällige Musiker ins Boot, um das Gear besser zu machen. Es geht nicht nur darum, Arbeit zu teilen – die besten Ideen sollen gewinnen, egal aus welcher Ecke sie kommen. Das Ergebnis? Geräte mit mehr Fingerabdrücken als eine Kneipentür in London – und genau das macht sie so gut.

Hollywood-Soundbanks und Affentheater

Gerade wenn man denkt, es kann nicht abgefahrener werden, kommt Whitwell mit der Hollywood-Connection um die Ecke. Die neuesten Soundbanks für Radio Music stammen von Douglas Murray, einem Sound-Recordist, der an Twin Peaks und Planet der Affen gearbeitet hat. Statt der üblichen Synth-Bleeps gibt’s hier Dschungel-Atmosphäre, Affengebrüll und Geparden-Schnurren – aufgenommen mit einer Detailverliebtheit, gegen die jede BBC-Doku wie ein Handyvideo wirkt.

Das ist kein Gimmick, sondern eine echte Verschmelzung von Kunst und Technik, bei der Modular-Synths zum Spielplatz für Field Recordings und cineastische Texturen werden. Wer wissen will, wie ein Gepard klingt, wenn man ihn durch einen Modular-Filter jagt, muss das Video sehen. Näher kommt man an eine David-Attenborough-Rave-Nacht nicht ran.

Obviously, he works on Planet of the Apes, so it's his audio research for doing Planet of the Apes.

© Screenshot/Zitat: Divkid (YouTube)

Zukunftsplattformen: Punk-Spirit, offene Türen

People doing things on that that I was convinced were impossible.

© Screenshot/Zitat: Divkid (YouTube)

Die neuesten Projekte von Music Thing Modular sind mehr als nur Lärmmaschinen – sie machen es jedem leicht, beim Chaos mitzumischen. Das kartenbasierte Computersystem erlaubt es Usern und Entwicklern, eigene Tools zu basteln – von Tape-Loops bis zu granularem Wolkenrauschen, mit ein paar Zeilen Code oder sogar KI-Hilfe. Eine Plattform, die zum Hacken, Teilen und Regelbrechen einlädt.

Whitwell hat keinen Bock auf Gatekeeping oder abgeschottete Systeme. Er will mehr Verrückte, mehr Experimente und mehr glückliche Unfälle. Egal ob Leihgeräte für Workshops, Support für Card-Entwickler oder einfach die nächste noch abgefahrenere Charge – die Zukunft bleibt herrlich chaotisch. Wer Modular richtig erleben will – mit Macken, Regen und allem Drum und Dran – sollte sich DivKids Video reinziehen.

Zum YouTube Video:


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