Frap Tools, die italienischen Meister des Modulars, tauchen mit ihrem CUNSA-Modul tief in die trüben Gewässer des „liquid filter“-Sounds ein. Im ausführlichen Video sezieren sie, was einen Filter eigentlich „liquid“ macht – ein Begriff, so schwer zu fassen wie Wasser selbst – und demonstrieren, wie sich die flexible Architektur des CUNSA in diese begehrte Klangregion bringen lässt. Mit Fokus auf Amplitude, Charakterformung und Modulation ist die Präsentation ein Fest für Patch-Nerds, vollgepackt mit praktischen Tipps und anschaulichen Beispielen. Wer schon immer wissen wollte, wie man Roland-ähnliches Zischen oder sirupartige Sweeps aus einem modernen Eurorack-Filter herauskitzelt, sollte hier unbedingt einschalten.

10. Juli 2024
MILES
Frap Tools CUNSA: Auf der Jagd nach dem ‚Liquid Filter‘-Heiligen Gral
Mehr als nur ein Filter: CUNSAs Chamäleon-Charakter
Das Video beginnt mit einer klaren Aussage: Der Frap Tools CUNSA ist kein Filter mit nur einem charakteristischen Klang. Stattdessen ist er als Verwandlungskünstler konzipiert und bietet eine breite Palette an Klangfarben. Diese Flexibilität steht im Zentrum des Moduls und ermöglicht es, von aggressiver Resonanz bis hin zu subtileren, nuancierteren Texturen alles zu formen.
Anstatt einem festen Bild von „klassischem“ Filterklang nachzujagen, lädt der CUNSA zur Erkundung ein. Der Präsentator betont, dass der stereotypische „liquid“-Filter-Sound vielleicht nicht sofort ins Ohr springt, aber für diejenigen, die sich mit den Parametern beschäftigen, durchaus erreichbar ist. Im Fokus steht die Anpassungsfähigkeit – CUNSA kann gezähmt oder entfesselt werden, je nachdem, wie man die Regler und den Signalfluss angeht.

"KUNSA is not a filter with a single unique character but instead it has a wide variety, a wide spectrum of characters."
© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)
Charakter und Amplitude: Die geheimen Zutaten

"If we want to have a liquid sound my advice here is again using the amplitude and reducing the amplitude of the sound going into the filter, reducing the character knob, setting it to maximum soft clipping so almost no filter saturation at all and crank the Q all the way up."
© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)
Im Zentrum der Vielseitigkeit von CUNSA stehen zwei Regler: der Charakter-Knopf und die Amplitude. Der Charakter-Knopf bestimmt, wie der Filter auf Übersteuerung reagiert – von sanftem Clipping bis hin zu gesättigtem, aggressivem Verhalten. Das ist weit mehr als eine kosmetische Spielerei; es verändert das Filterverhalten grundlegend, besonders bei Resonanz.
Die Amplitude wiederum steuert das Level des Signals, das den VCA-Eingang des Filters erreicht. Der Präsentator betont, dass schon kleine Anpassungen hier zu drastisch unterschiedlichen Ergebnissen führen können. Tatsächlich, so die Behauptung, hat das Amplituden-Feintuning oft einen größeren Einfluss auf den Charakter des Filters als jeder andere Parameter.
Zusammen ermöglichen diese beiden Regler eine tiefe Klangforschung. Durch das Reduzieren der Amplitude und das Zurückdrehen des Charakter-Knopfs auf maximales Soft-Clipping lässt sich der CUNSA in deutlich „liquidere“ Gefilde bringen – geschmeidig, resonant und frei von harscher Sättigung. Das Zusammenspiel dieser Parameter steht im Mittelpunkt der Fähigkeit des Moduls, seinen Klangcharakter zu verwandeln.
Liquid Patchen: Techniken in Aktion
Von der Theorie geht es im Video direkt in die Praxis mit einer Reihe von Patch-Demonstrationen. Ausgehend von einer einfachen Sägezahnwelle am Filtereingang zeigt der Präsentator, wie sich durch Anpassung von Amplitude und Charakter der Sweep von aggressiv zu flüssig verwandelt. Das Umschalten zwischen 12 dB- und 24 dB/Oktave-Flanken verfeinert den Effekt weiter – steilere Flanken betonen die Bewegung des Cutoffs zusätzlich.
Um die klassische ADSR-Hüllkurve nachzubilden – oft entscheidend für diese sirupartigen, ausdrucksstarken Filterfahrten – greift der Präsentator zu einem Trick mit dem Frap Tools Falistri. Durch das Duplizieren eines Gates und das Patchen in zwei Falistri-Kanäle (einer transient, einer hold) entsteht eine zusammengesetzte Hüllkurve, die ADSR-ähnliches Verhalten ermöglicht. So lässt sich auch ohne dediziertes ADSR-Modul präzise Kontrolle über Attack, Decay, Sustain und Release erzielen.
Die Demonstration geht weiter, indem die Hüllkurvenmodulation sowohl auf den Filter-Cutoff als auch auf die Amplitude geroutet wird. Sorgfältiges Envelope-Shaping und Modulationstiefe treiben den CUNSA endgültig in eindeutig „liquide“ Gefilde. Das Ergebnis ist ein dynamischer, unverkennbar „nasser“ Sound – mit Resonanz und Bewegung, die an klassische Roland-Filter erinnern, aber mit einem modernen Twist.

"For this kind of analog sounds I think that an ADSR envelope works the best and we don't have it here we don't have an ADSR dedicated envelope but we can fake it."
© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)
Flanken, Modulation und die Kunst der Zurückhaltung

"KUNSA is a filter that has plenty of range both in terms of cut-to-frequency amplitude saturation modulation amount and my advice here is to take it very gently you don't have to go all the way up with the input VCA all the way up with the modulation but just listen to the filter and try to find the best spot even in a more conservative setting."
© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)
Zum Abschluss gibt es praktische Tipps für den optimalen Umgang mit dem CUNSA. Ein zentraler Ratschlag: Nicht jeder Regler muss bis zum Anschlag aufgedreht werden. Oft entstehen die musikalischsten Ergebnisse durch Zurückhaltung – moderate Eingangspegel, dezente Modulation und genaues Hinhören. So bleibt der Filtercharakter erhalten und wird nicht überfrachtet.
Wer extreme Stereo- oder Quad-Filter-Effekte sucht, kann laut Video alle Filter auf 24 dB/Oktave stellen, den Combo-Modus aktivieren und identische Signale durch alle Kanäle schicken. Mit fein abgestimmten Hüllkurven liefert der CUNSA dann ein sattes, „liquides“ Stereobild, das sowohl immersiv als auch kontrollierbar ist. Die Botschaft: Mit dem richtigen Patch und etwas Fingerspitzengefühl liefert der CUNSA alles von sanften Wellen bis zu ausgewachsenen Liquid-Kaskaden.
Zum YouTube Video:
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https://www.youtube.com/FrapTools
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