Frap Tools CUNSA: Vierfach-Filter-Alchemie im Eurorack

3. April 2024

MILES

Frap Tools CUNSA: Vierfach-Filter-Alchemie im Eurorack

Frap Tools, die italienischen Meister des modularen Designs, präsentieren CUNSA – ein vierfaches, multimodales analoges Filtermodul, das weit mehr ist als nur ein Filter. In diesem ausführlichen Tutorial zerlegen die Frap Tools-Macher die Kernfunktionen von CUNSA: von klassischen Lowpass-Sweeps über gesättigte Resonanzen und pingbare Hüllkurven bis hin zur Fähigkeit, Sounds parallel zu verarbeiten und organisch zu formen. Wer einen Filter sucht, der vom subtilen Würzen bis zum vollwertigen Oszillator reicht und wissen will, wie sich das Modul tatsächlich im Rack patchen lässt, sollte dieses Video nicht verpassen. Sehen wir uns an, wie CUNSAs vier Filter, clevere Routing-Optionen und spannungsgesteuerte Parameter den modularen Workflow verändern können.

Sound würzen: CUNSAs Einführung

Frap Tools stellen CUNSA als ihr sogenanntes „Sound Seasoning Tool“ vor, doch das wird dem Modul kaum gerecht. Im Kern ist CUNSA ein vierfaches Mono- oder doppeltes Stereo-pingbares Multimode-Resonanzfilter, das aber auch als Sättiger, Mixer und sogar Oszillator auftritt. Das Design geht weit über das bloße Stapeln von vier Filtern hinaus; jeder Filter kann in völlig unterschiedliche klangliche Rollen gezwungen werden und macht das Modul zu einem echten Schweizer Taschenmesser für Modular-Fans.

Jeder der vier analogen Filter von CUNSA bietet Lowpass-, Bandpass- und Highpass-Ausgänge, wobei der Lowpass-Filter zwischen 12 dB und 24 dB pro Oktave umschaltbar ist. Kombinierte Ausgänge und semi-normierte Eingänge deuten darauf hin, dass das Modul zu kreativen, vernetzten Patchings einlädt. Dieses einleitende Segment bereitet den Boden für einen detaillierten Blick auf das Verhalten eines einzelnen Filters, bevor es in die komplexere Multi-Filter-Welt geht.

Pingbares Multimode-Resonanzfilter, Sättiger, Mixer und Oszillator – letztlich ist es ein Filter, aber wir sagen lieber, dass es wie…

© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)

Cutoff, Q und Charakter: Filter formen

Der Charakter-Regler definiert, was der Filter bei Übersteuerung macht; ganz links aktiviert er eine Art Schutzschaltung für sanftes…

© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)

Das Video geht rasch zu den Grundpfeilern der Filterbedienung über: Cutoff-Frequenz, Resonanz (Q) und den vielsagenden Charakter-Parameter. Cutoff und Input-VCA sind selbsterklärend, doch der Q-Regler – vergleichbar mit Resonanz oder Emphasis – ermöglicht alles von subtiler Konturierung bis zu ausgeprägten Peaks an der Cutoff-Frequenz. Bemerkenswert: CUNSAs Lowpass-Filter behält auch bei hohen Q-Werten seinen Bassdruck und vermeidet so das gefürchtete Ausdünnen, das manche Designs plagt. Die Anpassung des Eingangspegels formt den Ton weiter – von klar und offen bis eng und fokussiert.

Der Charakter-Regler bringt Würze ins Spiel. Er bestimmt, wie sich der Filter verhält, wenn er übersteuert wird – auf der niedrigsten Einstellung sorgt eine Soft-Clipping-Schutzschaltung (nach dem CGM-Mixer modelliert) für sanfte Sättigung, während das Aufdrehen dieser Schutzmechanismen beraubt und aggressivere Verzerrung zulässt. Das Zusammenspiel von Q und Charakter ergibt ein breites Spektrum an Filterverhalten: von sauberer Resonanz bis zu wilden, verzerrten Schreien. Oszilloskop-Ansichten zeigen, wie Charakter die Wellenform insbesondere bei Übersteuerung verbiegt – und wie sich diese Veränderungen zwischen 12 dB- und 24 dB-Flanken unterscheiden.

Parallele Welten: Filter kombinieren für komplexe Texturen

Nachdem die Grundlagen stehen, demonstriert das Tutorial, wie sich CUNSAs vier Filter für ausgefeilte Klangresultate kombinieren lassen. Dank semi-normierter Verbindungen kann ein Signal, das in einen Filter-Eingang gepatcht wird, automatisch alle vier Filter durchlaufen – perfekte Voraussetzungen für parallele Signalverarbeitung. Die Mischsektion des Moduls bietet Summenausgänge für Filterpaare oder alle vier Filter, sodass sich Layer aus gefiltertem Sound einfach mischen und formen lassen.

Jeder Filter kann unabhängig im Modus (Lowpass, Bandpass, Highpass) und in Q- und Charakter-Einstellungen gewählt werden. Diese Flexibilität ermöglicht Phasing-Effekte, komplexe Stereo-Bilder und dynamische Texturen, die sonst einen ganzen Modulstapel erfordern würden. Das Video zeigt, wie externe CV-Quellen Amplitude oder Transponierung aller Filter gleichzeitig steuern und wie das Spreizen der Filterfrequenzen zu lebendigen, animierten Klanglandschaften führt. Die Möglichkeit, Filter einzeln oder gruppenweise zu pingen oder zu modulieren, erweitert das kreative Spektrum nochmals.


Mehr als Filtern: Selbstoszillation und Ping-Schaltungen

CUNSA begnügt sich nicht mit klassischem Filtern – bei hohen Q-Werten schwingen die Filter selbst und werden zu Sinusoszillatoren, die sich ziemlich ordentlich auf Volt pro Oktave stimmen lassen. Das Tutorial zeigt, wie verschiedene Filterausgänge (Lowpass, Bandpass, Highpass) unterschiedliche Oszillator-Klangfarben liefern und wie sich mit dem Fine-Tune-Regler die Tonhöhe präzise einstellen lässt. Ein Bonustipp: In Kombination mit Frap Tools’ Brenso sind echte True-Zero-FM-Patches möglich – und aus dem Filtermodul werden zwei komplexe Oszillatoren.

Das Video beleuchtet auch die Ping-Schaltung von CUNSA, einen eigens entwickelten, nichtlinearen Integrator, der aus Triggern oder CV-Quellen organische, abfallende Hüllkurven erzeugt. Dieses Pingen ist DC-gekoppelt und reagiert auf Amplitude und Dauer – vielseitiger als typische Filter-Pings. Im Combo-Modus werden Cutoff und VCA gemeinsam gesteuert, was natürliche, abklingende Hüllkurven ermöglicht – ideal für perkussive oder gezupfte Sounds. Die Unterscheidung zwischen Filter-Pingen und Filter-Ringing wird erläutert und unterstreicht CUNSAs Vielseitigkeit im klassischen wie experimentellen Patch-Alltag.

Ich gebe euch jetzt einen Gratis-Tipp: Mit so vielen Sinuswellen, die so gut auf True-0FM-Oszillatoren wie Brenso tracken, kann man Brenso…

© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)

Patchbay-Spielplatz: Routing und semi-normierte Verbindungen

Wird auch an alle Eingänge rechts davon in einer semi-normierten Verbindung weitergeleitet, das heißt, dieses Signal geht jetzt in Filter…

© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)

Zum Abschluss rückt das Tutorial die Routing-Optionen und semi-normierten Verbindungen von CUNSA ins Rampenlicht – sie sind zentral für den kreativen Workflow. Jedes Signal am Eingang wird automatisch an alle Filter rechts davon weitergeleitet, was parallele Verarbeitung und Stereo-Setups zum Kinderspiel macht. Die Misch-Ausgänge erlauben verschiedene Kombinationen – Filter 1+2, 3+4 oder alle vier – während Routing-Schalter festlegen, welcher Filtermodus in den Mix geht.

Diese Flexibilität macht aus CUNSA wahlweise vier unabhängige Filter, zwei Stereo-Paare oder eine komplexe Filterbank. Der Dry-Ausgang summiert die Pre-Filter-VCA-Signale für parallele Bearbeitung, sein Verhalten wird von Combo-Modus und Modulationsquellen geprägt. Das Video schließt mit Patch-Beispielen, die Filtern, Pingen und Mischen kombinieren und zeigt, wie sich CUNSA in größere Modularsysteme einfügt und experimentierfreudiges Patchen belohnt.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/frap-tools-cunsa-quadruple-filter-alchemy-in-eurorack/
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