Frap Tools, die italienischen Meister des modularen Designs, liefern eine Lehrstunde in Sachen Texturgestaltung – und das mit nichts weiter als einem Sample & Hold, einem Signal-Multiplier und ihrem Flaggschiff-Komplexoszillator. In diesem Video zeigt Federico, wie ein einziger Strom zufälliger Spannungen, vervielfacht und verteilt, einen Patch in eine lebendige, sich ständig wandelnde Klanglandschaft verwandelt. Mit dem BRENSO-Oszillator im Zentrum und SAPÈL als Chaosgenerator bringt jeder Clock-Impuls eine neue klangliche Wendung. Wer die subtile Kunst der Modulation und die unvorhersehbare Schönheit von Zufallsspannungen schätzt, sollte diese Patch-Technik genauer unter die Lupe nehmen.

3. Juli 2024
MILES
Frap Tools: Gestufte Zufallsspannungen entfesselt – Unendliche Texturen mit nur drei Modulen
Eine Zufallsquelle, unendliche Möglichkeiten
Das Video beginnt mit Federicos typischem Ansatz: maximale Komplexität aus minimalen Mitteln herauszuholen. Hier wird ein einziger unquantisierter Sample & Hold-Ausgang von SAPÈL in den 333, das Utility-Multipliziermodul von Frap Tools, geschickt und erzeugt so bis zu neun identische Kopien der Zufallsspannung. Das ist klassisches Modular-Denken – eine unvorhersehbare Quelle, die Chaos im System orchestriert.
Als klangliche Leinwand dient BRENSOs Finalausgang, der für seine Vielzahl an Modulationspunkten geschätzt wird. Mit nur drei Modulen legt Federico den Grundstein für eine Demonstration, wie durch geschicktes Verteilen eines einzigen Zufallssignals ein Soundscape entsteht, das alles andere als minimal klingt. Im Fokus steht, wie ein einziger Zufallsstrom, clever verteilt, einen Patch weit über seine scheinbare Einfachheit hinaus treibt.

"This patch is a great example of Federico's patching style that relies on many copies of a single sample and hold signal."
© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)
Multiplizierte Modulation: BRENSOs Kern im Wandel
Mit dem 333 als Verteiler patcht Federico jede Kopie des Sample & Hold-Signals an einen anderen Teil von BRENSOs komplexer Sektion. Die erste Kopie moduliert den Source-Parameter und verschiebt so das Gleichgewicht zwischen den beiden Waveshapern des Oszillators – jeder Zufallsimpuls sorgt für eine neue klangliche Nuance. Eine weitere Kopie geht zum ersten Waveshaper und morpht zwischen Sinus, Dreieck und einer logarithmischen Wellenform, während eine dritte Kopie den Komparator-Schwellenwert für Pulsbreitenmodulation steuert.
Die Patcherei geht weiter: Die vierte Kopie landet im Wavefolder und sorgt in Kombination mit BRENSOs Ping-Schaltung für sweepende Effekte. Federico experimentiert außerdem, indem er einen Random-Clock-Ausgang an den USTA-Sequencer schickt, um rhythmische Komplexität zu ermöglichen. Die fünfte Kopie wird zunächst auf die Symmetriesteuerung gelegt, später aber gegen eine fluctuating random voltage getauscht, um weniger grid-basiertes Verhalten zu erzielen. Jeder Modulationspunkt ist so gewählt, dass die klangliche Vielfalt durch die Zufallsspannungen maximal ausgereizt wird.
Feintuning: Frequenz, Modulation und wandelnde Klangfarben

"As you can see with that many modulations going on, every turn of the knob causes incredible changes in timbre."
© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)
Ist der Patch einmal gesetzt, demonstriert Federico die Macht des Feintunings. Durch das Anpassen der Oszillatorfrequenzen und Modulationsmengen zeigt er, wie selbst kleine Änderungen den Charakter des Patches radikal verändern können. Mit erhöhter Clock-Geschwindigkeit und variierender FM-Tiefe wandelt sich der Sound in Echtzeit – jede Drehung am Regler bringt eine neue Klangfarbe hervor.
Er lotet auch die Auswirkungen von neu gerouteten Modulationsquellen aus, etwa indem er die fünfte Sample & Hold-Kopie auf den Puls-Shaper legt und damit vorherige Routings überschreibt sowie die Timbre-Bus-Modulation entfernt. Wird das Ping-Trigger-Signal entfernt und weiter an Clock und Frequenz geschraubt, bleibt die Textur durch das Zusammenspiel von Zufallsspannungen und manueller Steuerung ständig in Bewegung.
Zufall als Textur: Die Kunst des sich entwickelnden Klangbilds
Im letzten Akt kommt eine zweite Sample & Hold-Schaltung ins Spiel, diesmal vom gelben Generator getaktet und in den verbleibenden Bereich des 333 gepatcht. Durch die Verwendung des Random-Clock-Ausgangs im „more than“-Modus zum Triggern des neuen Sample & Hold bringt Federico eine weitere Schicht Unvorhersehbarkeit ins Spiel. Der Ping-Kreis wird nun nur noch durch ausreichend hohe Zufallswerte aktiviert, was zu einem erratischeren, weniger vorhersehbaren Verhalten führt.
Das Ergebnis ist ein Patch, der sich ständig neu erfindet. Jeder Schlag von SAPÈLs Sample & Hold bringt eine neue Wendung, sodass es nahezu unmöglich ist, sich an diesem Sound sattzuhören. Federicos Demonstration unterstreicht die kreative Kraft von Zufallsspannungen im Modularsystem und zeigt, wie selbst ein einfaches Setup eine reiche, sich stetig wandelnde Klanglandschaft hervorbringen kann.

"And so this is it, as you can hear the patch is incredibly developed in the realm of texture."
© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)
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