Frap Tools, die italienischen Meister des modularen Designs, tauchen tief in die Kunst ein, Keith Emersons legendären Karn Evil 9-Sequenzer-Stunt mit ihrem Usta-Sequenzer nachzustellen. Statt sich auf eine Note-für-Note-Kopie zu versteifen, steht hier die Technik im Mittelpunkt – eine Sequenz, die sich bis zum audiotauglichen Chaos beschleunigt und dann wie von Geisterhand stoppt, ganz ohne hektisches Drehen am Tempo. Erwartet eine patch-orientierte Erkundung, bei der die Mehrspur-Flexibilität des Usta, Voltage Slides und clevere Gate-Tricks auf Herz und Nieren geprüft werden. Wer schon immer wissen wollte, wie man seinem Modularsystem ein selbstzerstörerisches Finale à la Emerson entlockt, sollte dieses Video nicht verpassen.

19. März 2025
MILES
Frap Tools Usta: Das Emerson-Trick-Experiment – Modularer Wahnsinn in Bewegung
Frap Tools 321, Frap Tools Bagài, Frap Tools Brenso, Frap Tools Kunsa, Frap Tools USTA
Die Bühne steht: Usta als modularer Dirigent
Das Video beginnt mit Giovanni von Frap Tools, der das ambitionierte Ziel vorstellt: das wilde, beschleunigende Sequenz-Ende aus Emerson, Lake & Palmers Karn Evil 9 nachzubauen. Statt einfach nur die Noten zu kopieren, geht es hier um die Technik – eine Sequenz, die sich bis zum frenetischen Höhepunkt beschleunigt und dann mit einem Knall endet. Der Usta-Sequenzer steht dabei als zentrales Werkzeug im Rampenlicht, ausgewählt wegen seiner Mehrspur-Fähigkeiten und Flexibilität.
Das Patch basiert auf einem externen Clock, der den Usta steuert, mit zwei Brenso-Oszillatoren, die über den 321-Submixer gemischt werden, und Noise vom Bagai. Alle Signale laufen durch einen Kunsa-Filter, der von einem Gate-Track des Sequenzers getriggert wird. Mit dem Bagai lässt sich die Noise-Farbe einstellen, und der 321 kann dem Filter für mehr Aggressivität zusätzliche Verstärkung spendieren. Dieses Setup bildet die Grundlage für die sich entwickelnde Sequenz – ganz im modularen Geist: Patchen für Verhalten, nicht nur für Klang.
Beschleunigung ins Chaos: Progressives Tempo programmieren
Mit dem Grundgerüst steht nun das Programmieren der progressiven Tempowechsel im Fokus. Statt – wie in manchen Tutorials – das Clock-Tempo manuell zu drehen, automatisiert Giovanni die Beschleunigung. Dank Ustas vier Spuren kann jede Spur mit eigenem Tempo laufen, sodass Spur zwei für die Temposteuerung in diskreten Stufen genutzt wird.
Indem jede Stage von Spur zwei so lang ist wie das komplette Pattern von Spur eins und eine Sequenz von Control Voltages in 0,5V-Schritten programmiert wird, entsteht eine stufenweise Beschleunigung. Diese Spannungen werden zur Modulation von Bagai gepatcht, und mit dem CV-Attenuverter lässt sich der Effekt noch verstärken. Das Ergebnis ist eine Sequenz, die sich immer weiter beschleunigt – bis hin zum audiotauglichen Wahnsinn, wie im Originalstück.

"Ich möchte diesen Effekt nachbilden, indem ich die Maschine so programmiere, dass sie jedes Mal schneller wird, wenn sie die Sequenz abspielt."
("I would like to recreate this effect by programming the machine to speed up every time it plays a sequence.")© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)
Sanfte Fahrt: Voltage Slides für fließende Übergänge

"Ich kann einfach alle diese Stages so einstellen, dass sie ineinander sliden, sodass ich einen kontinuierlichen Spannungsverlauf von 0 bis 5,5 habe."
("I can simply set all those stages to slide into one another, so I will have a continuous sweep of voltage from 0 to 5.5.")© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)
Mit zunehmender Geschwindigkeit taucht ein Problem auf: Die Übergänge zwischen den Stufen sind zu abrupt, das Tempo springt förmlich. Giovanni nutzt daher Ustas Fähigkeit, zwischen den Voltage-Stages zu sliden. Mit aktivierten Slides gehen die Control Voltages nahtlos ineinander über und erzeugen eine kontinuierliche Rampe von 0 bis 5,5V.
Damit ist das Stepping-Problem gelöst und die Beschleunigung wirkt organisch und linear. Im Video wird auch eine kleine Stolperfalle gezeigt: Durch die Slides kann der Startpunkt der Sequenz beeinflusst werden, da die Rampe vom zuletzt gespielten Wert ausgeht. Mit gezielten Anpassungen wird das Sequencing so optimiert, dass jede Stage korrekt integriert – ein schönes Beispiel dafür, wie wichtig Sorgfalt beim Ausreizen eines Moduls ist.
Finale ohne Hände: Mit Gate-Tricks zum Stopp
Die nächste Herausforderung: Die Sequenz soll sich selbst stoppen – ganz wie bei Emersons Live-Performance, ohne manuelles Eingreifen. Giovanni richtet auf Spur zwei einen Gate-Track ein, dessen dauerhaft hohes Gate als Run-Signal ins Auxiliary-Input gepatcht wird. Im Projektmenü des Usta gibt es verschiedene Run-Optionen, und nach etwas Ausprobieren wird der passende Modus gewählt, damit die Sequenz bei einem Low-Gate stoppt.
Durch das Programmieren einer zusätzlichen Stage mit Low-Gate am Ende von Spur zwei beschleunigt die Sequenz schrittweise und stoppt dann abrupt auf der letzten Stage. Dieses Crosspatchen von Gate-Ausgängen auf Auxiliary-Eingänge ist ein klassischer Modular-Trick und zeigt, wie flexibel sich Ustas Architektur für kreative Lösungen nutzen lässt.
Das Ergebnis: Eine selbststoppende Sequenz, die das Drama des Originals widerspiegelt. Die Methode ist elegant und ein bisschen hacky – ein Beweis für die Vielseitigkeit modularer Sequencer, wenn man bereit ist, mit Signalwegen zu experimentieren.

"Jetzt müssen wir herausfinden, wie wir die Sequenz stoppen lassen, wenn sie die letzte Stage erreicht."
("Now we have to find out how to make the sequence stop when it reaches our last stage.")© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)
Explosives Finale: Noise, Filter und der große Knall

"Es hat wirklich die Grenzen des Usta-Sequenzers getestet und gleichzeitig unser parametrisches Denken verbessert."
("It really tested the limits of the Usta sequencer and on the other hand it really improved our parametric thought.")© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)
Kein Emerson-Tribut ohne den finalen Knall. Dafür dupliziert Giovanni das Noise-Signal und patcht es auf einen weiteren Kunsa-Filter, nimmt den ursprünglichen Filter aus dem Mix und treibt den neuen Filter in maximale Verzerrung. Die erste Idee, das Finale mit einem Gate von Spur zwei zu triggern, scheitert daran, dass die Stage zu kurz ist, um einen sinnvollen Effekt zu erzielen.
Die Lösung: Eine dritte Usta-Spur, die wie Spur zwei aufgebaut ist, aber mit einer letzten Stage, die gezielt ein Gate zum richtigen Zeitpunkt abfeuert. Dieses Gate wird auf die Filter gepatcht und liefert den explosiven Noise-Burst als krönenden Abschluss. Das Video endet mit dem Hinweis, wie wertvoll es ist, einen Sequencer an seine Grenzen zu bringen – nicht nur, um ein Klassiker zu imitieren, sondern auch, um die eigene Patch-Phantasie zu erweitern.
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