HAINBACH und die String Armonica MK2: Obertongesänge und klangliches Glaswerk

2. Februar 2026

LUMINA

HAINBACH und die String Armonica MK2: Obertongesänge und klangliches Glaswerk

Tauche ein in eine nebelverhangene Klanglandschaft, in der Resonanzen schimmern und Geschichte unter den Fingerspitzen vibriert. HAINBACH, stets Entdecker klanglicher Kuriositäten, lädt uns ein, in die String Armonica MK2 einzutauchen – ein modernes Gefäß, inspiriert von Benjamin Franklins Glasharmonika, neu geboren für heutige Ambient-Reisende. Dies ist nicht einfach ein Instrument; es ist eine magnetische Brücke zwischen antikem Psalter und futuristischem Schimmer, bei der jeder Ton wie gebrochenes Licht im Nebel aufblüht. Lass dich von obertönreichen Texturen und der eigentümlichen Schönheit einer Maschine umhüllen, die ebenso viel Geist wie Schaltkreis ist. Die wahre Magie, wie immer bei HAINBACH, erlebt man am besten mit Kopfhörern und offenen Ohren.

Glas und Draht: Der Zauber der String Armonica MK2

Die String Armonica MK2 erscheint als spektrale Erscheinung – ihr Korpus erinnert an einen antiken Psalter, ihr Herz schlägt jedoch mit moderner Raffinesse. HAINBACH zieht uns in ihren Bann und verfolgt die Linie des Instruments zurück bis zu Benjamin Franklins Glasharmonika, offenbart aber zugleich eine Maschine, die zeitlos und doch überraschend neu wirkt. Dies ist ein akustischer Synthesizer, der nicht einfach Töne spielt; er haucht Nebel und gebrochenes Licht aus, jeder Klang eine Welle im Teich klanglicher Geister.

Vom ersten Anschlag an verführt die String Armonica mit obertönreichem Klang und lädt dazu ein, sich in einem Nebel aus Harmonien zu verlieren. Die Schöpfer von Merkaba Electronics haben ein Instrument erschaffen, das wie ein geheimer Durchgang wirkt – einer, der Arrangeure und Sounddesigner einlädt, seine Tiefe zu erforschen. HAINBACHS Ansatz ist immersiv, lässt den Charakter des Instruments in Schichten entfalten, jede Resonanz ein Hinweis auf noch ungehörte Geschichten.

Wie ihr Namensvetter, Benjamin Franklins Glasharmonika, hat sie einen obertönreichen Klang und erlaubt die Kontrolle über vier Oktaven…

© Screenshot/Zitat: Hainbach (YouTube)

Harmonische Nebel: Vier Oktaven Resonanz

Sie verwendet einen Master-Kristalloszillator, der mit mehreren Megahertz schwingt.

© Screenshot/Zitat: Hainbach (YouTube)

Im Kern der String Armonica MK2 liegt ein harmonischer Motor, von Grund auf gebaut – ein Top-Oktav-Generator, mühsam aus den Geistern obsoleter Orgelchips rekonstruiert. Dieses kristalline Gehirn teilt einen Master-Oszillator in 48 diskrete Rechteckwellen auf, jede ein Faden im Teppich der Obertöne. Das Ergebnis ist ein Instrument, das vier Oktaven umfasst, wobei jeder Ton durch primitive VCAs und Transistorverstärker anschwillt und schimmert, die die Saiten zum Leben erwecken.

Die Klangpalette ist weit: von zarten, gläsernen Höhen bis zu einem Schimmer, der tief im Mix wie eine Erinnerung sitzt. HAINBACH zeigt, wie die verschiedenen Modi des Instruments – Normal, Staccato, Harfe und Arpeggiator – neue Dimensionen eröffnen, sodass Töne aufblühen, stottern oder wie Regen auf Metall kaskadieren. Das haptische Spiel oder Manipulieren der Saiten fügt eine weitere Schicht Intimität hinzu und macht die String Armonica weniger zu einem Werkzeug als zu einem lebendigen, atmenden Begleiter im Studio.

Stimmen der Geister: Eigenheiten eines Hybrid-Instruments

Um diese spektralen Töne der String Armonica zu entlocken, muss man ihre Eigenheiten annehmen. Sie ist ein hybrides Wesen – teils Synthesizer, teils Saiteninstrument – und verlangt die Sorgfalt und Aufmerksamkeit beider Welten. Die akustischen Saiten müssen gestimmt und justiert werden, ähnlich wie bei einer Gitarre oder Harfe, und ihre Positionierung muss exakt sein, um die volle Resonanz des Instruments zu entfalten. Für jene, die mit Saiteninstrumenten nicht vertraut sind, mag dieses Ritual fremd erscheinen, doch es ist essenziell für die Magie der Armonica.

Das ist als Synthesizer bezeichnet, aber es ist auch ein Saiteninstrument.

© Screenshot/Zitat: Hainbach (YouTube)

Magnetisches Rauschen und Stromrituale: Technische Herausforderungen

Es gibt immer ein kleines Hintergrundrauschen, das ich nicht schlimm finde.

© Screenshot/Zitat: Hainbach (YouTube)

Jedes Instrument mit Seele hat seine Schattenseiten, und die String Armonica MK2 bildet da keine Ausnahme. Ihr obertönreicher Klang verlangt nach großzügigem Gain – bis zu 50 Dezibel – was viele Audio-Interfaces vor Herausforderungen stellt. HAINBACH zeigt die Notwendigkeit einer DI-Box, um die Kluft zu überbrücken, und warnt, dass jede Berührung, ob beabsichtigt oder nicht, Schockwellen durch den Mix schicken kann. Die Helligkeit des Instruments bringt ein beständiges Rauschen mit sich, eine spektrale Präsenz, die sich mit EQ zähmen oder einfach als Teil ihres Charakters akzeptieren lässt.

Auch die Stromversorgung wird zum Ritual. Das mitgelieferte Schaltnetzteil schnurrt zufrieden auf amerikanischem Boden, doch in Europa beschwört es ein unangenehmes Brummen – eine Erinnerung daran, dass jede Maschine von ihrer Geografie heimgesucht wird. HAINBACHS Lösung ist poetisch: ein schwererer, linearer Klotz von Electro-Harmonix, der das Rauschen vertreibt und Klarheit zurückbringt. Für alle, die alte Netzteile horten, ist dies ein Moment der Genugtuung. Die String Armonica verlangt Geduld und Anpassung und belohnt jene, die tief zuhören.

In die Zukunft: Bass-Träume und neue Horizonte

Die Geschichte der String Armonica endet hier nicht. HAINBACH deutet Experimente mit Bass-Versionen an – Zungen-basierte Systeme und dicke Saiten, die versprechen, die ätherische Stimme des Instruments in tiefere Gewässer zu verankern. Auch wenn technische Grenzen bleiben, ist die Vision klar: eine Zukunft, in der die Resonanz der Armonica weiter reicht, vielleicht in hybride Formen oder spezielle Bass-Begleiter aufgespalten. Für den Moment bleibt die MK2 ein seltenes Artefakt – zwanzig existieren weltweit, jedes ein Gefäß für klangliches Storytelling, und weitere werden folgen für jene, die bereit sind, in ihr Magnetfeld einzutauchen.


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/hainbach-and-the-string-armonica-mk2-overtone-dreams-and-sonic-glasswork/
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