Hainbachs Reise in die Zauberkiste

30. Oktober 2025

LUMINA

Hainbachs Reise in die Zauberkiste

Auf einer Reise durch klangliche Wunderländer nimmt uns Hainbach mit in das Herz von David Bellingers Zauberkiste, wo vergessene Spielzeuge die Zeit überschreiten und zu tief melancholischen Instrumenten werden. Dies ist nicht nur Musik; es ist eine Erzählung, gewoben mit Echos ferner Freude und taktiler Erkundung.

Echos einer vergangenen Ära

David Bellinger entwickelt Instrumente, die Leichtigkeit und Eleganz verbinden, sodass auch Anfänger schöne Klanglandschaften erzeugen können. Diese Instrumente, besonders die Kalimbas und die neu wiederentdeckte Zauberkiste, werden für ihre Fähigkeit gefeiert, spontane und überraschende Ambient-Hymnen zu produzieren. Hainbach führt uns in diese Welt ein, einen Raum, in dem altmodische Spielzeuge durch Bellingers Innovationen zu zeitlosen Erzählern werden. Seine Faszination beruht auf einer persönlichen Verbindung, da er durch Darren Weiner, einem gemeinsamen Freund und Lehrling Bellingers, in die Werke Bellingers eingeführt wurde. Die Instrumente sind für Hainbach zu unverzichtbaren Begleitern geworden, die ihn in Klanglandschaften an verschiedenen Orten begleiten.


Die Seele der Zauberkiste

Im Herzen dieser Erzählung liegt die Zauberkiste, eine Wiedergeburt aus den vergessenen Komponenten eines Fisher Price Plattenspielers. Diese Stücke weben neue Erzählungen, die mechanische Erinnerungen widerhallen lassen und sich in Instrumente verwandeln, die zu tief melancholischem Ausdruck fähig sind. Ihr Aufbau, wie von Hainbach beschrieben, beginnt mit kleinen Sternrädern, die sich zu Melodien bewegen und ein klangliches Geflecht unerwarteter, dennoch harmonischer Noten schaffen. Die Dualität des Spiels mit diesem Instrument, vergleichbar mit Ruf und Antwort, spiegelt den musikalischen Dialog wider, der in anderen Kulturen wie dem Imbira des Shona-Volkes zu finden ist. Die Zauberkiste wird zu einem Gespräch zwischen Spieler und Instrument, bei dem jeder Ton eine Stimme in einem größeren Dialog darstellt. Hainbach beschreibt das Instrument lebhaft als meditativ, da es sowohl Konzentration als auch das Loslassen erfordert und die chaotische Natur des Lebens selbst verkörpert. Es wird nicht nur zu einem Instrument, sondern zu einem Begleiter in entscheidenden Momenten, der ihm hilft, sich durch Musik mit den letzten Tagen seiner Mutter zu verbinden, indem es eine Symphonie aus Trost und musikalischer Erzählung bietet.

Die Zauberkiste ist ein einfaches, aber überraschend schönes Konzept.

© Screenshot/Zitat: Hainbach (YouTube)

Eine Vintage-Herausforderung

David hat nie viele davon gebaut, er erinnert sich an etwa vier.

© Screenshot/Zitat: Hainbach (YouTube)

Während die Zauberkiste einen einzigartigen Platz im experimentellen Klang einnimmt, stellt ihre Reproduktion erhebliche Herausforderungen dar. Die Knappheit des Basismaterials, der Fisher Price Plattenspieler, verdeutlicht die Schwierigkeit. Sie sind nun selten und sammelwürdig geworden, wodurch jede einzelne zu einer Schatzsuche nach Qualitätskomponenten wird. Darren, der mit der Nachbildung dieser Instrumente betraut ist, steht einem von Nostalgie dominierten Markt gegenüber, in dem kaputte Spielzeuge ungenutztes Potenzial bergen und jedes Modell sorgfältige Aufmerksamkeit für die Funktionalität erfordert. Die neuen Iterationen fehlen leider die authentische analoge Seele der Originale, da moderne Ersatzteile nur die Außenhaut, nicht jedoch das Herz dieser Klangmaschinen widerspiegeln.

Die Kunst der DIY-Alchemie

Der Reiz der Zauberkiste zwingt kreative Seelen dazu, ihre Magie nachzubilden, doch solche Bestrebungen führen oft zu Echos statt zu Faksimiles. Hainbach begibt sich auf diese kreative Alchemie mit einem Volvobox-Musikgerät, auf der Suche nach einer ähnlichen klanglichen Magie. Beim Zerlegen stößt er auf die komplexen Zahnräder und filigranen Strukturen, die darin verborgen sind. Die DIY-Reise, obwohl konzeptionell erfolgreich, offenbart Einschränkungen: die Zahnräder fehlen das Charisma des Originals, die Lamellen haben weniger Resonanz, und die Körperlichkeit des Spiels bleibt zurück. Solche Experimente veranschaulichen die Herausforderung, die letzten 20% der Essenz eines Instruments zu erfassen, wo wahre Meisterschaft und angeborener Charme wohnen. Doch jedes Unterfangen bringt neue Erkenntnisse und verbindet Gemeinschaften in kollektiver Erkundung, wobei uns daran erinnert wird, dass die Essenz des Klangs ebenso sehr in seinen Unvollkommenheiten wie in den Geschichten liegt, die er erzählt.

Wie üblich kann man bei allem schnell 80% erreichen, aber die letzten 20%, die ein Instrument wirklich gut machen, ja, das ist das Können…

© Screenshot/Zitat: Hainbach (YouTube)

Das Erbe der klanglichen Innovation

Können Sie einige Künstler nennen, die Ihre Instrumente gespielt haben?

© Screenshot/Zitat: Hainbach (YouTube)

Hainbachs Erkundung offenbart das weite Meer an ungenutztem Potenzial in Bellingers Arbeit. Nur wenige Zauberkisten existieren, und mit der steigenden Herausforderung der Beschaffung von Teilen ist jede neue Kreation ein seltener Juwel. Das Video endet mit David Bellinger, der über die namhaften Künstler reflektiert, die seine Instrumente angenommen haben, wie Mickey Hart von den Grateful Dead, und deren Einfluss sich auf eine breite Palette musikalischer Bereiche erstreckt. Die Zusammenarbeit von Darren und Bellinger unterstreicht ein Engagement zur Bewahrung dieser einzigartigen Klangerfahrungen und fördert eine kleine, aber lebendige Gemeinschaft von klanglichen Abenteurern. In jeder klingenden Note und jeder gefertigten Kalimba liegt ein Zeugnis ihrer Genialität, das sowohl Herausforderung als auch Inspiration für jene bietet, die sich trauen, in das wunderschöne Chaos des experimentellen Klangs einzutauchen.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/hainbachs-journey-into-the-magic-box/
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