Intellijel Atlantix: Ein Patchbares Kraftpaket entwickelt sich weiter

22. Juni 2024

MILES

Intellijel Atlantix: Ein Patchbares Kraftpaket entwickelt sich weiter

Intellijel meldet sich mit dem Atlantix zurück – einer Eurorack-Synthesizerstimme, die den Geist des Atlantis und des Roland SH-101 aufgreift, aber mit einem modernen, patchhungrigen Ansatz. Im offiziellen Walkthrough zeigen die kanadischen Modularspezialisten ein Modul, das sofort in jedes Rack passt und dich in Sekundenschnelle von null auf Basslinie bringt – und dennoch mit Patchpunkten und Modulationstricks für Fortgeschrittene gespickt ist. Mit dem ATLX Expander verspricht der Atlantix sowohl sofortige Befriedigung als auch tiefe Klangforschung – und das alles in Intellijels gewohnt praxisnaher, hands-on Manier. Sehen wir uns an, was diese neue analoge Stimme auf den Patch-Tisch bringt.

Atlantix: Die nächste Generation der Analog-Stimme

Der Intellijel Atlantix wird als komplette analoge Synthesizerstimme mit zwei Oszillatoren für Eurorack vorgestellt und tritt damit das Erbe des beliebten Atlantis an. Das Design orientiert sich klar am Roland SH-101, einem Klassiker, der für seinen unmittelbaren, musikalischen Sound und seine scheinbar einfache Architektur bekannt ist. Atlantix ist jedoch weit mehr als ein Klon – es handelt sich um eine moderne Neuinterpretation, die sowohl den schnellen Einstieg als auch die Flexibilität für heutige Modularnutzer bieten will.

Sobald das Modul im Rack installiert ist, ist es einsatzbereit: Alle wichtigen Synthesebausteine sind intern vorverdrahtet, sodass sofort Klänge erzeugt werden können. Mit seinen 42HP bietet der Atlantix alles, was für einen klassischen subtraktiven Patch nötig ist, doch Intellijel hat viel Raum für Erweiterungen und kreatives Routing gelassen. Die 32 Patchpunkte an der Oberkante zeigen deutlich: Hier handelt es sich nicht um eine Preset-Maschine, sondern um einen echten modularen Mitspieler, der darauf brennt, mit dem Rest des Systems zu interagieren.

Es bietet alles, was du brauchst, um vom ersten Moment an eine riesige Klangvielfalt zu erzeugen.

© Screenshot/Zitat: Intellijel (YouTube)

Oszillatoren, Mixer und Filter: Klanggestaltung im Kern

Atlantix ist durchaus in der Lage, reich klingende subtraktive Patches zu erzeugen, bietet aber auch eine Vielzahl von…

© Screenshot/Zitat: Intellijel (YouTube)

Im Zentrum des Atlantix stehen zwei Dreieckskern-VCOs, genannt A und B, die jeweils einen breiten Acht-Oktaven-Bereich mit präziser Tonhöhenkontrolle abdecken. Beide Oszillatoren bieten Hard- und Soft-Sync-Optionen, wobei sich das Sync-Signal entweder auf den Sägezahn-Ausgang oder den Gate-Eingang legen lässt – ideal für perkussive Texturen oder komplexere Klangfarben. Frequenzmodulation ist ebenfalls umfassend möglich: Es gibt exponentielle und Through-Zero-FM, und die Pulsbreitenmodulation kann von VCO B, der Hüllkurve oder einer externen Quelle gespeist werden.

Alle Audiosignale werden in einer umfangreichen Mixer-Sektion zusammengeführt, die neben den Wellenformen von VCO A auch einen Suboszillator mit Oktavumschaltung, wählbares weißes oder rosa Rauschen sowie zwei Aux-Eingänge umfasst. Besonders Aux 2 kann den Filter umgehen und direkt zum VCA geführt werden – das eröffnet parallele Signalwege. Die Flexibilität des Mixers wird durch die Möglichkeit erhöht, zusätzliche VCO-Wellenformen oder externe Quellen einzubinden, sodass sich bereits vor dem Filter vielschichtige, lebendige Sounds formen lassen.

Modulation, Routing und Patchpunkt-Spielplatz

Anschließend durchläuft das Signal einen Multimode-VCF mit Lowpass-, Bandpass-, Highpass- und einem Phasermodus, der zwei Notch-Filter mit einer Resonanzspitze in der Mitte kombiniert. Drei dedizierte Modulationsfader ermöglichen sofortige Filterbewegungen, gespeist von Mod Y, VCO A Pitch und der Hüllkurve – jeweils mit Invertierungsoptionen für feinfühlige Kontrolle. Der VCA ist mit einer analogen ADSR-Hüllkurve ausgestattet, die drei wählbare Geschwindigkeiten bietet – von knackigen Plucks bis zu schwebenden Drones – und sich per Gate-Switch auch von der Hüllkurve abkoppeln lässt.

Das Modulationsrouting ist ein echtes Highlight: Die Mod X- und Mod Y-Busse erlauben es, Quellen wie VCO B, Sample & Hold, Noise oder Feedback aus verschiedenen Signalpunkten schnell an wichtige Ziele wie FM-Index oder Filter-Cutoff zu schicken. Polarity- und Level-Shifting-Schalter sorgen für zusätzliche Tiefe, und beide Busse stehen an dedizierten Ausgängen für weitere Patchmöglichkeiten bereit. Feedback-Optionen aus Mixer, VCF oder VCA können das Klangbild ordentlich ins Chaotische kippen, während die 32 Patchpunkte es ermöglichen, interne Verbindungen zu unterbrechen und das Signal nach Belieben neu zu verschalten.

Self-Patching wird ausdrücklich gefördert: Die interne Architektur des Moduls lässt sich komplett umgestalten oder mit externen Modulen kombinieren, um noch mehr klangliche Vielfalt zu erreichen. Dieser modulare Ansatz macht den Atlantix so tiefgründig, wie man es selbst möchte – von klassischen Mono-Linien bis zu experimentellen Texturen.

Du kannst Atlantix selbst patchen, um seine Architektur komplett umzubauen, oder externe Module einbinden, um neue Elemente einzuführen.

© Screenshot/Zitat: Intellijel (YouTube)

ATLX Expander: Noch mehr Patchmöglichkeiten

Wem 32 Patchpunkte nicht reichen, der kann mit dem ATLX Expander eine weitere Flexibilitätsebene hinzufügen. Dieses passive 6HP-Expander-Modul wird direkt an den Atlantix angeschlossen und liefert 16 zusätzliche Patchpunkte, die das Klangspektrum deutlich erweitern. Dazu gehören dedizierte Filterausgänge für alle Modi, feste Wellenformausgänge beider VCOs, ein Suboszillator-Ausgang und ein Ringmodulator.

Der Ringmodulator wird standardmäßig von den Sinuswellen von VCO A und B gespeist, kann aber natürlich mit beliebigen Signalen belegt werden. Diese Erweiterung macht aus dem Atlantix eine mächtige Zentrale für komplexe Patches oder ein vielseitiges Herzstück im größeren System.


Zugängliche Power für Modular-Entdecker

Atlantix hält die klangliche Erkundung einfach, bringt aber auch eine Komplexität mit, die mit dir und deinem Eurorack-System wachsen kann.

© Screenshot/Zitat: Intellijel (YouTube)

Intellijel positioniert den Atlantix sowohl als einladenden Einstieg für Modular-Neulinge als auch als tiefgründiges Werkzeug für erfahrene Patch-Profis. Die Bedienoberfläche ist auf sofortige Ergebnisse ausgelegt – Basslines, Leads und experimentelle Klänge sind schnell erreichbar – doch die Vielzahl an Patchpunkten und Modulationsmöglichkeiten sorgt dafür, dass das Modul mit dem eigenen System und den eigenen Ambitionen mitwachsen kann. Ob als Startpunkt oder als kräftige Analog-Stimme im Rack: Atlantix vereint Einfachheit und Tiefe auf überzeugende Weise.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/intellijel-atlantix-a-patchable-powerhouse-evolves/
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