Intellijel, die kanadischen Modular-Experten, tauchen tief in die versteckten Winkel ihres semi-modularen Cascadia ein und präsentieren ein Feature, das ebenso eigenwillig wie mächtig ist: den Entropic Sequence Generator (ESG). Im offiziellen Walkthrough zeigt Matt von Intellijel, wie der ESG Envelope B in eine Quelle für sich entwickelnde Zufallsspannungen verwandelt – perfekt für alle, die Unvorhersehbarkeit in ihren Patches suchen. Das Video behandelt das Aktivieren des ESG, die wichtigsten Regler und kreative Modulations-Tricks, alles im typisch praxisnahen Intellijel-Stil. Wer generatives Chaos liebt oder einfach frischen Wind in seine Spannungsquellen bringen möchte, sollte hier unbedingt reinschauen.

1. Juni 2024
MILES
Intellijel Cascadia: Die Entdeckung des Entropic Sequence Generator
Begegnung mit dem Entropic Sequence Generator
Im Inneren des Intellijel Cascadia verbirgt sich eine besonders spannende Funktion: der Entropic Sequence Generator, kurz ESG. Dieses Feature, versteckt in Envelope B, erzeugt wiederholbare Zufallsspannungssequenzen – von nur einem bis zu satten 16 Schritten. Dabei geht es beim ESG nicht um Zufall um des Zufalls willen: Er ermöglicht es, sich entwickelnde Muster zu erzeugen, die endlos loopen, sich langsam verändern oder in völliges Chaos auflösen – je nach Einstellung.
Wie Matt erklärt, ist der ESG ideal, wenn man kontrolliertes Chaos in seine Patches bringen möchte. Statt statischer Modulation oder vorhersehbarer LFO-Wellenformen liefert der ESG eine Schicht generativer Spannung, die zu neuen Ideen inspiriert oder subtile Bewegung ins Sounddesign bringt. Ein Paradebeispiel für Intellijels Ansatz: praxisnah, musikalisch und immer mit Blick auf tiefere Patchmöglichkeiten.

"Der ESG erzeugt wiederholbare Zufallsspannungssequenzen mit 1 bis 16 Schritten Länge und variabler Wahrscheinlichkeit für die Neugenerierung pro Schritt."
("The ESG generates repeatable random voltage sequences from 1 to 16 steps in length, with variable probability of per-step regeneration.")© Screenshot/Zitat: Intellijel (YouTube)
Zwei Wege zum Zufall: ESG aktivieren

"Die erste Methode funktioniert ohne Computer."
("The first method can be done without a computer.")© Screenshot/Zitat: Intellijel (YouTube)
Das Aktivieren des ESG auf dem Cascadia ist angenehm unkompliziert und bietet zwei verschiedene Methoden. Die erste ist komplett hardwarebasiert: Gerät ausschalten, die Taste neben MIDI LFO im MIDI-to-CV-Bereich gedrückt halten und währenddessen wieder einschalten – die schnell blinkende LED bestätigt, dass der ESG-Modus aktiv ist. Diese Methode ist ideal für alle, die Computer aus ihrem Patch-Alltag heraushalten und lieber alles direkt am Gerät erledigen.
Wer keine Berührungsängste mit USB hat, kann alternativ die Intellijel Config App nutzen. Nach dem Verbinden des Cascadia mit dem Computer öffnet man die App, navigiert zum Envelope B-Bereich und wählt im LFO-Shape-Dropdown den Entropic Sequence Generator aus. Beide Methoden führen zum gleichen Ziel: Envelope B verwandelt sich vom LFO in den ESG und ist bereit, Zufallsspannungen zu liefern – je nach Vorliebe hardware- oder softwaregesteuert.
Rise, Fall, Shape: Die Kernregler des ESG
Der ESG wird von drei Hauptreglern gesteuert: Rise, Fall und Shape. Der Rise-Parameter bestimmt im Free-Mode die Geschwindigkeit der Sequenz, also wie schnell die Schritte durchlaufen werden. Im Sync-Mode wirkt Rise als Clock-Divider oder -Multiplier und reagiert auf externe Clock-Signale am Gate-Sync-Eingang. Der Push-Gate kann zudem als Tap-Tempo dienen und gibt zusätzliche Flexibilität bei der Steuerung des Ablaufs.
Fall wiederum legt die Länge der Sequenz fest – von einem einzelnen Schritt bis hin zu einem kompletten 16-Step-Zyklus. Damit sind sowohl minimalistische, stotternde Muster als auch komplexe, sich entwickelnde Sequenzen möglich. Die Shape-Regelung ist das eigentliche Highlight: Sie bestimmt die Wahrscheinlichkeit, mit der jeder Schritt bei jedem Durchlauf einen neuen Spannungswert erhält. Bei 0 % bleibt die Sequenz identisch, mit steigender Shape-Rate verändern sich immer mehr Schritte, und bei 100 % herrscht völliger Zufall. Dieses Regler-Trio macht den ESG zu einem vielseitigen Werkzeug für subtile Modulationen wie auch für wilde generative Experimente.

"Shape steuert die Wahrscheinlichkeit der Neugenerierung pro Schritt und kann zwischen 0 und 100 % eingestellt werden."
("Shape controls the per step regeneration probability and can be set between 0 and 100%.")© Screenshot/Zitat: Intellijel (YouTube)
Kreative Modulation und Patch-Potenzial
Intellijel belässt es nicht bei den Grundlagen – Matt zeigt, wie sich die ESG-Parameter auch modulieren lassen, um noch komplexeres Verhalten zu erzeugen. Durch das Patchen von LFO-Ausgängen auf die Modulationseingänge von Rise, Fall und Shape kann man Geschwindigkeit, Länge und Zufälligkeit der Sequenz in Echtzeit verändern. Das eröffnet eine Welt sich entwickelnder, selbstgenerierender Muster, die von dezent bis chaotisch reichen können.
Der ESG-Ausgang ist dabei keineswegs auf Pitch-Sequenzen beschränkt. Er kann zur Modulation von Filtern, klanglichen Parametern oder jedem beliebigen CV-Ziel im Cascadia genutzt werden und ist somit eine flexible Quelle für unvorhersehbare Bewegungen. Egal ob subtile Variationen oder generatives Chaos – durch die Integration in Cascadias Patchbay wird der ESG schnell zum Herzstück modularer Klangforschung.
Mut zum Zufall: Redaktioneller Anstoß

"Werdet zufällig. Werdet weird. Probiert den Entropic Sequence Generator auf dem Cascadia aus und schaut, was ihr damit anstellt."
("Get random. Get weird. Try out the Entropic Sequence Generator on Cascadia and see what you come up with.")© Screenshot/Zitat: Intellijel (YouTube)
Matt schließt mit der Ermutigung, den ESG auszuprobieren und dessen Fähigkeit zu nutzen, endlos zu laufen und zwischen Ordnung und Chaos zu changieren. Das Feature richtet sich klar an alle, die ihr Modularsystem gern in neue Gefilde führen und Zufall als kreatives Werkzeug begreifen.
Für alle Cascadia-Besitzer ist der ESG ein verstecktes Juwel, das Neugier und Experimentierfreude belohnt – und das Spannungsströme so richtig schön aus der Bahn wirft.
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