Molten Music Technology, angeführt von Robin Vincent, nimmt kein Blatt vor den Mund beim Test des AJH Synth Gemini 2412. Zwei SEM-inspirierte Filter, eine Feedback-Schaltung, die dir das Gesicht wegschmilzt, und genug Modulationsmöglichkeiten, um selbst abgebrühte Modular-Fans bei Laune zu halten. Robin nimmt das massive Panel auseinander, benennt die Macken und zeigt, wie der Gemini sowohl Vintage- als auch moderne Sounds abliefert. Wer Filter mag, die smooth, aber nicht zahm sind, bekommt hier Schönheit und Biest in einem. Ob das Teil den Platz im Rack wert ist – oder doch nur ein edler Briefbeschwerer bleibt?

14. Oktober 2026
SPARKY
Molten Music Technology grillt den AJH Gemini 2412: Doppel-SEM-Filter im Härtetest
AJH Synth Gemini 2412, Bart Instruments Bond Oscillator, Batumi
Doppelpack: SEM-Style Filter mal zwei
Der Gemini 2412 von AJH Synth ist alles andere als schüchtern – ein massiver Doppel-SEM-Filter, der dir zwei unabhängige 12dB State-Variable-Filter zum Austoben gibt. Robin Vincent von Molten Music Technology hebt sofort das luxuriöse, massive Feeling hervor und die Flexibilität, die Filter einzeln oder im Kaskadenmodus zu betreiben. Du kannst getrennte Signale durch jeden Filter schicken, sie parallel für Stereo-Spielereien nutzen oder in Serie schalten – als würdest du zwei Rave-Bunker zusammenschweißen, einfach weil’s geht.
Robin gibt zu, dass das Modul ordentlich Platz im Rack frisst, merkt aber an, dass zwei Filter in einem oft effizienter sind, als man denkt. Egal ob du Oszillatoren duellieren, das Stereofeld zerlegen oder dich im Kaskadenmodus verlieren willst – der Gemini ist bereit für den Kampf. Nichts für schwache Nerven oder kleine Racks, aber wenn du auf Vintage-Oberheim-Vibes mit moderner Modular-Flexibilität stehst, kommst du kaum dran vorbei.
Feedback-Wahnsinn: Resonanz bis zum Anschlag
Jetzt wird’s wild: Die Feedback-Schaltung des Gemini. Anders als klassische SEMs lässt sich hier die Resonanz so weit aufdrehen, dass der Filter zum selbstoszillierenden Sinusgenerator mutiert. Robins erste Begegnung mit dem Modul war verwirrend – er wollte seidige Resonanz, bekam aber einen kreischenden Oszillator. Überraschung! Das Feedback-Mod kommt ab Werk aktiviert (per Jumper auf der Rückseite) und ist komplett durchgeknallt, wenn es eingeschaltet ist.
Schaltest du die Feedback-Schaltung ab, kehrt das klassische, sanfte SEM-Verhalten zurück. Wer aber auf Wahnsinn steht, lässt sie an und hält sich gut fest. Der Haken? Du musst das Modul aus dem Rack ziehen, um die Jumper zu setzen – kein Schalter vorne, was echt nervt. Für alle, die gern am Limit leben, wird der Gemini so vom braven Filter zur wilden Lärmmaschine (Schraubenzieher nicht vergessen).

"Hier sind fantastisch überwältigende, absolut verrückte Feedback-Schaltungen eingebaut."
© Screenshot/Zitat: Moltenmusictech (YouTube)
Sanfte Moves: Modulation und Klangcharakter

"Ich hab da eine Sägezahn reingeschickt. Ich schätze, das drückt mehr in den Filter, vielleicht gibt’s dann mehr Verzerrung."
© Screenshot/Zitat: Moltenmusictech (YouTube)
Dieser Filter kann nicht nur brachial – er hat auch Stil. Robin zeigt, wie der Gemini klanglich ganz auf Oberheim-Smoothness setzt, mit einer Seidigkeit und Zurückhaltung, die man nicht faken kann. Trotz aller Modulationsmöglichkeiten – Hüllkurve, LFO, Sequencer-CV – bleibt der Grundsound immer edel. Es gibt Lowpass, Bandpass, Highpass und sogar einen variablen Modus, der stufenlos zwischen den Typen morpht – von Vintage-Wärme bis zu modernen, schimmernden Texturen.
Die Regler haben ordentlich Biss. Übersteuerst du den Input über 8, wird’s schön dreckig – perfekt für alle, die ihr Analog lieber schmutzig als brav mögen. Die Modulation ist flexibel, aber nicht überfordernd, du kannst abdrehen, ohne dich zu verlieren. Ob klassische Sweeps oder experimentelle Sounds – der Gemini bleibt immer charakterstark. Ein Filter mit Geschmack – und der nötigen Attitüde.
Hands-On: Doppel-Filter-Tricks und Modular-Chaos
Robin bleibt nicht bei der Theorie – er steckt die Patchkabel und zeigt, was der Gemini wirklich kann. Zwei Oszillatoren durch die beiden Filterseiten, Waveforms per CV mischen, das Modul lädt zu Stereo- und Serienfilter-Spielereien ein. Mixen, modulieren, invertieren zwischen den Kanälen – hier wird Modular richtig spaßig und ein bisschen chaotisch.
Aber: Plug-and-Play ist das nicht. Wer die Interaktion der beiden Filter – besonders im Kaskadenmodus – versteht, findet die Sweetspots für Stereo-Breite, Formantfilter und kreatives Signal-Gemetzel. Robin ist ehrlich: Die Lernkurve ist da. Wer die volle Madness und die Resonanz-Schreie hören will, muss das Video sehen. Worte reichen für einen echten Gemini-Jam nicht aus.

"Das Zusammenspiel der beiden Filter im Kaskadenmodus ist richtig cool."
© Screenshot/Zitat: Moltenmusictech (YouTube)
Fazit: Platzbedarf vs. Klanggewalt

"Ob zwei Filter wirklich nötig sind? Da bin ich mir selbst nicht sicher."
© Screenshot/Zitat: Moltenmusictech (YouTube)
Wo landet der Gemini 2412 im Modular-Dschungel? Robin nimmt kein Blatt vor den Mund: Das Teil ist groß, und das Doppel-Filter-Setup kann für Minimalisten zu viel sein. Aber wer Platz im Rack und Hunger auf Oberheim-Sounds mit modernem Twist hat, bekommt hier eine echte Klangwaffe. Die Feedback-Schaltung ist Segen und Fluch zugleich – genial für Experimentierer, nervig für alle, die einfach nur cremige Sweeps wollen.
Robins Urteil? Der Gemini 2412 ist ein Luxusfilter für Leute, die wissen, was sie wollen und keine Angst vor ein bisschen Chaos haben. Nicht für jeden, und ein Frontpanel-Schalter fürs Feedback wäre nett gewesen, aber Sound und Flexibilität sind unbestreitbar. Wer seidige Resonanz, Stereo-Tricks und die Option auf den totalen Toaster-Fight sucht, wird hier fündig. Nur Rack und Ohren sollten bereit sein.
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