Verbos Electronics meldet sich mit einem Deep-Dive zum Voltage Multistage 10 zurück – ihrem 10-Step-Sequencer, der von der unerwarteten Interaktion ungerader und gerader Sequenzlängen lebt. Im Video demonstriert das Berliner Team, wie kontrastierende Step-Zahlen einem Patch eine sich ständig entwickelnde rhythmische Komplexität verleihen, weit entfernt vom üblichen Vierviertel-Raster. Mit Fokus auf Modulation, Filterskulptur und geschichtete Steuerspannungen ist die Präsentation ein Fest für Patch-Bauer – sie zeigt nicht nur, was das Modul kann, sondern auch, wie es im echten Eurorack-Setup eingesetzt werden will. Wer statische Loops sucht, ist hier falsch: Es geht um organische, sich wandelnde Muster und die subtile Kunst der Spannungsregie.

27. Januar 2026
MILES
Odd over Even: Verbos Electronics erforscht den Voltage Multistage 10
Bark Filter, Complex Oscillator, Harmonic Oscillator, Multi-Delay, Voltage Multistage 10
Warum zehn Steps? Die Philosophie ungerader Sequenzen
Der Voltage Multistage 10 wird nicht einfach als Sequencer vorgestellt, sondern als bewusste Designentscheidung – zehn Steps, weder die klassischen acht noch saubere sechzehn. Verbos Electronics hebt hervor, wie diese ungerade Länge dazu gedacht ist, die starren, teilbaren Strukturen zu durchbrechen, die einen Großteil der elektronischen Musik prägen. Mit zehn Steps lädt das Modul dazu ein, Muster zu erzeugen, die sich nicht vorhersehbar wiederholen, und öffnet so die Tür für subtile rhythmische Entwicklungen.
Im Patch werden zwei Stimmen von separaten Sequenzen gesteuert, wobei die obere Reihe die Decay-Zeit und die untere Reihe den Filter-Cutoff moduliert. Das Video bereitet den Boden für die Erkundung, wie gerade und ungerade Sequenzlängen zusammen ein fruchtbares Feld für Mikrovariation und sich entwickelnde Texturen schaffen. Es ist eine klare Einladung, jenseits des Taktrasters zu denken und die Struktur des Sequencers als Motor musikalischer Unvorhersehbarkeit zu nutzen.

"Sequence of an odd length that contrasts with something that's divisible by 4, 8, 16, 32, which is the way that a lot of our music is organized."
© Screenshot/Zitat: Verboselectronicsgmbh (YouTube)
Phasing Patterns: Kontrastierende Sequenzen im Zusammenspiel

"The relationship is going to become offset in such a way that it repeats it takes a long time for them to actually get back to where they're repeating at the beginning again if that makes sense."
© Screenshot/Zitat: Verboselectronicsgmbh (YouTube)
Das Herzstück der Demonstration liegt im Zusammenspiel unterschiedlich langer Sequenzen – eine mit zehn, die andere mit sechzehn Steps. Durch das Synchronisieren der Clocks, aber das Versetzen der Step-Zahlen, zeigt Verbos Electronics, wie die entstehenden Muster auseinanderdriften und wieder zusammenfinden. So entsteht eine ständig wechselnde Beziehung zwischen den beiden Stimmen, deren Zyklen sich nur gelegentlich decken, bevor sie erneut auseinanderlaufen.
Der Effekt wird besonders deutlich, wenn beide Sequenzen gleich lang sind: Das Patch läuft vorhersehbar und gleichmäßig. Doch sobald eine Sequenz um einen Step verlängert wird, wird das Zusammenspiel deutlich komplexer. Das Video macht klar: Es geht darum, organische Variation zu erzeugen – das Phasing von ungeraden und geraden Sequenzen ist der Motor für sich entwickelnde, nicht-repetitive Grooves.
Decay und Filter modulieren: Texturen in Bewegung formen
Ein zentrales Feature des Patches ist die Modulation von Decay-Zeit und Filter-Cutoff über die Reihen des Sequencers. Die obere Reihe jeder Sequenz steuert das Decay der jeweiligen Stimme, während die untere Reihe den Filter-Cutoff formt. Dieser duale Modulationsansatz erlaubt eine feine Gestaltung von Hüllkurve und Klangfarbe jeder Stimme, wobei die Fader direkten Zugriff auf das Verhalten jedes Steps bieten.
Im Video wird gezeigt, wie diese Modulationen ineinandergreifen: Längere Decay-Zeiten auf bestimmten Steps schaffen Momente anhaltender Resonanz, während Filterveränderungen zusätzliche Bewegung bringen. Wichtig ist dabei der Hinweis, dass das Öffnen des Filters auf einem Step mit sehr kurzem Decay klanglich kaum auffällt – ein Reminder, wie eng Hüllkurven- und Filtermodulation für das Endergebnis zusammenhängen. Das Resultat: Ein Patch, das klanglich statisch, aber voller Mikrovariation ist.

"If you're opening the cut off on a step which has a really short decay, it's not going to be very obvious what the difference is."
© Screenshot/Zitat: Verboselectronicsgmbh (YouTube)
Jenseits des Rasters: Harmonic und Complex Oscillator im Einsatz

"At home a lot I would be using a MIDI to CV converter with an external sequencer connected to the volt per octave inputs."
© Screenshot/Zitat: Verboselectronicsgmbh (YouTube)
Die Demonstration schlägt den Bogen zum Sounddesign, indem sowohl Harmonic als auch Complex Oscillator ins Patch integriert werden. Der Harmonic Oscillator läuft durch den Bark Filter, während der Complex Oscillator einen direkteren Weg nimmt. Die Nutzung quantisierter Zufallsmodulation auf den Parametern Width und Center des Bark Filters bringt eine neue Ebene der Unvorhersehbarkeit: Mit jedem Puls entsteht ein neuer Wert, synchron zur Sequenz.
Weitere Komplexität kommt durch Audio-Rate-Modulation hinzu – Amplitudenmodulation am Complex Oscillator und Frequenzmodulation am Harmonic Oscillator – was Texturen von Bitcrush bis Dissonanz erzeugt. Im Video wird betont, dass keinerlei melodische Information im Patch steckt, was ihm einen dronigen, atonalen Charakter verleiht. Allerdings wird angemerkt, dass mit externem Sequencer und Volt-per-Oktave-Steuerung daraus schnell ein melodisch-harmonisches Setup werden könnte.
Geschichtete Modulation: Komplexität durch Steuerspannung
Im letzten Abschnitt wird das Potenzial geschichteter Modulation und komplexer CV-Interaktion ausgelotet. Durch das Stapeln von quantisierten Zufallswerten, unquantisierten Loop-Hüllkurven und sequenzgesteuertem CV entsteht ein dichtes, sich entwickelndes Klangbild. Die polyphone Hüllkurve wird genutzt, um die Tonhöhe der Oszillatoren zu sweepen und so Whoop-Effekte zu erzeugen, die absichtlich nicht mit den Hauptsequenzen synchron laufen – ein weiteres Maß an Unvorhersehbarkeit.
Mit einem Sequence Selector und zusätzlicher CV-Steuerung der VCAs wird die Dynamik weiter verfeinert, etwa indem das Volumen auf bestimmten Steps gehalten wird. Das Video unterstreicht, wie das Fundament unterschiedlich langer Sequenzen diese geschichtete Arbeitsweise trägt und Patches ermöglicht, die reich an Variation und immun gegen Wiederholung sind. Ein überzeugendes Plädoyer für die kreative Kraft des Voltage Multistage 10 als Rückgrat eines komplexen Modular-Setups.
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