Patchbay-Chaos: Espen Krafts MIDI- & Audio-Dschungel erklärt

Espen Kraft wirft uns kopfüber in den 80er-MIDI-Wahnsinn und zeigt sein labyrinthisches Patchbay-Setup. Das ist kein Studio-Rundgang für Golden Retriever. Hier geht’s um programmierbare Patchbays, Masterkeyboard-Dominanz, ADAT-Digitalmagie und einen Friedhof aus klassischen Samplern und dreckigen Synths – alles sofort einsatzbereit verkabelt. Wer echtes Workflow-Chaos gezähmt sehen will: Krafts Methode ist so oldschool wie kompromisslos effizient.

Patchbay-Power: Nichts für Zartbesaitete

Espen Kraft fackelt nicht lange – er stürzt sich direkt ins MIDI-Patchbay-Territorium, denn wer ein ernsthaftes 80er-Setup fährt, kommt mit simplen MIDI-Thru-Ketten nicht weit. Seine Patchbay ist kein Luxus, sondern Pflicht, wenn man Sampler, Module und genug Synths für einen Rave-Bunker bändigen will. Vergiss Kabelsalat – hier regiert kontrolliertes Chaos, damit jedes Gerät zu Wort kommt.

Das Beste: Maximale Flexibilität. Mehrere MIDI-Ins und -Outs erlauben Routing nach Lust und Laune, alles bequem am Frontpanel oder Display. Krafts Methode: Jedes Instrument lässt sich vom Masterkeyboard spielen, Sequencer oder DAW werden einfach eingebunden, und das lästige Herumkriechen hinter Racks entfällt. Keine Kabel mehr umstecken – Knopf drücken, loslegen.

Hinten an einer Patchbay gibt es viele MIDI-Ins und viele MIDI-Outs.

© Screenshot/Zitat: Espenkraft (YouTube)

Masterkeyboard: Der Traum jedes Kontrollfreaks

Such dir einen mit mindestens zwei MIDI-Outs, dann kannst du den zweiten Ausgang für Drum Machines nutzen und alles bleibt im Tempo…

© Screenshot/Zitat: Espenkraft (YouTube)

Mit allem verkabelt thront Krafts Juno 2 als Masterkeyboard über dem MIDI-Reich. Ein MIDI-Out, unzählige Möglichkeiten: Er kann alles triggern, vom JX-8P bis zu gestapelten Samplern, einfach per Kanalwahl und Routing. So sieht Workflow aus – kein Gefummel, einfach spielen.

Auch Sequencer und Drum Machines sind clever eingebunden, mit Daisy-Chaining statt Patchbay-Overkill. Wer diesen Weg gehen will, sollte auf Krafts Rat hören: Hardware-Sequencer mit mindestens zwei MIDI-Outs besorgen, für echtes Sync und Flexibilität. Und falls DAW-Steuerung gewünscht ist – einfach reinpatchen. Alles ist möglich: Jeder Synth, jedes Modul, nur einen MIDI-Schalter entfernt.

Digitales Routing: ADAT und der DAWless-Traum

Beim Audio wird’s digital: Kraft setzt auf ADAT HD24. Ein Yamaha-Digitalmixer dient als Submixer, bündelt Drum Machines und Sampler und schickt alles optisch in den ADAT-Recorder. Kein Computer nötig – echtes, oldschool DAWless-Multitracking. Wer den Bildschirm meiden und trotzdem tight bleiben will, ist hier richtig.

Drum Machines und Sequencer sind natürlich eingebunden, alles bleibt synchron und bereit. Manche Geräte laufen über die DAW für mehr Optionen, aber das Herzstück bleibt ein live-tauglicher, hardwarezentrierter Workflow. Kraft macht keine halben Sachen – hier wird echtes Gear in Echtzeit aufgenommen, ohne Kompromisse.

Mit dem HD24 kann ich komplett DAWless aufnehmen, wenn ich ein Multitrack ohne Computer machen will.

© Screenshot/Zitat: Espenkraft (YouTube)

Submixer & Patchbays: Audio-Katzen hüten

Das ist eine der fortschrittlichsten Patchbays für MIDI und Audio – einmal eingerichtet läuft alles perfekt und bleibt im Speicher.

© Screenshot/Zitat: Espenkraft (YouTube)

Der Signalfluss in Krafts Bunker ist so komplex, wie man es von jemandem erwartet, der Sampler wie Schallplatten sammelt. Das Yamaha 01V übernimmt das Hauptmischpult, Effekte wie Lexicon und Eventide werden per Knopfdruck geroutet. Kraft bleibt diesen Mixern treu – warum wechseln, wenn’s läuft?

Vom Yamaha geht’s weiter in einen Behringer-Analogmixer und schließlich ins DAW. Kraft nimmt meist nur ein Gerät gleichzeitig auf, außer bei Live-Performances. Fürs Sampling ist die Audio-Patchbay Gold wert: Jeder Sampler-Eingang ist angeschlossen, kein Herumkriechen mehr hinterm Rack. Routing läuft vorne, die Anatech SMP 16 speichert alles und hält den Workflow geschmeidig.

Vintage-Grit: Sampler & Synths mit Charakter

Krafts Soundarsenal hat Charakter: Der E-MAX 2 liefert Dreck und metallische Schärfe, S10, Akai S1000, ESI 4000 und Yamaha A3000 bringen jeweils ihren eigenen Schmutz und Tiefe. Der TX81Z sorgt für klassischen FM-Punch, Bit.01 und TX802 runden das Setup ab. Manche dieser Kisten sind echte Geheimtipps, aber hier stehen sie im Rampenlicht – und geben dem System seinen 80er-Biss. Den Unterschied hört man am besten im Video – Text kann das nicht einfangen.


Diesen Artikel gibt es auch auf Englisch. Du findest ihn hier: https://synthmagazine.com/patch-bay-mayhem-espen-krafts-midi-audio-jungle-explained/
Zum YouTube Video:


Zum YouTube Video: