Pittsburgh Modular Synthesizers sind bekannt für Eurorack-Module mit analogem Charakter und flexiblen Patchmöglichkeiten – das Voltage Lab 2 macht da keine Ausnahme. In diesem Video führt Starsky Carr ausführlich durch den Laboratory Oscillator 1, einen Wavefolding-Oszillator, der mit vielfältigen Modulations- und Klangformungsoptionen aufwartet. Es erwartet euch eine praxisnahe Erkundung von Wellenformen, Center Clipping und genau den Patchmöglichkeiten, die Modular-Fans zu noch mehr Patchkabeln greifen lassen. Wer wissen will, wie sich dieser Oszillator ins größere Modular-Setup einfügt oder was passiert, wenn man Random-Mode und externe Signale ins Spiel bringt, sollte hier unbedingt reinschauen.

25. Juni 2024
MILES
Pittsburgh Modular Synthesizers: Laboratory Oscillator 1 – Ein Deep Dive ins Voltage Lab 2
Laboratory Oscillator 1 entschlüsselt: Wavefolding im Zentrum
Der Laboratory Oscillator 1 des Voltage Lab 2 wird als zentrales Klangmodul vorgestellt und hebt sich mit seiner Wavefolding-Architektur sofort ab. Pittsburgh Modulars Vorliebe für organische, lebendige Analogklänge zeigt sich hier deutlich: Der Oszillator ist weit mehr als ein einfacher Tongenerator – er ist ein Spielplatz für komplexes Sounddesign. Das Video stellt gleich zu Beginn das Center Clipping heraus, das die Wellenform in positive und negative Bereiche aufteilt, die separat bearbeitet werden können.
Dieser Ansatz macht den Oszillator zu einem Werkzeug für gezielte Kontrolle über Obertöne und Dynamik. Die Center-Clipping- und Wavefolding-Schaltungen laden zum Experimentieren ein und lassen den Oszillator eher wie einen lebendigen Bestandteil des Patches wirken als wie eine statische Klangquelle. Wer gerne auf Spannungsebene Klang formt, wird hier bestens bedient.

"This has got center clipping which effectively splits the wave shapes into the positive and the negative portions and we can modulate those using these two knobs here."
© Screenshot/Zitat: Pittsburghmodular (YouTube)
Klangpalette: Von Sinus bis Random

"What this does, it creates the same harmonics as the square but in a different wave shape, that's foldable."
© Screenshot/Zitat: Pittsburghmodular (YouTube)
Laboratory Oscillator 1 bietet eine Auswahl klassischer und ungewöhnlicher Wellenformen: Sinus, Dreieck, Sägezahn und Puls sind direkt abrufbar, und das Video zeigt, wie diese Formen auf Folding und Clipping reagieren. Besonders spannend ist der Random-Mode, der intern getaktet wird und eine Portion Unberechenbarkeit ins Spiel bringt – perfekt für alle, die Modulation gerne etwas chaotischer mögen.
Der Warp-Mode verdient eine besondere Erwähnung: Er erzeugt Obertöne ähnlich einer Rechteckwelle, aber in einer Form, die sich besser falten lässt und so die typischen Einschränkungen beim Falten von Square- oder Sawtooth-Wellen umgeht. Das eröffnet neue klangliche Möglichkeiten und erlaubt es, sowohl vertraute als auch fremde Sounds aus dem Oszillator zu holen. Das Video macht deutlich: Jede Wellenform interagiert anders mit Folding und Clipping – ein weites Feld für Klangforschung.
Center Clipping & Modulation: Präzise Klangformung
Das Center Clipping ist ein echtes Highlight: Positive und negative Halbwellen lassen sich unabhängig voneinander modulieren. Das bleibt nicht nur ein optischer Effekt – klanglich reicht das Spektrum von subtilen Obertönverschiebungen bis zu drastischen Veränderungen, je nachdem, wie weit die Regler aufgedreht werden. Die AGC-Schaltung (Automatic Gain Control) gleicht dabei Pegelunterschiede aus und sorgt für einen konstanten Ausgangspegel – mit eigenem, charaktervollem Einschlag.
Weitere Klangmanipulationen sind mit Focus- und Offset-Reglern möglich, die jeweils ihren eigenen Charakter hinzufügen. Im Video wird gezeigt, dass diese Parameter spannungssteuerbar sind: Es gibt CV-Eingänge für Offset, Positive, Negative und Timbre. Laboratory Oscillator 1 ist also nicht nur für manuelle Eingriffe gedacht, sondern auch für dynamische Modulationen im Patch. Die teils unvorhersehbaren Ergebnisse, gerade bei Kombination verschiedener Wellenformen und Modulationsquellen, machen den Reiz aus.

"So keep the same shape. But increase the magnitude. So increase the volume of all the gain. And that's what we're getting here."
© Screenshot/Zitat: Pittsburghmodular (YouTube)
Externe Signale und Wavefolder: Das Klangarsenal erweitern

"The timbre in means we can bring any signal from anywhere and put it through the wave folder."
© Screenshot/Zitat: Pittsburghmodular (YouTube)
Ein herausragendes Merkmal des Laboratory Oscillator 1 ist, dass er externe Signale durch seinen Wavefolder schicken kann. Wer etwa das Signal eines zweiten Oszillators oder eines modulierten Pulses einspeist, erhält ein mächtiges Werkzeug zur Klangverformung und Hybridisierung. Im Video wird demonstriert, wie der Output von Oszillator 2 in den Timbre-Eingang von Oszillator 1 gepatcht und dann moduliert wird – für sich ständig verändernde, komplexe Timbres.
Mehrere Ausgänge stehen zur Verfügung, die verschiedene Signalstufen abgreifen: ein reiner Sinus, eine Seed-Wellenform (die zwischen Formen morpht, aber nicht gefaltet wird) und der AGC-Ausgang (inklusive aller positiven/negativen Manipulationen und AGC-Prozessierung). Dieses Multi-Output-Konzept erlaubt es, das Signal an unterschiedlichen Punkten abzugreifen, zu layern oder parallel zu verarbeiten. Ein modulares Design, das zu kreativen Patchideen und Integration ins restliche Voltage Lab 2 einlädt.
Von LFO bis Drone: Frequenzbereich & musikalische Rollen
Laboratory Oscillator 1 ist nicht auf Melodien beschränkt – der Frequenzbereich reicht problemlos bis in LFO-Gefilde für Modulationsaufgaben. Im Video wird gezeigt, wie der Oszillator MIDI-Noten ignorieren und als Drone oder komplexe LFO-Quelle dienen kann. Diese Vielseitigkeit ist ein Segen für alle, die ihre Oszillatoren gerne doppelt nutzen: als Klangquelle und als langsamen Modulator.
Feinabstimmung ist im Bereich von plus/minus sieben Halbtönen möglich, was sowohl präzise musikalische Intervalle als auch experimentelle Modulationen erlaubt. Die Kombination aus Waveshaping, Folding, Clipping und großem Frequenzumfang macht Laboratory Oscillator 1 zu einer Modulationszentrale und Klangquelle zugleich. Für Modular-Fans, die Vielseitigkeit und Tiefe schätzen, dürfte dieser Oszillator das Herzstück rhythmischer wie melodischer Experimente werden.
Zum YouTube Video:
Latest articles
Zum YouTube Video:
https://www.youtube.com/pittsburghmodular
Links von pittsburghmodular:
Werbung – Partnerlinks:
Bei einem Kauf über die folgenden Links erhalten wir ggf. eine Provision – ohne Mehrkosten für dich. Der Link führt zu einer Amazon-Stichwortsuche. Je nach Verfügbarkeit können andere Treffer angezeigt werden.
🔗 Preis auf Amazon prüfen