TAETRO nimmt den MVAVE FM-1 auseinander – ein winziger FM-Synth, der behauptet, klassische DX7-Sounds in deine Hand zu pressen. Denkst du, du kannst ihn ignorieren? Denk nochmal. Wir checken, ob diese Mini-Kiste ein geheimes Studio-Werkzeug oder nur ein weiterer Plastik-Poser ist. Erwarte scharfe Meinungen, schnelle Patch-Action und ein paar Überraschungen – das hier ist kein FM-Demo für Opa.

13. August 2026
SPARKY
TAETRO vs. Taschen-FM-Waffe: Der MVAVE FM-1 im Test
Kleine Kiste, große Ansagen
TAETRO kommt mit dem MVAVE FM-1 um die Ecke – ein Synth so winzig, dass du ihn in deiner Hoodie-Tasche verlieren könntest. Lass dich von der Größe nicht täuschen: Der FM-1 bringt ein ordentliches Display, einen eingebauten Speaker (ungefähr das, was man für den Preis erwartet) und überraschend viele Anschlüsse. USB-C regelt MIDI, Laden und Audio, dazu gibt’s Kopfhörerbuchse und 3,5mm-MIDI. Startet sogar schneller als ein Roland Aira – keine Zeit für Teepausen.
Konnektivität ist die geheime Waffe des FM-1. Anstöpseln, einschalten, loslegen. Klar, der Speaker gewinnt keinen HiFi-Preis, aber wir sind nicht für Audiophilen-Träume hier. Das Teil ist für schnelle Jams, spontane Ideen und Setups gebaut, wo Platz und Budget knapp sind.

"It's even smaller than a Roland Aira device, just by a bit, but don't underestimate it."
© Screenshot/Zitat: Taetro (YouTube)
Presets & Effekte: Das Gute, das Mittelmäßige und das Matschige

"It's really just the basics here. Don't expect anything too amazing when it comes to the quality of these effects."
© Screenshot/Zitat: Taetro (YouTube)
Durch die Presets scrollen bringt dir einen soliden Versuch klassischer FM-Klänge – manche knallen, manche nicht, aber genug, um dich zu beschäftigen. Editieren geht tief genug für FM-Nerds: sechs Operatoren, 32 Algorithmen, volle Parameterkontrolle für alle, die gerne Menüs durchforsten. Die Effekte sind basic, aber brauchbar: Reverb, Delay, Chorus, Phaser, Distortion und ein simpler Filter. Reihenfolge lässt sich ändern, aber erwarte kein Eventide-Feeling. Sie tun ihren Job, aber ersetzen keine Lieblingspedale.
Die eingebauten Tasten? Sagen wir mal: eher „Gimmick“ als „Performance“. Schwammiges Gummi, eng beieinander – wer keine Zahnstocherfinger hat, kommt ins Stolpern. Wer Würde will, steckt ein MIDI-Keyboard dran. Für schnelle Skizzen oder den Pub reicht’s aber.
Sequencer & Arp: Basic Beats, schnelle Updates
Der Arpeggiator des FM-1 ist so simpel wie möglich: Rate, Richtung, Gate, Swing, Random-Mode für ein bisschen Chaos. Der Sequencer war anfangs auch basic – 16 Steps, keine Pausen oder Bindungen, Pattern-Wechsel im Lauf unmöglich. Aber dann: Mitten im Test kam ein Firmware-Update, das lange Noten, Pattern-Chaining, Voice-per-Sequence und variable Step-Längen brachte. Für eine Budget-Kiste ein seltener Sieg.
Noch immer kein Elektron-Niveau, aber jetzt kannst du Patterns verketten, clever mit Längen spielen und sogar pro Pattern den Sound wechseln. Kein Echtzeit-Overdub, kein Songmode, aber für den Preis sind das echte Fortschritte. Wer auf Workflow steht, sollte weitere Updates im Auge behalten – der Toaster-Fight ist noch nicht vorbei.

"So if we start from pattern 10, it will immediately go to pattern 11."
© Screenshot/Zitat: Taetro (YouTube)
Bluetooth MIDI: Rave aus der Tasche, ganz ohne Kabel

"Meaning that even if I just have my iPhone and this synth, I've got a more complex sequencer right there and a great sounding FM synth, both of which like truly fit in my pocket."
© Screenshot/Zitat: Taetro (YouTube)
Hier zeigt der FM-1 Muskeln: Bluetooth MIDI. Kabel vergessen – iPhone oder iPad koppeln und plötzlich ist deine Tasche ein Rave-Bunker. Der FM-1 kann MIDI in und out, also kannst du ihn von Apps steuern oder selbst andere Geräte antriggern, wenn du Bock hast. Winziger Synth, großes Ökosystem.
Natürlich ist kein Gear perfekt. USB-Audio ist etwas seltsam – einstöpseln und der Speaker dudelt weiter, außer du nutzt den Kopfhörerausgang. Die Lautstärke regelt beide Ausgänge, was Kopfschütteln auslöst. Trotzdem: Bluetooth MIDI ist ein Killer-Feature für mobile Jams und Gadget-Taschen. Wer einen Synth sucht, der im Kabelsalat überlebt, ist hier richtig.
Finale Runde: Günstig, spaßig und überraschend nützlich
Machen wir uns nichts vor – das ist nicht die Wiedergeburt des DX7. Aber zu dem Preis ist der FM-1 schwer zu ignorieren. Er lädt klassische DX7 SysEx-Patches, du bekommst also sofort Zugang zu einer Schatzkiste an FM-Sounds, und er ist einfach genug für Einsteiger, ohne die Veteranen zu langweilen. Die matschigen Tasten und kleine Firmware-Macken sind Kompromisse, aber keine Showstopper. Der Akku hält eine ordentliche Session durch und die Konnektivität macht ihn zum Teamplayer in fast jedem Setup.
Wer tief ins Sounddesign will, kann das – oder einfach legendäre Patches laden und loslegen. Der FM-1 ersetzt keine Boutique-Kisten, aber schleicht sich in Gigs, Reisetaschen und späte Beat-Sessions. Für den Preis einer mittelguten Nacht bekommst du eine FM-Straßenwaffe im Taschenformat. Lohnt sich? Wenn du FM magst: absolut. Aber wie immer – check das Video für die Sounds. Nicht alles passt in Text.
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