The Unperson stürzt sich kopfüber in den Korg MicroKorg – ja, genau der Plastik-Fantast, der seit 2002 jedes Studio und Schlafzimmer heimsucht. Ist das nur Nostalgie, oder hat dieser virtuell-analoge Klassiker noch echte Zähne? Erwartet eine kompromisslose Analyse des Sound-Engines, der Modulations-Tricks und des berüchtigten Vocoders. Wer denkt, der MicroKorg sei nur ein Spielzeug, bekommt hier einen Realitätscheck. The Unperson geht direkt, ehrlich und angenehm frei von Hype an die Sache – genau das, was man braucht, wenn man sich fragt, ob dieser Winzling noch Zeit (und Regalplatz) wert ist.

23. Februar 2026
SPARKY
The Unperson vs. MicroKorg: Plastik-Legende oder Bedroom-Biest?
Plastikschale, Schwergewichtsschlag
Klartext: Der MicroKorg verkauft sich seit über zwanzig Jahren wie fragwürdige Rave-Tickets, aber viele Synth-Snobs tun ihn immer noch als Spielzeug ab. The Unperson sieht das anders. Günstig bei eBay geschnappt, fällt ihm sofort auf, wie ausgewogen und tief dieses kleine Teil eigentlich ist. Unter der Haube gibt’s vier Stimmen, zwei Oszillatoren pro Stimme, zwei LFOs, zwei Hüllkurven und ein paar Effekte – alles in einem Gehäuse, das aussieht, als gäbe es gratis Chips dazu.
Überraschend ist, wie flexibel der Sound-Engine ist. Klar, klassische Synth-Sounds sind im Handumdrehen gebaut, aber es gibt genug Weirdness und Tiefe, um selbst den abgebrühtesten Sounddesigner zu beschäftigen. The Unperson geht direkt ran: Initialisieren, schrauben, loslegen. Die Edit-Sektion wirkt erst einschüchternd, aber sobald man drin ist, läuft’s wie geschmiert. Lass dich nicht von der Größe täuschen – das Teil hat mehr Tricks als ein windiger Zauberer auf einer Lagerhallenparty.

"Ich muss zugeben, ich mag ihn wirklich, wirklich gern. Er hat einfach so ein ausgewogenes Feature-Set."
("I have to admit I really, really like it. It's just got such a well balanced feature set.")© Screenshot/Zitat: Theunperson (YouTube)
Vocoder, Arp & Mod-Matrix: Die Geheimwaffen

"Bei Digital gibt es tatsächlich 64 verschiedene Wellenformen zur Auswahl."
("For digital, we actually have 64 different waveforms to choose from.")© Screenshot/Zitat: Theunperson (YouTube)
The Unperson geht direkt ans Eingemachte: Oszillator eins ist vollgepackt mit Wellenformen – Sägezahn, Rechteck, Dreieck, Sinus, dazu Digital und Noise. Da steckt richtig Tiefe drin, mit Parametern, die weit über Brot-und-Butter-Sounds hinausgehen. Oszillator zwei ist simpler, bringt aber Ringmod und Sync ins Spiel – damit geht alles von klassischen Leads bis zum totalen Chaos.
Aber das eigentliche Highlight sind Modulation und Performance-Features. Der Arpeggiator ist tight und lässt sich für sofortigen Groove festhalten. Die Mod-Matrix bietet vier Slots, um LFOs, Hüllkurven, Velocity und mehr fast überallhin zu routen. The Unperson zeigt, wie einfach es ist, lebendige, animierte Sounds zu bauen – LFOs synchronisieren, Modulationen stapeln und den MicroKorg weit über seine Gewichtsklasse hinausboxen lassen. Und dann ist da noch der Vocoder: überraschend verständlich, sci-fi-mäßig und ein echtes Ass für alle, die Daft Punk-Vibes oder einfach nur abgefahrene Effekte wollen.
Sounddesign: Lob und Gemecker
Kommen wir zu den Effekten. Der MicroKorg hat Delay, Flanger, Chorus, Phaser und eine Verzerrung im Amp-Bereich versteckt. The Unperson feiert das Delay – besonders das Ping-Pong – für Stereo-Breite und rhythmische Würze. Flanger und Phaser können richtig abdrehen, perfekt wenn der Sound mal schmelzen soll.
Aber nicht alles ist Gold. Der Chorus ist, ehrlich gesagt, ziemlich mau – dünn und enttäuschend im Vergleich zum Rest. Die Verzerrung ist alles oder nichts, kein Mix, aber immerhin da, wenn’s mal dreckig werden soll. Insgesamt ist das Sounddesign-Potenzial riesig, aber nicht jeder Effekt knallt. Trotzdem: Für einen Synth in dieser Preisklasse hält der MicroKorg locker mit.

"Der Chorus ist ehrlich gesagt nicht so toll."
("The chorus is actually not that great.")© Screenshot/Zitat: Theunperson (YouTube)
Preset-Spielplatz: Von Klassikern bis Chaos

"Ich bin auch sehr überrascht, wie gut er klingt und wie artikuliert er sein kann."
("I'm also very surprised by how good it sounds also how articulate it can be.")© Screenshot/Zitat: Theunperson (YouTube)
Presets beim MicroKorg sind nicht nur Lückenfüller – sie zeigen, was der Synth wirklich kann. The Unperson haut eine Reihe eigener Kreationen raus, von fetten Pads und bissigen Leads bis zu komplett experimentellen Texturen. Ein echtes Demo-Feuerwerk, das die Bandbreite und Flexibilität des Synths zeigt.
Wer sofortige Befriedigung sucht, findet bei den Werkspresets und eigenen Sounds eine Goldgrube. Aber der eigentliche Spaß beginnt beim Schrauben und Verbiegen zu eigenen Monstern. Die Soundbeispiele im Video bringen das besser rüber als jede Review – wer hören will, wie das Teil wirklich abgeht, muss reinschauen. Glaubt mir, es lohnt sich.
Noch immer eine Straßenwaffe? Und wie.
Nach all dem Geschraube und Vocoder-Action ist The Unpersons Urteil klar: Der MicroKorg knallt immer noch. Tief, vielseitig und weit mehr als nur Nostalgie. Egal ob Bedroom-Producer oder Live-Performer – der Synth verdient seinen Platz im modernen Arsenal. Plastik egal – das ist eine Straßenwaffe, die nicht totzukriegen ist.
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