In dieser analytischen Betrachtung begleiten wir Hazel Mills beim Erstellen ausdrucksstarker Patches auf dem UDO Audio Super 8 und erleben den hybriden Charakter und die unmittelbare Modulationsfreude des Instruments. UDO Audio, bekannt für seine üppigen, FPGA-basierten Analog-Hybrid-Synths, bietet die Leinwand für Mills’ Performance-Video „SIGIL“. Das Video setzt nicht auf Preset-Surfing, sondern zeigt, wie Klänge von Grund auf entstehen – Oszillator für Oszillator, Hüllkurve für Hüllkurve – und hebt die Stärken des Super 8 in rhythmischen, perkussiven und getragenen Texturen hervor. Wer wissen will, wie die Architektur eines Synths reale Patches prägt, bekommt hier einen aufschlussreichen Einblick in Instrument und Arbeitsweise der Künstlerin.

3. Februar 2026
MILES
UDO Audio Super 8: Patchkunst und Performance mit Hazel Mills
Patch-Bau von Grund auf: SIGIL im Fokus
Hazel Mills eröffnet die Session und lädt die Zuschauer in ihren Patch-Bau-Prozess mit dem UDO Super 8 ein – hier geht es um praktische Klanggestaltung statt um das Durchklicken von Presets. Der Kontext: Ihr Performance-Video „SIGIL“, in dem diese Patches musikalisch zum Einsatz kommen. Mills skizziert ihren Ansatz: Sie baut drei verschiedene Performances, jeweils aus zwei Patches, mit dem Ziel, rhythmische und melodische Elemente zu verweben. Diese Struktur deutet schon an, wie flexibel der Super 8 im Split- und Layer-Modus agieren kann und wie er das Fundament einer kompletten Komposition bilden kann.
Von Anfang an macht Mills klar: Jeder Klang startet mit einem initialisierten Patch – keine Werksklänge, sondern rohe, selbst gestaltete Synthese. Das demonstriert nicht nur die Direktheit des Super 8, sondern zeigt auch, wie gut er sich für Nutzer eignet, die ihre Sounds gern von Grund auf formen. Im Fokus steht zunächst ein perkussives Fundament, das die Eignung des Synths als rhythmische wie auch als melodische Basis unterstreicht.

"All of these will start with a basic initialized patch, and I'll build it up from there."
© Screenshot/Zitat: Udo Audio (YouTube)
Vom leeren Patch zu perkussiv und getragen: Modulation in Aktion

"Now, we want to get away from it sounding like a pitched, melodic instrument."
© Screenshot/Zitat: Udo Audio (YouTube)
Der Patch-Bau beginnt mit zwei Rechteckwellen und einer kurzen, knackigen Hüllkurve – klassische Zutaten für einen perkussiven Klang. Mills nutzt den Arpeggiator für rhythmische Bewegung und entfernt sich dann gezielt vom klassischen Melodie-Instrument, indem sie Pitch und Filter mit Hüllkurve 1 moduliert. Das verändert nicht nur das Timbre, sondern bringt auch eine eigenwillige, weniger vorhersehbare Note ins Spiel und zeigt, wie vielseitig die Modulationsmöglichkeiten des Super 8 sind.
Dynamik kommt durch die Velocity-Steuerung der VCA und vollständiges Keytracking des Filters ins Spiel, sodass der Patch über die Tastatur hinweg ausdrucksstark reagiert. Cross-Modulation und Wellenform-Experimente folgen, Mills fügt Drive und Delay hinzu, um dem Klang Schmutz und räumliche Tiefe zu verleihen. Das Ergebnis ist ein perkussiver Patch, der alles andere als statisch ist – voller Bewegung und Variation, bereit, das rhythmische Rückgrat eines Tracks zu bilden.
Klangpalette erweitern: Wellenformen, Pitch-Tricks und Effekte
Im nächsten Schritt baut Mills einen getragenen Bass-Sound, wieder ausgehend von einem initialisierten Patch. Sie passt die Hüllkurve für etwas Release und einen langsamen Filter-Attack an, was dem Klang eine brassige, sich entwickelnde Qualität verleiht. Der zweite Oszillator sorgt für Wärme, Drive und Resonanz geben dem Sound zusätzliches Volumen. Stereobewegung entsteht durch Filtermodulation mit dem LFO – Mills nutzt gezielt die binaurale Architektur und Phasenverschiebung des Super 8 für eine breite, animierte Stereobühne.
Sie experimentiert mit Oszillator-Pitch-Relationen und Chorus und demonstriert dann die Wave-Morphing-Funktion – moduliert zwischen Sägezahn und Rechteck für wechselnde Klangfarben. Der Unisono-Modus sorgt für mehr Fülle und Präsenz, und der Patch wird als Teil einer Performance gespeichert. Effekte wie Chorus und Delay werden gezielt eingesetzt, um den Klang zu veredeln, ohne seinen Kern zu überdecken.

"The reason that gives it stereo movement is because of the binaural nature of the synth and you can kind of play on that with the phase of the LFO."
© Screenshot/Zitat: Udo Audio (YouTube)
Layer, Rhythmus und Dynamik: Performances bauen

"So moving on to the next performance and what I would like this to be is this kind of also rhythmic but pitched interaction between two sequences of different rhythms."
© Screenshot/Zitat: Udo Audio (YouTube)
Im Mittelpunkt steht nun der Performance-Aufbau: Mills layert Patches und legt Wert auf rhythmische Interaktion und dynamische Hüllkurvenformung. Sie konstruiert eine neue Performance mit zwei Sequenzen in unterschiedlichen Rhythmen, beginnend mit einem Sägezahn-Patch, der von Hüllkurve und Delay moduliert wird. Oktavsprünge und Keytracking bringen weitere Nuancen, während Hüllkurvenanpassungen Attack und Sustain für ausdrucksstarke Phrasierung formen.
Der zweite Patch der Performance läuft in anderem Tempo und mit anderem Timbre – diesmal mit Rechteckwellen und Noise-Elementen für mehr Vielfalt. Auch hier kommt Delay zum Einsatz, und Mills entscheidet sich für den Dual-Modus, um Akkorde statt Splits zu spielen. Das Ergebnis ist eine Performance, in der rhythmische und tonale Layer dynamisch interagieren und der Super 8 seine Stärke als vielseitiges, hands-on Performance-Instrument ausspielt.
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