UDO Audio Super 8: Thriller-Sounds zum Leben erweckt

31. Oktober 2025

MILES

UDO Audio Super 8: Thriller-Sounds zum Leben erweckt

Pünktlich zu Halloween lädt UDO Audio Hazel Mills ein, zwei der ikonischsten Synth-Sounds aus Michael Jacksons „Thriller“ auf dem Super 8 nachzubauen. Ganz im Sinne von UDOs spielerischer Philosophie geht es weniger um bloße Nachahmung, sondern vielmehr darum, das Sounddesign hinter den legendären Pads und Bässen zu verstehen. Von verstimmten Sägezähnen bis zu ausdrucksstarken Filterfahrten zeigt Hazel, wie der hybride Super 8 Vintage-Charakter mit moderner Flexibilität verbindet. Für Synth-Nerds und Patch-Fans ein spannender Einblick, wie klassische Klänge auf zeitgemäßer Hardware entstehen.

Halloween-Hommage: Thriller neu interpretiert auf dem Super 8

In der aktuellen Patchwork-Episode von UDO Audio nimmt Hazel Mills den Super 8 zur Hand und taucht passend zu Halloween in die geisterhafte Klangwelt von Michael Jacksons „Thriller“ ein. Anstatt das komplette Stück nachzubauen, konzentriert sie sich auf zwei zentrale Synth-Sounds: das breite Pad und den treibenden Bass. Dieser Ansatz passt perfekt zu UDOs Philosophie von Spielfreude und Direktheit und lädt dazu ein, die Architektur klassischer Pop-Klänge zu erforschen, statt einfach nur Presets zu kopieren.

This song is chock full of synth sounds so I'm not going to cover all of them but I have picked two that I think might go well together.

© Screenshot/Zitat: Udo Audio (YouTube)

Das Pad gestalten: Detune, Filter und Vintage-Flair

It's kind of like a Juno-y sound really. It might be a Juno.

© Screenshot/Zitat: Udo Audio (YouTube)

Hazel startet mit einem Init-Patch und erkennt schnell die Sägezahn-Basis des Pads – vermutlich zwei Oszillatoren, sanft gegeneinander verstimmt für mehr Breite. Der Filter-Cutoff des Super 8 wird zurückgenommen, um einen weicheren, zurückhaltenden Klang zu erzeugen, während eine Hüllkurve den Filter dezent öffnet und so die Bewegung des Originals nachbildet. Mit etwas Release klingt das Pad zudem natürlicher aus und vermeidet abrupte Enden.

Um den typischen „Juno“-Charakter zu treffen, fügt Hazel einen Chorus-Effekt hinzu, der Tiefe und Schimmer verleiht – ganz im Stil klassischer Roland-Schaltungen. Die Oszillatoren werden weiter verstimmt, um die Eigenheiten alter Analoggeräte zu simulieren, und eine Prise Pitch-Modulation sorgt für die nötige Instabilität und Vintage-Patina. Die Resonanz bleibt minimal, und etwas Bass wird herausgenommen, damit das Pad nicht im Mix wummert.

Der Bass: Hüllkurven-Punch und Filter-Charakter

Beim Bass beginnt Hazel erneut von vorn und entscheidet sich für eine Sägezahn-Welle – diesmal vermutlich nur ein Oszillator, eventuell mit einer Oktave für mehr Fundament. Der Filter ist deutlich weiter geschlossen als beim Pad, der Sound kurz und prägnant, wobei die Hüllkurve den Filter schnell öffnet und wieder schließt. So entsteht der perkussive, antreibende Charakter, der in „Thriller“ das Fundament bildet.

Die Resonanz wird nur so weit angehoben, dass der Bass etwas Biss bekommt, ohne zu spitz zu wirken. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen der Öffnung durch die Hüllkurve und der Grundstellung des Filters – ein feines Zusammenspiel, das den Charakter des Basses prägt. Hazel zeigt, wie Timing und Filtereinstellungen im Super 8 entscheidend für den authentischen Vibe sind – und das alles mit direkter, haptischer Kontrolle.

It's getting the balance between how much the envelope is opening the filter and how much the filter is open in the first place.

© Screenshot/Zitat: Udo Audio (YouTube)

Performance-Tools: Ausdruck per Pedal und dynamische Songstruktur

I've set it to open the filter a little bit because I think the verse is more closed and it opens up more for the chorus.

© Screenshot/Zitat: Udo Audio (YouTube)

Um zwischen Songteilen mehr Dynamik zu schaffen, schließt Hazel ein Expression-Pedal an und weist es dem Filter zu. So kann sie den Filter im Chorus manuell öffnen und dem Pad mehr Präsenz verleihen, während es in der Strophe zurückhaltender bleibt. Ein einfacher, aber wirkungsvoller Trick, um Performance-Nuancen einzubringen – oft unterschätzt bei statischen Nachbauten.

Hazel betont, dass das Pad zwar nicht der Hauptsynth im Chorus ist, aber durch das Öffnen des Filters die Arrangements unterstützt. Die Verbindung aus Super 8-Bedienoberfläche und externem Pedal steht exemplarisch für UDOs Anspruch an Spielfreude und ausdrucksstarkes Sounddesign.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/udo-audios-super-8-synthesising-thrillers-spirit-for-halloween/
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