Im neuesten Deep Dive von WaldorfMusicChannel steht der PROTEIN im Mittelpunkt – ein polyphoner Wavetable-Synthesizer, der die rohe digitale DNA des originalen Microwave mit einem workflow-orientierten Design von heute verbindet. CTO Rolf Wöhrmann führt durch das Herzstück des Instruments: acht Stimmen, vier Layer und ein Sound-Engine, die kompromisslos digital ist – inklusive 8-Bit-ASIC-Oszillatoren und allen klassischen Wavetables. Dieses Video ist kein reiner Nostalgietrip, sondern eine technische Erkundung, wie PROTEINs Architektur, Modulation und Performance-Tools für moderne Produzenten entwickelt wurden. Wer wissen will, wie Waldorf sein Erbe in ein modernes, erschwingliches Paket übersetzt, sollte dieses Tutorial nicht verpassen.

28. November 2025
LYRA
WaldorfMusicChannel und PROTEIN: Digitale DNA, moderner Workflow
Digitale Wurzeln, modernes Gewand
PROTEIN wird als Waldorfs neuer polyphoner Wavetable-Synthesizer vorgestellt, der sowohl erschwinglich als auch tief in der digitalen Tradition des Unternehmens verwurzelt ist. Das Instrument bietet acht Stimmen und vier Layer – eine Konfiguration, die sofort als vielseitige, multitimbrale Kraftmaschine auffällt. CTO Rolf Wöhrmann betont, dass das Design zwar neu ist, der Klangcharakter aber eine direkte Hommage an den originalen Microwave darstellt – inklusive der charakteristischen 8-Bit-ASIC-Oszillatoren und klassischen PPG- und Microwave-Wavetables.
Auffällig ist die Liebe zum Detail: Die Oszillatoren laufen mit der originalen 250-kHz-Samplerate und fangen so das Aliasing und die Quantisierung ein, die den aggressiven, obertonreichen Sound des Microwave prägten. Waldorf hat sogar die ursprünglichen DACs und den speziellen Rauschgenerator modelliert, um die digitalen Artefakte und Eigenheiten zu erhalten. Hier geht es nicht um Retro-Branding – der PROTEIN liefert gezielt die rohe, digitale Schärfe, die den Microwave zum Techno- und Hardbass-Klassiker der 90er machte, jetzt aber im kompakten, modernen Format.

"Wir betreiben diese Oszillatoren mit der originalen 250-kHz-Samplerate, um all die schönen Dynamiken, das Aliasing und die 8-Bit-Quantisierung des Originals zu erhalten."
("We are running those oscillators in 250 kHz original sample rate to get all the beautiful dynamics, aliasing and 8-bit quantization of the original.")© Screenshot/Zitat: Waldorfmusicchannel (YouTube)
Oszillatoren, Filter und Drive: Digitale Klangwaffen

"Das ist ein Drive innerhalb der Stimme. Das heißt, wenn ich einen Akkord spiele, bekomme ich nicht die typische fuzzy Verzerrung."
("That's a drive within the voice. Meaning if I'm playing a chord, I don't get the typical fuzzy distortion.")© Screenshot/Zitat: Waldorfmusicchannel (YouTube)
Das Herzstück des PROTEIN-Sound-Engines sind die beiden ASCI-Oszillatoren, von denen jeder eine eigene Wavetable laden kann – eine bemerkenswerte Weiterentwicklung gegenüber der Architektur des originalen Microwave. Nutzer haben Zugriff auf die komplette Bibliothek klassischer PPG- und Microwave-Wavetables. Im Video wird demonstriert, wie sich diese Oszillatoren über die Oktaven hinweg verhalten und dabei das typische digitale Quantisierungs- und Aliasing-Verhalten zeigen. Die Möglichkeit, für jeden Oszillator unterschiedliche Wavetables zu wählen, eröffnet neue Wege für komplexe, geschichtete Klangfarben.
Jenseits der Oszillatoren bietet PROTEIN eine rein digitale Filtersektion – im Gegensatz zu den analogen Filtern des Vorbilds. Es stehen Tief- und Hochpass-Modi zur Verfügung, dazu Drive auf Voice- und Master-Ebene. Die Drive-Implementierung ist besonders differenziert: Pro-Voice-Drive sorgt für subtile klangliche Färbung ohne das übliche „Fuzz“ von globaler Verzerrung, während der Master-Drive-Effekt aggressivere, akkordbasierte Sättigung liefert. Der Rauschgenerator kann mehr als nur weißes Rauschen – er bietet Klicks, Geiger, Crackle und Burst, alles durch Effekte und Filter routbar und so für zusätzliche klangliche Akzente nutzbar.
Performance-Tools: Arpeggiator und Step-Sequencer
Der kreative Workflow des PROTEIN wird durch einen vielseitigen Arpeggiator und einen 32-Step-Sequencer ergänzt – beide stammen aus Waldorfs Quantum- und Iridium-Flaggschiffen. Der Arpeggiator bietet zahlreiche rhythmische Patterns und Parameter, was ihn zu einem flexiblen Werkzeug für Live-Performance oder generative Komposition macht. Im Video wird gezeigt, wie sich damit mit minimalem Menüaufwand komplexe, sich entwickelnde Texturen erzeugen lassen.
Auch der Sequencer ist flexibel: Step-Recording und patternbasierte Rhythmusprogrammierung werden unterstützt. Besonders hervorzuheben ist das skalengebundene Sequencing: Sequenzen können auf bestimmte Skalen beschränkt werden, sodass auch beim chromatischen Transponieren die Melodik erhalten bleibt. In Kombination mit temposynchronem Delay und anderen Effekten entstehen so vielschichtige Performances, die weit über das klassische Step-Sequencing hinausgehen.

"Im normalen Modus würde jede Taste, die Sie drücken, Ihre Sequenz chromatisch transponieren. Aber sie kann auf ein Raster eingerastet werden."
("In the normal mode, whatever key you press would chromatically transpose your sequence. But it can be snapped to a grid.")© Screenshot/Zitat: Waldorfmusicchannel (YouTube)
Layer, Modulation und MIDI-Integration

"Es gibt einen weiteren Modus namens MIDI-Split, weil manche Leute verschiedene Klangfarben von verschiedenen MIDI-Kanälen spielen wollen, die vom Sequencer oder anderen Controllern kommen oder was auch immer."
("There's another mode called midi split because some people want to play different timbres from different midi channels running from the sequencer or different controllers or whatever.")© Screenshot/Zitat: Waldorfmusicchannel (YouTube)
Die Architektur des PROTEIN unterstützt vier unabhängige Layer, von denen jeder einen eigenen Sound und eigene Effekt-Routings beherbergen kann. Dieser Multi-Layer-Ansatz wird als moderne Alternative zu immer komplexeren Voice-Architekturen präsentiert. Anstatt immer mehr Oszillatoren und Filter in eine Stimme zu packen, setzt PROTEIN auf das Stapeln einfacher Stimmen für komplexe Klänge – mit Round Robin, Random und MIDI-Split-Modi, um Klangfarben über die Tastatur oder verschiedene MIDI-Kanäle zu verteilen.
Die Modulationsmatrix bietet acht Slots, mit drei Hüllkurven und zwei LFOs als Quellen. Die Modulationszuweisungen sind unkompliziert, und die Matrix unterstützt zahlreiche Quellen – darunter Random, Release Velocity und zuweisbare MIDI-CCs. Die MIDI-Integration ist umfassend: PROTEIN unterstützt MPE, polyphonen Aftertouch und vollständiges MIDI-CC-Learn, womit er sich gleichermaßen für DAW-basierte, Hardware- oder hybride Setups eignet. Firmware-Updates werden als schnell und unkompliziert beschrieben – ein klarer Pluspunkt für den modernen Studioalltag.
Effekte, Presets und sofortige Spielfreude
Die Effektsektion bietet zwei Slots mit Algorithmen aus Quantum und Iridium: Chorus, Flanger, Phaser, Tremolo, Drive, Multiband-EQ, Delay und Reverb. Zwar ist die Anzahl der Slots gegenüber den Flaggschiffen reduziert, doch die Parametertiefe bleibt erhalten und ermöglicht detailliertes Sounddesign. Jeder Layer kann individuell auf einen der Effekte oder ganz ohne Effekt geroutet werden – das sorgt für flexible Signalwege.
Das Preset-Management ist auf Sofortzugriff ausgelegt: PROTEIN wird mit über 200 Factory-Presets (von 250 verfügbaren Speicherplätzen) ausgeliefert, die alle überschrieben oder als Ausgangspunkt genutzt werden können. Presets lassen sich kategorisieren, filtern und via MIDI SysEx importieren/exportieren. Dieser Fokus auf schnellen Zugriff und Anpassbarkeit ermöglicht es, direkt ins Sounddesign oder den Live-Einsatz einzusteigen, ohne sich durch tiefe Menüs kämpfen zu müssen – ein klarer Vorteil für Studio und Bühne.
Zum YouTube Video:
Latest articles
Zum YouTube Video:
https://www.youtube.com/WaldorfMusicChannel
Links von WaldorfMusicChannel:
Werbung – Partnerlinks:
Bei einem Kauf über die folgenden Links erhalten wir ggf. eine Provision – ohne Mehrkosten für dich. Der Link führt zu einer Amazon-Stichwortsuche. Je nach Verfügbarkeit können andere Treffer angezeigt werden.
🔗 Preis auf Amazon prüfen