Westküsten-Chaos: The Unperson lässt Eurorack voll auf Buchla los

Schon mal gefragt, ob Eurorack einen echten Westküsten-Trip hinlegen kann? The Unperson stürzt sich kopfüber in die Welt der Wavefolder, Low Pass Gates und Function Generatoren—Filter-Fans bleiben diesmal außen vor. Mit einem von Grund auf gebauten Rack und einer Ladung Make Noise-Module gibt’s hier einen Crashkurs im Buchla-inspirierten Wahnsinn, direkt aus dem Rave-Bunker. Erwartet Modulationswahnsinn, komplexe Oszillatoren im Limbo und ein Abschluss-Jam, der eure East-Coast-Kiste zum Weinen bringt. Wer Synthese schräg, wackelig und wild mag, bekommt hier das volle Brett.

Bau des Westküsten-Bunkers

The Unperson startet mit einer flotten Geschichtsstunde: Moog an der Ostküste, Buchla an der Westküste – zwei Synth-Philosophien, die bis heute durch unsere Patchkabel rauschen. Statt klassischem Filter-Subtraktiv-Kram geht’s hier um die geheimnisvolle Welt der Westküsten-Synthese: Modulation, Waveshaping und komplexe Oszillatoren. Der Plan? Ein Rack von Grund auf bauen und testen, ob Eurorack wirklich den Buchla-Vibe liefern kann.

Das Rack wird schnörkellos vorgestellt. Links wohnt die Modulation mit Sequencern, LFOs und Function Generatoren. Im Zentrum thront der Make Noise DPO als Hauptklangquelle, flankiert von VCAs, Low Pass Gates und ein paar Effekten am Ende der Kette. The Unperson bleibt direkt und praxisnah, verspricht Patchen, Tweaken und – am wichtigsten – ordentlich Krach. Wer endlose Theorie sucht, ist hier falsch; hier wird gemacht, nicht gelabert.

Also dachte ich, ich stelle ein Westküsten-inspiriertes Rack zusammen, um Westküsten-Synthese zu erforschen, was ich zugegebenermaßen immer…

© Screenshot/Zitat: Theunperson (YouTube)

Oszillator-Chaos und Wavefolding-Wunder

Meine Klangquelle im Rack ist das Make Noise DPO, das ist ein neues Modul für mich. Ich habe es noch nicht lange und lerne seinen Charakter…

© Screenshot/Zitat: Theunperson (YouTube)

Komplexe Oszillatoren sind das Herz der Westküsten-Synthese, und der DPO liefert ab. Zwei Oszillatoren, die sich gegenseitig ins Nirvana modulieren – hier wird’s schnell wild. The Unperson zeigt, wie Crossmodulation und Feedback aus simplen Sinuswellen fiese, unvorhersehbare Wellenformen zaubern – genau das Zeug, das man als klangliche Straßenwaffe im Rack haben will.

Richtig magisch wird’s mit dem Wavefolder. Der DPO hat am Ausgang eine eingebaute Wavefolding-Schaltung, die dem Sound das unverkennbare Westküsten-Aroma verpasst. Aufdrehen, und es hagelt Obertöne und Texturen, dass Don Buchla im Grab tanzen würde. Das ist weder brav noch sauber – und garantiert nie langweilig. Wer hören will, was das Biest wirklich kann, muss die Sounddemos im Video checken – Worte reichen hier nicht.

Maths, Mod Demix und das Westküsten-Arsenal

Ohne Modulations-Power kein Westküsten-Rig, und The Unperson liefert. Maths steht als Function Generator im Mittelpunkt, bietet zyklische Hüllkurven, rhythmische Verrücktheiten und genug Patch-Möglichkeiten für schlaflose Nächte. ADSR war gestern – hier regieren Rise und Fall, und das Ergebnis ist alles außer vorhersehbar.

Dazu mischt das Tango Quartet als Quad-VCA die Signale, während der Make Noise Mod Demix klassische Ringmod-Töne und Mad-Scientist-Vibes bringt. Das LxD Low Pass Gate rundet das Arsenal ab und verbindet VCA und Filter im echten Buchla-Stil. The Unperson bleibt spielerisch und experimentell, zeigt, wie die Module zusammenarbeiten und organisch-evolving Sounds entstehen. Wer wissen will, wie tief das Kaninchenloch wirklich ist, muss das Patchen im Video erleben.

Man hört diesen richtig schönen Charakter, der von den Vactrols im Low Pass Gate kommt.

© Screenshot/Zitat: Theunperson (YouTube)

Patchen von Null: Experimentelle Sound-Safari

Jetzt wird’s richtig experimentell. The Unperson patcht das Rack von Grund auf, synchronisiert Sequencer, splittet Signale und schichtet Modulation wie ein Koch im Klanglabor. Alles ist hands-on und explorativ, jeder Dreh bringt neue Texturen und Rhythmen. Wavefolded Outputs, FM und Strike-Inputs werden durchgejagt und treiben das System in unberechenbare, inspirierende Gefilde.

Das Montage-Segment ist ein Highlight – eine ausgedehnte Reise durch die schrägen und genialen Sounds, die dieses Setup ausspuckt. Von perkussiven Blips bis zu dronigen Harmonien ist alles dabei. The Unperson verrät nicht jedes Detail, also wer den vollen Geschmack dieser experimentellen Patches will, muss das Video sehen. Glaubt mir, eure Lautsprecher werden es euch danken.


Final Jam: Das Westküsten-Urteil

Es ist eine wirklich spaßige und ganz andere Art, mit Synthese zu arbeiten, und es macht richtig Freude.

© Screenshot/Zitat: Theunperson (YouTube)

Am Ende läuft alles in einem Jam zusammen, der Flexibilität und Charakter des Racks zeigt. Oszillatoren dröhnen, Maths läuft im Zyklus, das LxD bringt mit seinen zwei Kanälen subtile Resonanzen – das Ergebnis ist hypnotisch und roh. FM-Farben wechseln mit jeder Note, Hüllkurven modulieren den Fold, und das Ganze trieft nur so vor Westküsten-Attitüde. Das Fazit? Eurorack kann definitiv Westküste – wenn man bereit ist, sich die Hände schmutzig zu machen und das Chaos zu lieben.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/west-coast-mayhem-the-unpersons-eurorack-goes-full-buchla/
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