Woody Piano Shack und der Minilogue: Vier Stimmen, viele Fragen

2. Februar 2026

SPARKY

Woody Piano Shack und der Minilogue: Vier Stimmen, viele Fragen

Woody Piano Shack nimmt den KORG Minilogue auseinander – den Synth, der seit fast einem Jahrzehnt das Budget-Analog-Lager spaltet. Ist er 2026 noch sein Geld wert oder ist vierstimmige Polyphonie nur ein schlechter Witz im Zeitalter digitaler Übermacht? Mit gewohnt ehrlicher und leicht sarkastischer Art zeigt Woody, was knallt, was nervt und warum dieses Teil vielleicht doch noch einen Platz im Studio verdient – wenn man mit seinen Macken leben kann. Schnapp dir einen Tee, denn hier wird nichts beschönigt.

Budget-Kracher oder Analog-Relikt?

Woody Piano Shack kommt direkt zur Sache: Der Minilogue ist ein günstiger analoger Polysynth, der seit fast zehn Jahren auf dem Markt herumgeistert. Vergiss tiefe Tutorials – Woody interessiert, ob das Teil Spaß macht und was fürs Geld bietet, nicht die Datenblatt-Orgie. Die analogen Oszillatoren und Filter sind echt, auch wenn die Hüllkurven ein kleines Rätsel bleiben.

Für rund 500 Dollar bekommt man einen Synth, der zugänglicher ist als die meisten Boutique-Analogen, für die man sonst das Haus verpfänden müsste. Woody sagt klar, dass er sein Gerät neu gekauft hat, und ordnet den Minilogue als budgetfreundliche Option ein. Wer klassische Analog-Vibes will, ohne Omas Erbe zu verscherbeln, ist hier noch im Rennen.


Plastik trifft Metall – und das fühlt sich gut an

Der Minilogue ist ein Hybrid: Unten und hinten Plastik, oben ein schicker Aluminium-Panel, das sich verdammt gut anfühlt. Woody feiert das haptische Erlebnis: Regler, Schalter und sogar die Mini-Tasten wirken für den Preis erstaunlich hochwertig.

Aftertouch gibt’s nicht, aber die anschlagdynamischen Mini-Tasten bekommen ein Lob für ihre Qualität. Lass dich vom Plastik nicht täuschen – das Teil fühlt sich wie ein echtes Instrument an, nicht wie Spielzeug.

Es fühlt sich absolut großartig an.

© Screenshot/Zitat: Woodypianoshack (YouTube)

Vier Stimmen – Akkordfrust garantiert

Vierstimmige Akkorde gehen, aber fünf nicht.

© Screenshot/Zitat: Woodypianoshack (YouTube)

Hier fängt der Minilogue an zu schwächeln: Vierstimmige Polyphonie. Woody demonstriert den Frust – spiel einen Fünfklang und die Noten verabschieden sich wie bei einer Techno-Party um vier Uhr morgens. Für einfache Dreiklänge und Bass reicht’s, aber wer es üppig mag, wird enttäuscht.

Woody nimmt kein Blatt vor den Mund: Für Spieler, die Pads oder große Akkorde wollen, sind vier Stimmen einfach zu wenig. Für ihn ein echter Dealbreaker – da nimmt er lieber einen digitalen Synth mit mehr Stimmen als analoge Limitierungen. Die Voice-Modes und Unisono-Tricks machen Spaß, lösen das Grundproblem aber nicht – der Minilogue kommt bei Akkordarbeit schnell an seine Grenzen.

Regler-Paradies, Display-Hölle

Trotz aller Schwächen punktet der Minilogue mit einer Bedienoberfläche, die Soundbastler glücklich macht. Woody liebt den direkten Zugriff auf Oszillatoren, Filter, Hüllkurven und vor allem den fetten Filter-Regler. Das Shape-Feature der Oszillatoren ist ein Highlight und erlaubt Wellenform-Morphing in Echtzeit – Chaos garantiert.

Aber nicht alles glänzt: Das winzige Display und fehlende Markierungen an den Reglern nerven, besonders im Dunkeln. Trotzdem sorgen das analoge Delay und der Step-Sequencer für ordentlich Spaß, vor allem wenn man gerne an den Knöpfen schraubt. Wer die echten Klang-Highlights erleben will, sollte sich Woodys Demo-Jams im Video anschauen – Worte reichen für das Squelch nicht aus.


Vintage-Flair, moderne Enttäuschung

Woody setzt die Polyphonie des Minilogue gnadenlos in den Kontext: Synths wie der Juno 6 oder Prophet 5 hatten schon in den 80ern mehr Stimmen als dieses angebliche Modern-Wunder. Er versteht nicht, warum wir heute mit weniger auskommen müssen und gibt Korg dafür einen Seitenhieb.

Für Woody hätte der Minilogue mit sechs oder acht Stimmen ein Traum-Synth sein können. So bleibt er ein etwas kastriertes Straßen-Tool – als Mono-Synth oder für einfache Akkorde top, für Pads oder komplexe Arrangements aber nicht. Wer mit den Limits leben kann, bekommt echten Analog-Charme. Wer mehr will, sucht besser weiter nach dem nächsten Rave-Bunker-Helden.

Heute haben wir weniger als in den 80ern. Das ist einfach dumm.

© Screenshot/Zitat: Woodypianoshack (YouTube)

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/woody-piano-shacks-minilogue-review-four-notes-one-big-rave-bunker-question/
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