AudioPilz‘ neuester Tauchgang: Die rohe Wahrheit

20. September 2025

JET

AudioPilz‘ neuester Tauchgang: Die rohe Wahrheit

Bereit für einen unzensierten Tauchgang in die raue Welt der elektronischen Musikgeräte? Begleite AudioPilz, während er im neuesten ‚Bad Gear‘-Beitrag den Elektron Tonverk in seine Einzelteile zerlegt. Erwartet scharfen Witz, brutale Ehrlichkeit und eine Art von Geräteanalyse, die bis auf die Knochen geht. Keine Gefangenen!

Der nicht ganz gewünschte Nachfolger

Erwartest du den nächsten Octatrack? Nun, schlechte Nachrichten – der Elektron Toneverk ist es nicht. AudioPilz beginnt mit seiner gewohnt scharfen Zunge und bemerkt, dass der Toneverk trotz seines anfänglichen rohen Reizes einige auffällige Mängel aufweist. Es gibt keinen Crossfader – ein eklatanter Fehler für jeden Elektron-Fan. Möchtest du von einer SD-Karte laden? Vergiss es – der RAM ist mit 4GB tragisch bescheidend. Die Polyphonie-Technologie ist bestenfalls nebulös, und fange erst gar nicht an, über die schrecklichen Ladezeiten zu sprechen. Man fragt sich, ob das Gerät noch in der Alpha-Testphase ist. Während wir Elektron für ihren ersten polyphonen Sampler vielleicht verzeihen mögen, ist das Fehlen von solch grundlegendem etwas wie Overbridge-Unterstützung bei Veröffentlichung ein echter Knüller.

schrecklichen Ladezeiten

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Einblicke in die 'Nicht so' Funktionen

Sets werden in einem proprietären Format gespeichert

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Beim tieferen Einblick in das unpolierte Herzstück des Toneverk wird klar, dass viele Funktionen zu wünschen übrig lassen. Abgesehen vom Sampling und dem Autosampling – einem viel gepriesenen Feature, das nicht hält, was es verspricht – gibt es Subtracks, die eine grundlegende Kit-ähnliche Struktur für die Sample-Wiedergabe ermöglichen. Dennoch fühlt sich das Fehlen von Digitone FM-Engines oder auch nur grundlegender Time-Stretching wie ein Rückschritt an. Was den Toneverk davor bewahrt, ein völliges Zugunglück zu sein, sind einige moderne Multi-Mode-Filter und bis zu drei LFOs pro Wiedergabespur, die es den Nutzern ermöglichen, sich auf einen gewissen Hi-Fi-Reiz einzulassen. Natürlich weist AudioPilz darauf hin, dass im Vergleich zum mächtigen Octatrack einige der bekanntesten Elektron-Features wie Slicing und Slicing fehlen. Die internen Effekte sind jedoch ein rettender Anker, mit Sends, Inserts und einigen wirklich beeindruckenden FX-Programmen wie dem Chrono Pitch und Dirt Shaper. Es ist fast so, als hätte Elektron eine Medley aus Effekten eingeworfen, um die Mängel zu kaschieren.

Sequenzieren, Arpeggiatoren, Akkorde – Oh mein Gott!

Polyphones Sequenzieren auf DAWless-Rigs ist immer eine Herausforderung, aber Elektron hat es mit einigen interessanten Ideen versucht. Die velocitätslose Ein-Oktave-Tastatur könnte Puristen irritieren, gibt jedoch genügend Informationen, um sicher im Step-Edit-Modus zu arbeiten. Leider fehlen die Page-LEDs auf mysteriöse Weise, aber die verlängerten Pattern-Längen – jetzt bis zu 256 Schritte – und die polyphone Mikrotiming sind definitiv Pluspunkte. Für diejenigen, die von den Fesseln unaufhörlichen Melodieanpassungen bedrängt werden, könnten die Features für schnelle Transformation und Transposition gerade noch ihre Vernunft retten. Der neue Performance-Modus führt ein schlagend intuitives Feature ein, das Einstellungen vorübergehend speichert und den Nutzern freies Experimentieren ermöglicht, ohne Angst zu haben. Während das Fehlen des begehrten Elektron-Arpeggiators von seinen anderen Geräten hart trifft, ist es nicht alles Verzweiflung. Es gibt den Akkordmodus und Skalen für diejenigen, die eine leere musikalische Leinwand fürchten.

Ich beklage den tragischen Verlust von Page-LEDs

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Das Paket vervollständigen: Konnektivität und Preisprobleme

Der Preset-Browser ist unfertig

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Wenn es um Konnektivität geht, scheint Elektron halbherzig an die Sache heranzugehen. AudioPilz bemerkt, dass das verriegelbare USB für Stromversorgung und Computerverbindungen praktisch ist, obwohl es keine Host-Funktionalität bietet. Mit sechs verfügbaren Ausgängen ist es ein Schritt in die richtige Richtung, aber immer noch nicht perfekt. Der Preset-Browser lässt an Politur vermissen, vergleichbar mit einem feuchten Salatblatt in Bezug auf die Ausführung. Dann ist da noch die Kostenfrage – günstiger als ein neuer Octatrack MK2, sicherlich, aber immer noch hoch für das, was sich wie ein erweitertes Betatest anfühlt. Es ist, als hätte Electron gedacht, ein paar neue Features würden ein hohes Preisschild rechtfertigen. Die neue Form könnte für Deck-Saving-Enthusiasten entzückend sein, rechtfertigt jedoch kaum den Premiumpreis.

Das Urteil: Ist RAW wirklich genug?

Als AudioPilz zum Schluss kommt, erkennt er den Klang des Toneverk als unbestreitbar verlockend an. Elektron gibt ihren innovativen Spin auf polyphones Sampling, doch ihre Bemühungen scheinen eine weitere Runde Verfeinerung gebrauchen zu können. Diese Iteration fühlt sich unvollendet an, ein mutiger Sprung, der nicht ganz die Landung schafft. Nutzer, ständig die Beta-Tester für neue Technik, könnten sich unwohl fühlen, den Spitzenpreis für ein Gerät zu zahlen, das Geduld, Verständnis und ein wenig blinden Glauben erfordert. Es ist ein hoher Preis, den man für ein zukünftiges Versprechen zahlt, das nicht garantiert liefert. Wenn überhaupt, ist der derzeitige Glanz des Toneverk mehr Rauch und Spiegel als Substanz; der sprichwörtlich wackelige Kebab in einer schicken Box.


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/audiopilzs-latest-dive-the-raw-truth/
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