AudioPilz legt wieder los und sticht diesmal in das Behringer-Wespennest mit dem CZ-1 – ein Synth, der gleichermaßen Nostalgie-Trip wie juristisches Minenfeld ist. Wer wissen will, was passiert, wenn Casios 80er-Phase-Distortion in ein Volca-Gehäuse gepresst und mit Analogfilter-Glitzer bestreut wird, bekommt hier die volle Dröhnung (oder Migräne). Erwartet bissigen Humor, brutale Ehrlichkeit und mehr Käse als in mancher Pizzabude. Mit AudioPilz’ typischer Respektlosigkeit wird der Hype zerpflückt – wer die ungeschminkte Wahrheit über die Macken und Kompromisse dieses Synths sucht, sollte sich ein Bier holen und weiterlesen.

25. April 2026
JET
AudioPilz vs. Behringer CZ-1: Käse, Klone und Phase-Distortion-Chaos
Behringers CZ-1: Nostalgie mit Ansage
AudioPilz zerrt den Behringer CZ-1 gleich zu Beginn in den Bad-Gear-Ring – ohne Samthandschuhe und mit ordentlich Sarkasmus. Das hier ist nicht einfach nur ein weiterer Klon, sondern eine Hommage im Mini-Format an Casios Phase-Distortion-Synths der 80er – samt aller Kontroversen, die Behringer eben so mitbringt. Der Macher hat sich dieses Teil schon seit Jahren gewünscht, und jetzt, wo es da ist, wird gnadenlos geprüft, ob es ein echter Herausforderer oder doch nur ein weiterer Staubfänger ist.
Auf den ersten Blick hakt der CZ-1 viele Kästchen ab: Orgeln, die nach abgestandenem Kneipenteppich riechen, Stringsounds wie aus einer billigen 80er-Seifenoper und Bässe, die zerrissener sind als eine Punker-Lederjacke. Aber Nostalgie ist ein zweischneidiges Schwert, und AudioPilz macht sofort klar: Hier riecht es nach Käse und nach juristischem Risiko. Dieser Synth will provozieren – nicht nur alte Erinnerungen aufwärmen.
Features, Macken und Menü-Hölle
Unter der Haube zeigt AudioPilz gnadenlos die Stärken, Schwächen und Nerd-Fallen des CZ-1. Im Kern gibt’s Phase Distortion – der unbequeme Cousin von FM-Synthese – und ein paar digitale Wellenformen, die sich wie ein missglückter Haarschnitt nach einer durchzechten Nacht zusammenbasteln lassen. Wer aber auf eine originalgetreue Casio-Wiedergeburt hofft, wird enttäuscht: Die Polyphonie wurde auf drei Stimmen gestutzt, und die Hüllkurven sind so straff wie eine 80er-Jeans nach Weihnachten.
Menü-Tauchen ist hier Pflicht, manche Funktionen sind tiefer vergraben als die Würde nach einer Nacht im Berghain. Es gibt einen analogen Filter und Chorus – nett –, aber das UI ist ein kryptisches Labyrinth und die Hüllkurven schlampiger als ein Döner um 3 Uhr morgens. Wer den Punch und Snap der Originale sucht, muss sich anstrengen – oder einfach mit etwas Klangspeck leben.

"As we are talking about similarities and differences to Casio's guilty 80s pleasures, no, it is not an authentic reproduction."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Moderne Extras, Vintage-Macken

"The overall tabra seems to be more shrill in the highs and a little muffled in the bass region with clearly audible aliasing."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
AudioPilz stellt den CZ-1 seinen Casio-Ahnen gegenüber, und die Unterschiede sind so deutlich wie zwischen Eckkneipe und Systemgastronomie. Behringers Kiste übernimmt zwar den Geist der Originale, ist aber kein 1:1-Klon. Der analoge Filter ist ein modernes Extra, mit dem sich der Sound formen lässt wie Casio es nie vorgesehen hatte – aber er dient auch als Krücke für die Schwächen des Synths: lahme Hüllkurven und ein Klangbild, das oben schrill und unten matschig ist.
Es gibt Workarounds: globalen DCW-Parameter hochdrehen, Filter nutzen, und man bekommt etwas Brauchbares – aber eben nicht das Original-Feeling. Insgesamt wirkt das Ganze eher wie eine Coverband auf einer Hochzeit als wie der Headliner selbst. AudioPilz lässt Behringer nicht vom Haken, spricht Aliasing und nervige Eigenheiten klar an. Wer’s wissenschaftlich mag, sollte sich laut ihm auch mal Keen on Keys anschauen.
Käse, Menüs und FX-Wahnsinn: Performance-Zeit
Jetzt wird’s ernst: Wie klingt der CZ-1, wenn man ihn wirklich spielt? AudioPilz schmeißt ihn in ein paar Jams, quetscht die Presets aus und testet, ob der Filter sich im Mix behaupten kann. Das Ergebnis? Die Sounds sind so aufregend wie ein verregnetes Wochenende in Bottrop, aber mit genug Effekten passen sie in den Mix und machen ihren Job. Der analoge Filter mit klassischer ADSR-Hüllkurve rettet, was zu retten ist – besonders wenn die Casio-Hüllkurven mal wieder zicken.
Menü-Tauchen bleibt eine Qual, und das eingebaute Keyboard ist weniger spielbar als ein kaputter C64. Mit etwas Biss und Geduld kann man aber brauchbare Sounds rauskitzeln – nur Wunder darf man nicht erwarten. Wer den vollen Käsefaktor und den Live-Eindruck erleben will, muss das Video schauen. Manche Dinge – wie der wahre Horror der Presets – lassen sich einfach nicht in Worte fassen.
Fazit: Nostalgie gegen Realität
Jetzt kommt das Urteil. AudioPilz nimmt kein Blatt vor den Mund: Der CZ-1 ist kein würdiger Ersatz für die originalen Casios. Die Presets sind rar und peinlich, das UI ein Rückschritt, die Polyphonie zusammengestrichen. Für Casio-Fans ist der fehlende Original-Sound ein No-Go, und jüngere Producer könnten vom Käse-Faktor abgeschreckt werden. Die Plug-in-Version ist für echte Musikproduktion wahrscheinlich die bessere Wahl, und das Mini-Gehäuse ist live eher unpraktisch.
Trotzdem: Für den Preis ist das Teil verlockend – vor allem, wenn man einen günstigen Digital-Analog-Hybriden sucht. Wer aber das echte Feeling will, muss sich ein Original besorgen oder mit Software leben. AudioPilz schließt mit ein paar Wunschträumen für Behringer, aber klar ist: Der CZ-1 ist mehr Gimmick als Hauptact. Das volle Roast gibt’s im Video – manche Synths muss man einfach selbst hören (und aushalten).

"CZ-1 is not a worthy replacement for the original Casio synths."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Zum YouTube Video:
Latest articles
Zum YouTube Video:
https://www.youtube.com/AudioPilz
Links von AudioPilz:
Werbung – Partnerlinks:
Bei einem Kauf über die folgenden Links erhalten wir ggf. eine Provision – ohne Mehrkosten für dich. Der Link führt zu einer Amazon-Stichwortsuche. Je nach Verfügbarkeit können andere Treffer angezeigt werden.
🔗 Preis auf Amazon prüfen