AudioPilz schleift den Novation Circuit Rhythm in die Bad Gear-Arena und verpasst ihm die Behandlung, die sonst nur ein Punk-Gig nach Sperrstunde bekommt. Wenn du genug von Grooveboxen hast, die das Blaue vom Himmel versprechen, aber am Ende nur kryptisches Knöpfedrücken und Plastikfilter liefern, dann schnall dich an – das hier ist dein Ding. Mit scharfzüngigem Humor und Meme-Power zerlegt AudioPilz den Hype, entlarvt das faule Design und die altbackenen Tricks des Rhythm. Unterm Strich: eine Meisterklasse im Bloßstellen mittelmäßigen Gear-Krams, mit genug Rave-Nostalgie, um das Herz höher schlagen zu lassen. Das Video ist Pflicht, wenn du Reviews mit Biss magst – und mal ehrlich, wer tut das nicht?

13. Juni 2026
JET
AudioPilz vs. Novation Circuit Rhythm: Wenn Meme-Gear Staub ansetzt
Novation Circuit, Novation Circuit Rhythm, Novation Circuit Tracks
Der Meme-Gear-Kater
AudioPilz verliert keine Zeit und verpasst dem Novation Circuit Rhythm direkt einen verbalen Tritt, indem er ihn als Paradebeispiel für nutzloses Meme-Gear abstempelt. Das Review startet mit einer schonungslosen Einschätzung: Nach dem durchschlagenden Erfolg des ersten Circuit hat Novation offenbar auf Sparflamme gekocht und ein Nachfolgemodell rausgehauen, das nach Konzern-Faulheit riecht. Der Rhythm, trotz schicker Verpackung, wird als recycelter Tracks mit ein paar Tweaks und einem saftigen Preisschild abgetan – alles andere als aufregend.
Das uninspirierte graue Farbschema wird mit dem Staub verglichen, den das Gerät sammeln wird, und AudioPilz macht klar: Diese Groovebox ist mehr Schein als Sein. Das ist das Gear, das man kauft, wenn man zu viel Zeit, zu viel Geld und zu wenig Verstand hat – perfekt fürs Regal, weniger für das Studio. Wer hier eine Revolution erwartet hat, bekommt einen Realitätscheck serviert.

"Novation wurde ein bisschen faul, brachte die fast identischen Tracks raus und packte alle potenziellen kleinen Verbesserungen in noch eine voll bepreiste Groovebox, die es einfach nicht mehr bringt."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Sampling und Sequencing: Viel Lärm um wenig

"Letztere sind Geschmackssache, vor allem wegen des displaylosen Ansatzes. Wenn die PCM-Güte, begrenzt auf 228 Sekunden pro Maschinenzustand und 32 Sekunden pro Pad, erst mal eingefangen ist, bieten die monophonen Playback-Engines Highpass und etwas plastikhaft klingende resonante Lowpass-Filter sowie eine Makro-Hüllkurve für die Amplitude."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Beim Blick auf die Features zerlegt AudioPilz den Sampling-Workflow und den vielgepriesenen Sequencer. Sampling ist durch steinzeitliche Limits kastriert – 228 Sekunden pro Session, 32 pro Pad – das fühlt sich an wie ein Flashback in die Frühzeit digitaler Hardware. Samples ohne Display zu editieren ist eine Tortur, und das Interface ist so einladend wie ein Türsteher nach Feierabend.
Der Sequencer bietet zwar vier Pattern pro Spur und bis zu 32 Steps, verlangt aber, dass man Spuren für MIDI-Control opfert – das ist alles andere als ein kreatives Paradies. Features wie Sample Flip und nicht quantisiertes Recording sollen das Ganze aufhübschen, aber fehlende Filter-Hüllkurve, kein echtes Time-Stretching und nicht mal ein einziger LFO machen die kreativen Möglichkeiten so spannend wie ein Montagabend im leeren Pub. Man spürt förmlich, wie AudioPilz jedes Mal grinst, wenn der Rhythm Innovation für sich beansprucht.
Displayloses Leiden und antikes Playback
Das Review geht gnadenlos auf die Designentscheidungen los, vor allem auf die sture Weigerung, wenigstens ein simples Display zu verbauen. AudioPilz merkt an, dass das 4×8-Pad-Grid als kryptisches Display herhalten muss – so durchsichtig wie Londoner Nebel. Sample Slicing funktioniert, aber nur so gerade eben, und das Fehlen eines Scale-Modus für chromatisches Playback ist eine verpasste Chance.
Die Playback-Engines sind strikt monophon, und die Filter klingen laut AudioPilz nach Plastik – alles andere als legendär. Das Handling von Loops wird als archaisch abgestempelt, sogar alte MPCs sind da weiter. In einer Welt voller moderner, leistungsfähiger Grooveboxen wirkt der Circuit Rhythm wie ein Relikt, das sich verzweifelt an die Vergangenheit klammert. Wer einen zeitgemäßen Workflow sucht, sollte weiterziehen.

"Selbst in dieser perfekten Konzernwelt kann das Handling von Loops als archaisch gelten und ist sogar einem alten MPC unterlegen."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Performance: Rave-Potenzial oder schon tot bei Ankunft?
AudioPilz wirft den Rhythm in ein paar Live-Jams – von dreckigem Techno über Drum’n’Bass bis zum obligatorischen Meme-Trap-Matsch – um zu sehen, ob das Gerät sich im Härtetest bewährt. Die Jams zeigen: Man bekommt ohne Handbuch schnell was zum Laufen, was selten genug ist, und wer auf Dreck und Attitüde steht, wird hier fündig. Die FX-Sektion mit Beat Repeat und Master-Filter bringt etwas Leben in die Bude, aber das ist eher ein Strohfeuer als ein echter Rave.
Selbst in diesen Demos treten die Schwächen des Rhythm deutlich zutage. Loop-Handling ist hakelig, die Filter enttäuschen, und man fragt sich, warum man nicht einfach eine alte Electribe oder einen abgerockten MPC nimmt. AudioPilz‘ Humor und Performance retten die Jams, aber klar ist: Die Kiste zieht nicht wirklich mit. Wer den Rhythm in Aktion hören will, sollte das Video schauen – Worte allein reichen für diese Mischung aus Hoffnung und Ernüchterung nicht aus.
Letzter Sargnagel für die Groovebox

"Ja, er ergänzt andere Circuits ganz gut, aber angesichts der günstigen Gebrauchtpreise für MPC1s, OG Digitakts, Electribe 2Ss und OP-Zs ist der Rhythm schwer zu verkaufen – vor allem, wenn man ihn neu kauft."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Das Fazit ist so subtil wie ein fliegendes Pintglas: AudioPilz ist kein Fan. Die displaylose Bedienung mag beim OG Circuit noch Charme haben, hier ist sie einfach nur nervig. Wichtige Features fehlen, Sample-Playback ist so basic wie nur möglich, und das Gesamtpaket wirkt wie ein Relikt aus den 2010ern. Selbst eingefleischte Circuit-Fans werden den Rhythm solo schwer lieben können.
Klar, in einem größeren Setup kann er etwas Würze bringen, aber bei den Preisen für gebrauchte MPCs, Digitakts, Electribes und OP-Zs fragt man sich: Wozu das Ganze? AudioPilz träumt von einer zukünftigen Novation-Kiste, die endlich alles richtig macht – Tracks, Rhythm und Monostation in einem, mit Display, verdammt nochmal. Bis dahin bleibt der Circuit Rhythm vor allem eins: ein Staubfänger.
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