AudioPilz vs. Tempera: Synths für die Instagram-Apokalypse

25. Juli 2026

SPARKY

AudioPilz vs. Tempera: Synths für die Instagram-Apokalypse

AudioPilz nimmt den Beetlecrab Audio Tempera im klassischen Bad Gear-Stil auseinander – ohne Hype, mit Fokus auf das Wesentliche: Ist dieser bunte, grid-beleuchtete Granular-Synth mehr als nur Influencer-Köder? Erwartet Sarkasmus, Hands-on-Jams und ein gnadenloses Urteil. Wer denkt, ein Synth, der so wild aussieht, sei automatisch ein Game Changer, wird hier eines Besseren belehrt. Willkommen im Rave-Bunker.

Der Tempera: Instagrams neues Eye Candy

Hier kommt der Beetlecrab Audio Tempera – ein Synth, der förmlich nach Aufmerksamkeit im Feed schreit. Mit Disco-Grid und abgefahrener Oberfläche ist das genau das Teil, das dir Likes bringt, noch bevor du überhaupt einen Ton gespielt hast. AudioPilz macht direkt klar: Diesen Synth kaufen viele, um online gut auszusehen, nicht weil sie noch einen Granular-Engine brauchen. In einer Welt voller beiger Kisten geht der Tempera voll auf Rave-Bunker – und man kann einfach nicht wegschauen.

Wahrscheinlich haben es einige Leute genau aus diesem Grund gekauft.

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Schön, aber biestig: Lernkurve & Workflow

Ich hatte kaum eine Ahnung, was da abging, und hätte einiges anders gemacht, wenn ich nur gewusst hätte wie.

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Hinter den blinkenden Lichtern macht der Tempera keine Gefangenen. AudioPilz merkt an: Wer hier wirklich Musik rausholen will, muss sich auf Vector-Synth-DNA, acht Granular-Spuren und ein Dancefloor-artiges Bedienfeld einlassen. Der Workflow? Ganz sicher kein Standard-Sampler – wer meint, ohne Handbuch durchzukommen, viel Glück dabei.

Emitter, Latch-Tricks und Sample-Jonglage sind cool, aber kein Plug-and-Play. Selbst AudioPilz war anfangs baff und brauchte ein Tutorial, um überhaupt loszulegen. Aber nach dem ersten Frust ergibt das schräge Konzept langsam Sinn. Trotzdem: Das ist kein Synth für Zartbesaitete oder Ungeduldige.

Grainstorm: Sounddesign & Modulationswahnsinn

Seine wahren Stärken zeigt der Tempera beim Sound-Mangling. Vier Emitter öffnen die Tür zu allem – von dichten Percussion-Wolken bis zu körnigem Chaos, und die Modulationsmöglichkeiten sind, ehrlich gesagt, Overkill im besten Sinne. Zehn Slots für Hüllkurven, LFOs, Noise, MIDI, Audio – was immer du willst. Dazu Randomness, Probability und euklidische Rhythmen für die Mutigen.

Auch die FX-Sektion überzeugt: Fette Reverbs, Delays, Chorus und Patina für alle, die ihre Grains gern zerstören. Ein Spielplatz für alle, die einen Synth gern an seine Grenzen treiben. Aber: Instant-Hits gibt’s hier nicht – Geduld und Lust auf Sound-Experiment sind Pflicht.

Die Fülle an Sounddesign-Optionen und UI-Tricks geht nicht auf Kosten des klaren Gesamtsounds.

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Percussion-Power – aber nichts für die Masse

Tempera funktioniert super für perkussive Klänge.

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Temperas Spezialität ist Percussion-Sounddesign – er kickt, snapt und puncht härter als die meisten Grainboxen. AudioPilz betont: Anders als viele Granular-Synths verwandelt der hier nicht alles in einen matschigen Pad-Teppich. Wer aber klassische Leads oder Standard-Pop-Sounds sucht, ist hier falsch. Einschränkungen? Klar. Aber für das richtige Mutanten-Genre ist das Teil eine echte Straßenwaffe.

Jams & Fazit: Der Beweis steckt im Chaos

AudioPilz jammt Techno, Post-Jungle und Future-Psy – und lässt den Tempera von der Leine. Wer auf experimentelle Grooves und abgefahrene Texturen steht, bekommt hier die Cheatcodes. Aber ehrlich: Die Jams muss man gesehen und gehört haben, Text reicht da nicht.

Das Fazit? Tempera ist ein frischer Twist für Mutige und Meme-Fans. Er wird nicht jedes Studio revolutionieren, aber wenn deine Socials dürsten und deine Musik weird ist, könnte das dein Synth sein.


Diesen Artikel gibt es auch auf Englisch. Du findest ihn hier: https://synthmagazine.com/audiopilz-vs-tempera-synths-for-the-instagram-apocalypse/
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