DivKid testet Walk 4: Brown’sche Chaosmaschine im Eurorack

11. Februar 2026

SPARKY

DivKid testet Walk 4: Brown’sche Chaosmaschine im Eurorack

DivKid holt Joranalogues Walk 4 in den Untergrund – ein Quad-Brown’scher Akkumulator, der weniger „Utility-Modul“ und mehr „CV-Straßenwaffe“ ist. Vergiss höfliche Zufallsgeneratoren – das hier ist eine Batterie für Spannungschaos, ein Sample & Hold mit Doktortitel und schlechter Laune. Egal ob Modulation, Noise oder als vollwertiger Oszillator: Walk 4 ist nicht nur clever, sondern absolut unverzichtbar für alle, die ihre Patches unberechenbar und ihre Beats crunchy mögen. Wer denkt, Zufall sei langweilig, bekommt von DivKid ordentlich einen eingeschenkt.

Begrüßt den Brown’schen Bruiser

DivKid wirft uns direkt ins kalte Wasser: Walk 4 von Joranalogue ist ein Quad-Brown’scher Akkumulator – klingt nach 60er-Jahre-Rechenzentrum, ist aber alles andere als trocken. Keine Sorge: Hier geht’s nicht um akademische Fingerübungen. Joranalogue nennt das Ding eine „Batterie für CV“ und „ein Sample & Hold mit Masterabschluss“. Heißt: Es speichert und akkumuliert Spannungen auf eine Weise, dass normale Random-Module wie Kinderspielzeug wirken.

Mit vier unabhängigen Kanälen, internem Noise und einem Clock, der von Subaudio bis Audio alles kann, ist Walk 4 gebaut, um Spannungen zu verbiegen, wie es ein gewöhnliches S&H nie könnte. DivKid zeigt lieber als zu erklären – also erwartet jede Menge Patch-Beispiele und null Erklärbär. Wer ein braves, menügesteuertes Zufallsmodul sucht, ist hier falsch. Das hier ist Spannungspunk, pur und direkt.

Walk 4 ist eine Batterie für CV und wie ein Sample & Hold mit Masterabschluss.

© Screenshot/Zitat: Divkid (YouTube)

Random Walks & Treppenhaus-Raves

Walk 4s Regler sind kein Deko – sie sind ein Spielplatz für Spannungsschabernack. Volatility bringt Chaos, Trend schiebt das Signal rauf oder runter, Constrain wirkt wie ein Spannungs-Kompressor, und Auto-Reset hält alles im Zaum (oder eben nicht). Externe Signale, Trigger oder einfach die internen Noise-Generatoren – alles ist erlaubt.

Das Ergebnis? Gestufte Random Walks, Treppenwellenformen und alles dazwischen. Von der betrunkenen Treppe bis zur berechenbaren Rampe ist alles drin. DivKids Demo macht klar: Hier geht’s nicht um Zufall um des Zufalls willen, sondern um das gezielte Formen von Spannung, damit dein Patch singt, stottert oder im schönsten Chaos versinkt. Wer genau sehen will, wie die Regler das CV verbiegen, muss sich die Oszilloskop-Shots im Video geben.


Modulationswahnsinn: Arps & Auto-Melodien

Das ganze Pattern blüht über diese drei Kanäle auf, nimmt mehr Stufen auf der Treppe, bevor sie alle auto-resetten.

© Screenshot/Zitat: Divkid (YouTube)

Hier zeigt Walk 4, was es draufhat. DivKid nutzt ihn als zentrales Modulations-Herz, das vier Kanäle gestufter Signale raushaut – perfekt für Filterfahrten, Morphing oder alles, was moduliert werden will. Polymetrische, polyphone Arpeggios? Kein Problem: Einfach Outputs in Quantizer patchen, Walk 4s Treppen steigen und resetten lassen – schon lebt das Patch und klingt wie ein algorithmischer Jam-Partner statt wie ein statischer Sequencer.

Der Clou: Walk 4 generiert neue Melodien aus bestehenden v/oct-Sequenzen. Durch Sampling und Akkumulieren von Spannungen in verschiedenen Raten entstehen Begleitlinien, die immer musikalisch, aber nie vorhersehbar sind. Fast wie ein modularer Kumpel, der immer einen neuen Basslauf parat hat. Die Möglichkeiten sind wild – und wer die polymetrischen Arps und Gegenmelodien hören will, sollte DivKids Patch-Action im Video nicht verpassen.

Noise, Crunch & perkussiver Dreck

Walk 4 ist nicht nur ein CV-Wizard – sondern auch eine Noise-Maschine. Rate und Volatility aufdrehen, und du bekommst alles: von sanftem Wind über digitale Zirper bis hin zum kompletten Tape-Ausfall. DivKid schickt Walk 4s Outputs direkt in VCAs und Filter und bastelt Percussion, die so crunchy ist wie ein kaputter Toaster. Die internen Noise-Quellen und gestuften Ausgänge sind ein Goldgrube für Drum-Texturen und Lo-Fi-Effekte.

Und das ist nicht nur statisches Rauschen. Mit Volatility und Constrain kann man zwischen subtilen Hiss und aggressivem Crackle morphen – oder sogar Vinyl-Knistern und Tape-Aussetzer simulieren. Wer genug von sterilem White Noise hat, bekommt mit Walk 4 endlich frische, dreckige Luft. Wer die Patch-Tricks für eigene Drums klauen will, sollte sich DivKids Video genau anschauen.

Man merkt, wie viel mehr Gewicht dazukommt – es ist dicker, hat mehr Bassfrequenzen.

© Screenshot/Zitat: Divkid (YouTube)

Oszillator-Irrsinn: Akkorde & Obertöne

Gerade wenn man denkt, Walk 4 hätte alles gezeigt, macht DivKid daraus einen Oszillator. Mit Constrain, Trend und Auto-Reset entstehen Treppenwellenformen, die sich sequenzieren, synchronisieren und zu vierstimmigen Akkorden stapeln lassen. Subharmonisches Locking, Just Intonation und mehrere Suboszillatoren? Alles drin, alles in 10HP. Wie eine digitale Chord-Maschine – nur komplett analog und mit Attitüde.

Der Klang ist fett, dreckig und überraschend musikalisch. Egal ob klassische Hard-Sync-Töne, subharmonische Intervalle oder gestapelte Akkorde: Walk 4 liefert. DivKids Patchen ist schnell und furchtlos – wer wissen will, wie tief das Kaninchenloch geht, darf die Chord- und Subharmonic-Demos im Video nicht verpassen. Das ist nicht einfach ein Random-Modul, sondern eine echte Klangwaffe.


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/divkids-walk-4-review-brownian-mayhem-in-10hp/
Zum YouTube Video:


Zum YouTube Video: