Expert Sleepers Disting NT: Little Spacey BBD-Delay in Firmware 1.16

16. September 2026

MILES

Expert Sleepers Disting NT: Little Spacey BBD-Delay in Firmware 1.16

Expert Sleepers bringt mit dem neuen Little Spacey-Algorithmus in Firmware 1.16 klassischen Bucket-Brigade-Delay-Charme auf das Disting NT. Basierend auf dem eigenen VST von 2009 liefert dieser Effekt dunkle, analog klingende Echos – mit allen Eigenheiten und Einstellmöglichkeiten, die man erwartet – direkt ins Eurorack. Das Video zeigt Stereo- und Mono-Betrieb, praxisnahe Parametersteuerung und einige Modulationstricks, die verdeutlichen, wie flexibel dieses digitale BBD im Modularsystem einsetzbar ist.

Ein Bucket-Brigade-Klassiker fürs Eurorack

Mit Firmware v1.16 hat Expert Sleepers den Little Spacey Bucket-Brigade-Delay-Effekt auf das Disting NT portiert. Ursprünglich ein VST-Plugin von 2009, bringt Little Spacey nun analoge Delay-Klänge ins Eurorack und macht das Disting NT zu einer vielseitigen, charakterstarken Delay-Einheit. Der Effekt arbeitet sowohl in Mono als auch in Stereo, im Video wird ein Drumloop in Stereo genutzt, um die Möglichkeiten zu zeigen. Wer den dunklen, gefilterten Sound klassischer BBD-Delays schätzt, kommt hier voll auf seine Kosten.

Als Bucket-Brigade-Delay neigt es dazu, ziemlich dunkel, analog und gefiltert zu klingen – und genau das macht den Reiz aus.

© Screenshot/Zitat: Expertsleepersltd (YouTube)

Feedback, Buckets und Clock: Die Kernsteuerung

Man kann die Größe der Bucket Brigade als Anzahl der Taps einstellen und erhält durch die Änderung der Clock-Frequenz verschiedene…

© Screenshot/Zitat: Expertsleepersltd (YouTube)

Die wichtigsten Parameter von Little Spacey drehen sich um die Grundmechanik eines Bucket-Brigade-Delays: Feedback, Tap-Anzahl und das Zusammenspiel von Delay-Länge und Clock-Frequenz. Mit dem Feedback-Regler lassen sich von dezenten Wiederholungen bis zu ausufernden Echos alle Facetten einstellen – stets mit dem leicht abklingenden, analogen Charakter eines BBD.

Die Größe der Bucket Brigade, also die Anzahl der Taps, bestimmt direkt die maximal mögliche Delay-Zeit. Über die Clock-Frequenz lässt sich der Delay-Bereich von kurzen Slapbacks bis zu langen Echos einstellen, die tatsächliche Delay-Zeit wird am Disting NT angezeigt. Die Emulation erlaubt sogar eine unrealistisch große Anzahl an Buckets – für Delay-Längen, die in echter Hardware kaum realisierbar (und bezahlbar) wären.

Colour, Spread und LFOs: Das Delay formen

Little Spacey auf dem Disting NT bietet mehr als nur einfache Delay-Lines: Mehrere Parameter erlauben es, den Klang und das Stereobild gezielt zu formen. Der ‚Colour‘-Regler verändert die Topologie des Feedback-Pfads und damit subtil den Charakter der Wiederholungen – Filterung und Dunkelheit lassen sich nach Gehör einstellen. Ein zusätzlicher Feedback-Pfad erlaubt die Wahl zwischen enger, brillanterer Rückkopplung oder einem diffuseren, stärker gefilterten Sound.

Das Stereobild wird über den ‚Spread‘-Regler gestaltet, der die Delay-Zeiten der beiden Kanäle gegeneinander verschiebt und so einen Pseudo-Stereo-Effekt erzeugt. Für Modulation sorgen zwei LFOs: Einer moduliert direkt die Delay-Zeit, der zweite kann den ersten modulieren und sorgt so für bewegte, nicht-statische Verläufe. Unterschiedliche LFO-Raten pro Kanal sind möglich, was breite, animierte Delays erzeugt – ideal, um Synths oder bearbeitete Samples in die Breite zu ziehen.

Im Stereo-Modus kann man die Delay-Zeit eines Kanals leicht oder stark verschieben, was einen schönen Pseudo-Stereo-Effekt ergibt.

© Screenshot/Zitat: Expertsleepersltd (YouTube)

Envelope Ducking und Clock Sync: Delay mit Reaktion

Dieses Feature gab es im ursprünglichen VST nicht. Damit lässt sich das Delay auf einen Clock synchronisieren.

© Screenshot/Zitat: Expertsleepersltd (YouTube)

Abgerundet wird das Feature-Set durch einen Envelope Follower für Ducking-Effekte – praktisch, um das Delay bei anliegendem Eingangssignal auszublenden und in den Pausen wieder einzublenden. Der Envelope kann auch mit den LFOs interagieren, sodass dynamische Modulationen entstehen, die auf den Eingangspegel reagieren – ein Plus für kreatives Sounddesign.

Ein weiteres Feature, das im ursprünglichen VST nicht enthalten war, ist die Möglichkeit, das Delay per externem Clock zu synchronisieren – egal ob analog, aus einem anderen Disting NT oder per MIDI. Damit wird das Delay modular-tauglich und lässt sich präzise rhythmisch einbinden. Wie bei Expert Sleepers üblich, gibt es auch einen Mono-Modus, der CPU und Speicher spart und das Effektmodul flexibel in verschiedenste Eurorack-Setups integrierbar macht.

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