Free Beat vs. Octatrack: Das Looping-Labyrinth im zweiten Anlauf

28. Januar 2026

SPARKY

Free Beat vs. Octatrack: Das Looping-Labyrinth im zweiten Anlauf

Der Elektron Octatrack: legendär, einschüchternd und verantwortlich für mehr existenzielle Krisen als ein kaputter Wasserkocher auf einer Warehouse-Rave. Free Beat, bekannt für seinen praxisnahen, direkten Stil und die Fähigkeit, aus jedem Kasten Kreativität zu quetschen, stürzt sich nach einer Firmware-Wiederbelebung erneut ins Octatrack-Labyrinth. Wird er die Looping-Bestie bezwingen oder wieder im Menü-Dschungel untergehen? Erwartet ehrliche Patzer, echte Erfolgsmomente und ein paar klassische Octatrack-Kopfschmerzen – serviert mit Free Beats typischer Mischung aus Optimismus und Selbstironie. Wer glaubt, den Octatrack gezähmt zu haben, sollte hier reinschauen.

Octatrack: Der Rubik’s Cube der Klangerzeugung

Machen wir uns nichts vor: Der Elektron Octatrack ist berüchtigt dafür, motivierte Nutzer zu verschlingen und sie verwirrt mit Compact-Flash-Karte wieder auszuspucken. Free Beat gibt direkt zu, dass sein Mark I mehr Besitzer hatte als eine abgenutzte Rave-Trillerpfeife – und das aus gutem Grund: Diese Kiste ist so komplex wie kaum eine andere. Ursprünglich wollte er sie fürs Live-Looping nutzen, gab aber nach ein paar Monaten wegen klassischer MIDI-Probleme und dem Ruf des Octatracks als Alptraum-Maschine auf.

Aber wie jeder echte Gear-Masochist konnte Free Beat einem Rematch nicht widerstehen. Nach Komplett-Reset und frischer Firmware steht er wieder am Gerät, fest entschlossen, zumindest die grundlegendsten Looping-Tricks aus diesem berüchtigten Groovebox herauszuholen. Der Plan: Audio durchschleifen, Live-Looping einrichten und dabei nicht im Wahnsinn versinken. Wer sich je gefragt hat, warum so viele Octatracks auf dem Gebrauchtmarkt landen, fühlt sich hier sofort abgeholt.

It's so notoriously complicated and complex and difficult to use that most people wind up selling their units.

© Screenshot/Zitat: Freebeat (YouTube)

Firmware-Fix und erste Schritte

I actually feel pretty proud of myself that I was able to remember just that.

© Screenshot/Zitat: Freebeat (YouTube)

Mit den MIDI-Problemen offenbar von den Firmware-Göttern verbannt, richtet Free Beat seine Signalkette ein: Octatrack ins Interface, Teenage Engineering PO-128 Megaman als Klangquelle. Das Ziel ist simpel – einen Riff auf dem PO spielen, im Octatrack loopen und das gefürchtete manuelle Recording vermeiden.

Klassische Octatrack-Lernkurve voraus: Audio routen, daran denken, dass man für eingehenden Sound einen Thru-Machine braucht, und Track acht als Master einrichten. Es gibt reichlich Menü-Gewühle, Button-Kombos und gelegentliches Stirnrunzeln, aber irgendwann läuft der Sound und die Effekte sind drin. Der Reverb ist vielleicht etwas mau, aber hey – Fortschritt ist Fortschritt. Wer die genauen Tastenkombinationen und Menü-Akrobatik sehen will, sollte ins Video schauen – da passiert die eigentliche Action.

Record Trigs und Flex Machines: Die wahre Magie

Jetzt kommt das Herzstück des Octatrack-Sandwichs: Record Trigs und Flex Machines. Free Beat tauscht Static gegen Flex auf Track eins, richtet alles fürs Recording ins interne RAM ein – ein Muss fürs Live-Sampling. Er erklärt, wie man den Recorder scharf stellt, One-Shot-Trigs setzt und Playback-Trigs platziert. Es ist ein filigraner Tanz, aber wenn es klappt, zeigt der Octatrack seine wahre Power.

Der erste gelungene Loop sorgt für echte Triumphgefühle. Effekte lassen sich schichten, das Playback läuft stabil und der Workflow beginnt Sinn zu machen – zumindest bis man die Pattern-Länge verdoppelt oder Playback-Trigs anpasst. Der Octatrack belohnt Geduld und bestraft Zögern, aber Free Beats Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Für das volle Patch-Chaos und all die kleinen, entscheidenden Schritte lohnt sich das Video – kein Text kann das alles einfangen.

Ha, I remembered.

© Screenshot/Zitat: Freebeat (YouTube)

Glitches, Stolpersteine und der Octatrack-Gauntlet

Okay, clearly I have a long way to go on the Octatrack.

© Screenshot/Zitat: Freebeat (YouTube)

Gerade wenn alles rund läuft, wirft der Octatrack wieder einen Schraubenschlüssel ins Getriebe. Free Beat begegnet den üblichen Verdächtigen: mysteriöse Audio-Aussetzer, Trigger, die machen was sie wollen, und die ewige Frage – warum höre ich meinen Pocket Operator nicht mehr? Es wird fleißig getüftelt, versehentlich alle Buffer scharf geschaltet und festgestellt: Undo ist beim Octatrack keine große Hilfe.

Das ist der klassische Octatrack-Moment: Geniale Augenblicke gefolgt von ratlosen Glitches. Free Beat bleibt ehrlich, gibt zu, dass er noch viel zu lernen hat, und bittet offen die Zuschauer um Tipps. Wer sich schon mal von Elektrons Workflow persönlich angegriffen fühlte, findet hier Seelenverwandte. Der Kampf ist die halbe Miete – oder zumindest die halbe Unterhaltung.

Hoffnung, Kompression und Live-Rig-Träume

Trotz aller Stolpersteine endet Free Beat auf einer positiven Note – er loopt, filtert und komprimiert sich zu einem funktionierenden Setup. Er ist stolz, die Basics wieder drauf zu haben, und will tiefer eintauchen. Der Octatrack hat riesiges Potenzial, und vielleicht schafft er es ja zurück ins Live-Rig, wenn die Macken gebändigt werden.

Es bleibt Optimismus und ein Augenzwinkern in Richtung Octatrack als klangliche Straßenwaffe für alle, die sich durchbeißen. Wer das komplette Chaos erleben will, sollte sich das Video geben – kein Artikel kann jede Wendung im Octatrack-Labyrinth einfangen.


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/free-beat-vs-octatrack-the-looping-labyrinth-revisited/
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