Mit dem Ohr eines Filmemachers für Stimmungen und der Hand eines Poeten betritt HAINBACH die hallenden Räume des EMS Stockholm, um mit den legendären Modularsynthesizern von Don Buchla zu kommunizieren. Jedes System—100, 200, das große 200 und das futuristische 200e—wird zum Gefäß für spektrales Erzählen, wo Spannung und Berührung zur Sprache werden. Dies ist keine technische Führung, sondern ein schwebendes, taktiles Erkunden der seltsamen, schimmernden Architektur des Klangs. Bereite dich darauf vor, durch Nebel aus Steuerspannung und Fragmente elektronischer Geschichte zu wandern.

2. Oktober 2026
LUMINA
HAINBACH und die klanglichen Zeitmaschinen: Buchla Modulars durch Nebel und Erinnerung
Geisterschaltungen: Das lebendige Erbe von Buchla
Das Vermächtnis von Don Buchla nachzuzeichnen, heißt, durch einen Korridor aus wechselndem Licht zu gehen—wo jedes System zugleich Museumsstück und lebendiges Instrument ist, vibrierend vor Möglichkeiten. HAINBACHS Ankunft im EMS Stockholm bildet den Auftakt dieser Reise, bei der selbst die Wände mit Jahrzehnten klanglicher Erfindung zu schwingen scheinen. Hier ist modulare Synthese kein Relikt, sondern eine Sprache, die immer noch geschrieben wird, ihre Grammatik entwickelt sich mit jedem Patchkabel und flackernden LED weiter.
Buchlas Schöpfungen, in ihren vielen Formen begegnet, sind mehr als Sammlungen von Schaltkreisen—sie sind Portale zu anderen Arten des Hörens. Das Video öffnet nicht nur eine historische, sondern auch eine emotionale Zeitleiste und lädt uns ein, das rastlose Experimentieren zu spüren, das Buchlas Ansatz prägte. Indem wir durch diese modularen Nebel treiben, erinnert uns HAINBACH daran, dass jeder Oszillator und Sequenzer Echos von Vergangenheit und Zukunft trägt.

"Das sollte uns ermöglichen, eine kleine klangliche Zeitreise zu machen und sogar zu erkunden, was die Zukunft des Formats sein könnte."
© Screenshot/Zitat: Hainbach (YouTube)
System 100: Spannung als Wiegenlied

"Ich denke, die Kontrolle über Signalgeneratoren war das, was Komponisten damals wirklich wollten."
© Screenshot/Zitat: Hainbach (YouTube)
Mit dem System 100 erleben wir die Geburt des modularen Erzählens—eine Maschine, die nicht nur Klang erzeugt, sondern ihn atmet und mikrotonale Geister in die Luft haucht. HAINBACHS praktischer Zugang offenbart ein System, in dem jede Sequenz wie eine codierte Botschaft aus den Anfängen der Synthese wirkt. Es gibt eine unmittelbare Haptik: Stimmen über Spannung statt über Noten, Melodien aus roher Elektrizität locken, das Ringen mit der ungezähmten Schönheit analoger Unvollkommenheit.
Die Touch-Keyboards des System 100 erscheinen nicht als einfache Eingabegeräte, sondern als Verlängerung des eigenen Willens, reagieren unerwartet auf Sorgfalt und Druck. Es fühlt sich an, als spiele man nicht nur Noten, sondern beschwöre Phantome—verbindet Fragmente von Melodie und Stimmung, die schimmern und sich auflösen. Das Video verweilt bei diesen Momenten und zeigt, wie die frühen Buchla-Systeme die Möglichkeiten elektronischer Musik prägten, lange bevor Standards und Konventionen Einzug hielten.
Elektrische Ströme: System 200 und 200e
Das System 200 und 200e sind Ströme, gespeist aus den Zuflüssen des 100, aber breiter, tiefer und durchzogen von neuen Strömungen. Wenn HAINBACH vom blauen System 200 zum ausladenden, hybriden 200 und schließlich zum schimmernden 200e wechselt, spüren wir die Entwicklung—nicht nur in den Funktionen, sondern auch in der Philosophie. Jeder Schritt nach vorn ist ein Aushandeln zwischen Chaos und Kontrolle, zwischen der taktilen Unberechenbarkeit des Analogen und der schimmernden Präzision digitaler Erinnerung.
In den Händen eines sensiblen Erkunders verändern diese Systeme die Farbe des Raumes—mal scharf wie kaltes Neon, mal sanft wie Nebel. Besonders das 200e deutet auf eine Zukunft hin, in der die modulare Form nie abgeschlossen ist, sondern immer offen für Neuerfindung bleibt. Das Video führt uns nicht durch jedes Modul oder Menü; es lädt uns vielmehr ein, auf die Unterströmungen und subtilen Obertöne zu lauschen, auf die klanglichen Geister, die zwischen den Epochen schweben.
Berührung des magnetischen Unbekannten
HAINBACHS Erfahrung ist mehr als eine Demonstration—sie ist eine Zwiesprache. Jede Geste, jeder Klang fühlt sich wie ein Gespräch mit der Zeit selbst an. Das Video wird zur Meditation über Berührung, Zufall und darüber, wie sich modulare Instrumente dem Zähmen widersetzen. Hier wird uns bewusst, dass die tiefsten Entdeckungen nicht durch Programmieren, sondern durch Treibenlassen entstehen—wenn Hände und Spannung ihren eigenen Weg durch die Schaltungen finden. Der wahre Zauber liegt, wie immer, in den Momenten, die die Kamera nur andeuten kann—jene, die man in der Musik selbst suchen muss.
Weiter ins Ätherische: Buchla Stories
Um über die leuchtenden Schaltkreise des Videos hinauszugehen, werden die Zuhörer eingeladen, in die Welt der ‚Buchla Stories‘-EP einzutauchen—ein klangliches Tagebuch der seltsamen und schönen Entdeckungen dieser Residency. Hier wird jeder Patch und jede Performance zur Erinnerung, zu einem Fragment der modularen Traumwelt. Für alle, die wirklich in diese Maschinen eintauchen wollen, wartet die EP wie ein ungeöffneter Brief voller Spannung und Resonanz.

"Jetzt sollte es einen Link zu der Musik geben, die ich hier aufgenommen habe. Schau dir das an."
© Screenshot/Zitat: Hainbach (YouTube)
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