Das neueste Video von Joranalogue Audio Design ist ein Fest für alle Modular-Fans: Simon (alias Bries Modular) führt uns akribisch und Modul für Modul durch das gesamte aktuelle Joranalogue-Eurorack-Portfolio. Von Sequencern und Oszillatoren bis hin zu ausgefallenen Utilities und Stereo-Prozessoren bekommt jedes Gerät seinen Moment im Rampenlicht der Patchkabel. Ganz im Sinne des Joranalogue-Rufs für Präzision und klares Design ist die Tour gespickt mit praktischen Patch-Tipps, kreativen Kniffen und einer guten Portion trockenem Humor. Wer wissen will, wie sich diese „Lab-Grade“-Module im echten System verhalten oder wie sie ins eigene Rack passen könnten, sollte hier unbedingt reinschauen.

30. Dezember 2025
MILES
Joranalogue Audio Design: Das komplette Modular-Line-Up zerlegt – Geschichten, Tricks und Patchkunst
Eine große Tour durch das Joranalogue-Arsenal
Simon beginnt mit einer angenehm ehrlichen Sicht auf die üblichen Jahresrückblicke und entscheidet sich stattdessen für einen umfassenden Rundgang durch jedes Joranalogue-Modul in seinem Rack – im Grunde das gesamte aktuelle Sortiment, abgesehen von TEST 3. Der Ansatz ist persönlich und zugleich technisch: Simon teilt nicht nur Spezifikationen, sondern auch seine eigenen Patch-Gewohnheiten und die Eigenheiten, die er über die Jahre entdeckt hat. Der Ton des Videos ist informell, aber gespickt mit praktischen Einsichten – hier geht es nicht um Marketing, sondern um einen echten Blick darauf, wie diese Module im Alltag funktionieren.
Die Reise beginnt mit Step 8, das Simon sowohl als Sequencer als auch als einzigartiges Acht-Stufen-Sample-and-Hold demonstriert. Schnell geht es in kreative Gefilde: Er zeigt, wie chaotische CV-Quellen gesampelt und für semi-zufällige Melodien abgeschwächt werden, mit Quantisierung und Root-Note-Kontrolle über die Fader. Das zieht sich durch das ganze Video: Jedes Modul bekommt einen Fokus auf seinen Standard-Einsatz und mindestens einen cleveren Trick oder alternativen Workflow – immer praxisnah und patchorientiert.

"There's no other module that gives you this functionality."
© Screenshot/Zitat: Joranalogue (YouTube)
Feature-Tiefe: Von Oszillatoren bis Utilities

"To me it sounds, well, it's just a personal preference, it sounds to me more interesting, more pleasing than FM."
© Screenshot/Zitat: Joranalogue (YouTube)
Der Rundgang taucht ein in Generate 3, den Oszillator, mit dem Simons Joranalogue-Reise begann. Er hebt die multi-harmonischen Ausgänge, die Phasenmodulation und die enorme Klangvielfalt hervor – besonders, wenn man mit Hüllkurven oder chaotischen Spannungen moduliert. Simons Vorliebe für Phasenmodulation gegenüber klassischem FM wird deutlich, und er zeigt, wie das Kombinieren der verschiedenen Ausgänge zu sich ständig verändernden Klangfarben führt.
Es folgen Fold 6 und Filter 8: Ersterer wird für sein Potenzial zur Audio-Rate-Modulation gelobt, letzterer für seine Vielseitigkeit als Filter und Sinusgenerator. Simon patcht Feedback-Schleifen, erkundet lineare versus exponentielle FM und macht klar, dass Filter 8 auch als Modulationsquelle eine starke Rolle spielt. Dann geht es weiter zu einer Parade von Utilities: Receive 2 für externe Signale, Route 4 für melodische Transpositionen, Switch 4 für lautloses Audio- und Trigger-Switching und Compare 2 für Logik- und Comparator-Tricks. Jedes Utility wird nicht nur als technisches Muss, sondern als kreative Patch-Quelle gezeigt.
Auch Select 2, Orbit 3, Add 2, Pivot 2, Link 2 und Mix 3 kommen nicht zu kurz. Simon demonstriert, wie Select 2 beim Abschwächen, Invertieren und Offsetten glänzt – besonders bei wilden Spannungen aus Chaosmodulen wie Orbit 3. Orbit 3 selbst wird als Chaososzillator mit Stereo- und Modulationstricks beschrieben, während Add 2 und Link 2 für präzises Spannungsmanagement unverzichtbar sind. Pivot 2s Prozessor-Reihenfolge-Umschaltung und Mix 3s VCA/Mixer-Flexibilität runden den Abschnitt ab – immer mit dem Fokus darauf, wie sich die Module im Gesamtsystem verzahnen.
Kreative Workflows und Patchkunst im Modularsystem
Simons Demonstrationen sind gespickt mit kreativen Workflows, die den Modular-Gedanken verkörpern. Er zeigt, wie chaotische Spannungen aus Orbit 3 gesampelt, abgeschwächt und für Melodien genutzt werden können – und wie Feedback und Audio-Rate-Modulation selbst einfache Patches in komplexe Klangwesen verwandeln. Der Einsatz von Route 4 für spontane Melodie-Transpositionen, Switch 4 für Live-Drum-Pattern-Manipulation und Compare 2 für das Extrahieren von Trigger- und Logiksignalen unterstreicht die Flexibilität des Joranalogue-Ökosystems.
Module wie Enhance 2 und Collide 4 werden für ihre Stereo- und Noise-Fähigkeiten hervorgehoben. Enhance 2s Mid-Side-Processing wird mit praktischen Patch-Beispielen demonstriert – etwa, indem nur der Mid- oder Side-Kanal durch einen Wavefolder oder Sättiger geschickt wird, um dramatische Stereo-Effekte zu erzielen. Collide 4, entwickelt mit Hainbach, wird als Noise-Maschine und Quelle präziser Spannungen beschrieben, aber Simons Lieblingsanwendung ist das simple Anpingen des Filters für saubere, resonante Töne. Diese Workflows zeigen, wie selbst technische Module mit etwas Kreativität zu Klangwerkzeugen werden.

"If you don't know what mid-side is, it's just a different way of looking at a stereo signal instead of looking at the left and the right as separate signals."
© Screenshot/Zitat: Joranalogue (YouTube)
Einzigartige Funktionen: Wavefolding, Filter und Modulationswunder

"It has quite a few clever utility features on board."
© Screenshot/Zitat: Joranalogue (YouTube)
Einige Module stechen durch ihre besonderen Funktionen hervor. Cycle 5, der neueste VCO, wird für seine Tuning-Referenz und die morphenden Wellen-Ausgänge hervorgehoben, die sich für wandelbare Klangfarben modulieren lassen. Simon demonstriert, wie der Vari-Wave-Ausgang sanft von Sinus über Dreieck zu Sägezahn und Puls morpht – und wie PWM- und LFO-Modi das Klangspektrum erweitern. Auch als Tuning-Referenz für andere Oszillatoren macht sich Cycle 5 nützlich – ein praktischer Aspekt für Live- und Studiosetups.
Warp 1, noch im Prototypenstadium, wird als Utility-Waveshaper mit spannungsgesteuertem Clipping, asymmetrischem Shaping und sogar Vollwellen-Gleichrichtung vorgestellt. Simon jagt morphende Synth-Sounds durch Warp 1 und zeigt, wie das Modul komplexe Signale musikalisch sinnvoll verzerren und umformen kann. Delay 1, ein Bucket-Brigade-Delay, wird für seine hochfrequente Taktung (ohne typisches BBD-Pfeifen) und seine Eignung für Chorus, Flanging und Karplus-Strong-Synthese gelobt. Simon demonstriert sowohl saubere als auch dreckige Delay-Sounds sowie Comb-Filtering und Feedback-Tricks.
Dim 2, das spannungsgesteuerte Lichtmodul, bekommt einen kurzen, aber unterhaltsamen Auftritt – als Performance-Lichtshow und praktische Rack-Beleuchtung. Simon merkt an, dass Dim 2 für visuelles Feedback im Live-Patch taugt, auch wenn er selbst epileptische Anfälle im Video lieber vermeidet. Diese Module zeigen Joranalogues Talent, technische Tiefe mit kreativen Möglichkeiten zu verbinden.
Ermutigung zur Erkundung: Der modulare Mindset
Zum Abschluss reflektiert Simon über die experimentellen und nuancierten Klangdesign-Möglichkeiten, die Joranalogue-Module bieten. Er ermutigt die Zuschauer, in die Handbücher zu schauen, mit Patch-Reihenfolgen zu experimentieren und auch die weniger offensichtlichen Features zu entdecken – und erinnert daran, dass selbst die unscheinbarsten Module mit etwas Kreativität überraschende Ergebnisse liefern können.
Das Video endet mit einem Ausblick: Simon kündigt weitere Inhalte und die fortlaufende Entwicklung im Joranalogue-Ökosystem an. Die Botschaft ist klar: Diese Module sind nicht nur Laborinstrumente, sondern Werkzeuge für klangliche Abenteuer und laden dazu ein, Grenzen zu verschieben und eigene Workflows zu erfinden. Für alle, die es mit Modular ernst meinen, ist das ein überzeugender Aufruf zum Patchen, Tüfteln und Erkunden.
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