Zufall ist schön und gut, aber im Modularsystem ist Chaos ohne Clock einfach nur Anarchie. Im neuesten Video von Joranalogue Audio Design taucht Simon tief in die Kunst ein, Zufallsgates zu erzeugen, die brav am rhythmischen Raster bleiben. Mit einer Auswahl klassischer Joranalogue-Module – Orbit 3, Compare 2 und Step 8 – zeigt er, wie man Chaos und Wahrscheinlichkeit in musikalisch nutzbare, quantisierte Trigger verwandelt. Wer schon immer wissen wollte, wie man kontrollierte Unvorhersehbarkeit ins Patch bringt, findet hier eine detailverliebte, patch-orientierte Erkundung, die sowohl erfahrene Eurorack-Fans als auch neugierige Bastler inspiriert.

20. April 2024
MILES
Joranalogue Audio Design: Patch-Experimente mit quantisierten Zufallsgates
Quantisiertes Chaos: Die Suche nach Raster-Zufallsgates
Das Video beginnt damit, dass Simon eine der klassischen Modular-Herausforderungen skizziert: Wie erzeugt man Zufallsgates, die nicht nur wild, sondern auch an ein rhythmisches Raster gebunden sind? Im Joranalogue-Ökosystem heißt das, Module zu nutzen, die Wahrscheinlichkeit ins Clocking bringen, statt einfach nur ungezügeltes Chaos auszugeben. Der Unterschied ist subtil, aber entscheidend – Zufallsgates, die dem Tempo deiner Sequenz folgen, sind für sich entwickelnde Patterns und generative Patches weit nützlicher als völlig freie Trigger.
Simon baut ein Grundpatch mit einem Sequencer (nicht von Joranalogue), der Generate 3 und Filter 8 steuert, dazu Percussion für den rhythmischen Kontext. Ziel ist es, mehr zu erreichen, als einfach nur bei jedem Beat einen Filter zu pingen oder eine Hüllkurve auszulösen. Gesucht wird vielmehr das perfekte Gleichgewicht: Zufall, aber immer im Takt – eine Technik, die dynamische, aber kontrollierte Modular-Rhythmen ermöglicht.

"Ich will etwas, das ein bisschen zufällig ist, aber nicht so zufällig. Ich will, dass es quantisiert zum Rhythmus ist."
("I want something a little bit random, but I just don't want it to be this random. I want it to be quantized to the rhythm.")© Screenshot/Zitat: Joranalogue (YouTube)
Orbit 3 und Compare 2: Logik trifft Chaos

"Das wird nur dann ein Gate auslösen, wenn sowohl die Clock als auch diese Zufallsquelle high sind."
("This will only trigger or fire a gate when both the clock is high and this random source is high.")© Screenshot/Zitat: Joranalogue (YouTube)
Die erste zentrale Technik nutzt das Chaos-Modul Orbit 3 und das Logik-Modul Compare 2. Simon zeigt, wie man die chaotischen Ausgänge von Orbit 3 mithilfe des AND-Logikausgangs von Compare 2 rhythmisch zähmt. Ein chaotisches Signal von Orbit 3 geht in einen Compare-2-Eingang, ein Clock-Signal (hier ein Triangle-Core von Generate 3) in den anderen. So entsteht ein Gate, das nur dann feuert, wenn beide Signale high sind. Das Chaos wird so ans Raster gebunden und es entstehen zufällige, aber quantisierte Trigger.
Er weist darauf hin, dass die Frequenz der chaotischen Quelle entscheidend ist: Ist sie zu hoch im Verhältnis zur Clock, können pro Clock-Puls mehrere Gates entstehen – je nach Absicht ein Feature oder ein Bug. Das Oszilloskop zeigt, dass die resultierenden Gates nicht aufeinanderfolgend, aber dennoch streng am Grid ausgerichtet sind. Ein Paradebeispiel dafür, wie man mit Boolescher Logik aus Zufall musikalische Kohärenz formt.
Simon erwähnt außerdem, dass im Notfall auch ein VCA als einfacher AND-Gate dienen kann – diese Technik ist also nicht auf dedizierte Logikmodule beschränkt. Die Flexibilität steht exemplarisch für den Joranalogue-Ansatz: präzise, aber immer offen für clevere Patch-Ideen.
Step 8: Chaos samplen, Rhythmus bewahren
Anschließend widmet sich Simon dem Step 8-Modul und demonstriert, wie man damit zufällige oder chaotische Spannungen im Takt samplen kann. Ein Clock-Signal geht in den Step-Eingang von Step 8, als Zufallsquelle dienen Orbit 3, White Noise oder auch ein VCO. Bei jedem Clock-Puls wird ein neuer Wert gesampelt – das Ergebnis ist eine Sequenz zufälliger Spannungen, die dank der getakteten Abtastung immer am Raster bleibt.
Simon experimentiert mit verschiedenen Step-8-Modi wie Shift und Cycle und zeigt, wie sich die Analogausgänge als Gates oder Trigger nutzen lassen. Durch gezieltes Zurücksetzen von Step 8 kann man Dichte und Verteilung der Gates weiter formen – von spärlichen, unvorhersehbaren Rhythmen bis zu regelmäßigen, gridgebundenen Mustern. Das Fazit: Step 8 ist eine vielseitige Plattform für kontrollierten Zufall, besonders in Kombination mit anderen Modulen.

"Die eingehenden Werte sind nicht an die Clock gebunden, wirken also zufällig. Aber sie bleiben immer irgendwie am Raster, weil das Timing der Sampling-Aktion von Step 8 durch die Clock bestimmt wird, die in den Step-Eingang geht."
("The values coming in are not tied to the clock, so they appear to be random. But this will always be somewhat tied to the grid, simply because the timing of the sampling action of step 8 is decided by the clock source going into the step input.")© Screenshot/Zitat: Joranalogue (YouTube)
Alternative Wege: VCAs, Feedback und Hybridansätze
Simon bleibt nicht bei den offensichtlichen Lösungen stehen. Er zeigt, wie ein VCA als improvisiertes AND-Gate dienen kann – das erweitert die Möglichkeiten für alle, die keinen Compare 2 besitzen. Durch das Mischen von Gate- und Analogausgängen oder das Kombinieren verschiedener Quellen vor der Logikverarbeitung lässt sich das Verhältnis von Ordnung und Chaos im Gate-Strom feinjustieren. Hier ist Querdenken gefragt – manchmal ist die beste Logik die, die man sich selbst zusammenpatcht.
Außerdem deutet er an, dass Feedback-Patches oder das Einbinden weiterer Module wie Looping-Envelopes oder anderer Modulatoren die Zufälligkeit noch weiter diversifizieren können. Die Botschaft: Die Werkzeuge sind da, aber die eigentliche Magie entsteht durch kreatives Patchen und Experimentieren jenseits des Manuals.
Patchen, Hören, Wiederholen: Modular lebt von Flexibilität
Zum Abschluss betont das Video die Flexibilität und Offenheit des Modular-Patchings. Ob mit dedizierten Logikmodulen, cleveren VCA-Tricks oder der Sampling-Power von Step 8 – es gibt nicht den einen richtigen Weg, um quantisierte Zufallsgates zu erzeugen. Jede Methode bringt ihren eigenen Charakter von Unvorhersehbarkeit, und die besten Ergebnisse entstehen oft durch das Kombinieren von Techniken und das Echtzeit-Tweaken der Parameter.
Simon ermutigt die Zuschauer, diese Ansätze als Ausgangspunkt zu nehmen, nicht als Rezept. Die Schönheit von Modular liegt in den endlosen Permutationen – also patchen, hören und wiederholen, bis das perfekte Gleichgewicht zwischen Chaos und Kontrolle gefunden ist. Wie immer bei Joranalogue steht der Fokus auf eleganten Lösungen, die zum Weiterforschen einladen.
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