Wenn es darum geht, den legendären Sound von Queen auf die Bühne zu bringen, wird kaum ein Keyboard so auf die Probe gestellt wie das Korg Nautilus. Im offiziellen Korg-Video führt uns Spike Edney – langjähriger Keyboarder von Queen – hinter die Kulissen seines Live-Setups und zeigt, wie eine moderne Workstation Jahrzehnte ikonischer Songs meistert. Von klassischen Pianos und satten Streichern über Sample-Triggering bis hin zu Vocoder-Harmonien demonstriert Edney, wie das Nautilus als digitales Schweizer Taschenmesser für Stadion-Konzerte dient. Dieses Walkthrough ist ein Muss für alle, die wissen wollen, wie zeitgemäße Keyboard-Workstations Studiomagie live umsetzen.

6. August 2024
LYRA
Korg Nautilus in der Queen-Arena: Spike Edneys digitale Allzweckwaffe enthüllt
Vom Analog-Turm zum Nautilus: Die Evolution eines Queen-Keyboarders
Spike Edney, der erfahrene Keyboarder von Queen, eröffnet das Video mit einem Rückblick auf seine vier Jahrzehnte mit der Band und seine sich wandelnde Keyboard-Ausrüstung. Er beschreibt die Anfangstage, in denen er mehrere Keyboards gleichzeitig bedienen musste – einen Analogsynth, einen Sampler mit umständlichen Floppy-Disks und ein eigenes Vocoder-Keyboard – alles nötig, um Queens komplexe Arrangements originalgetreu wiederzugeben. Das Setup war zwar beeindruckend, aber logistisch eine Herausforderung, besonders wenn schnelle Soundwechsel während eines Songs nötig waren.
Heute steht das Korg Nautilus im Zentrum seines Setups. Für die Bühne in ein Flügelgehäuse eingebaut, deckt das Nautilus nun alle Aufgaben ab, für die früher ein ganzer Geräte-Turm nötig war. Diese Reduktion ist nicht nur bequem, sondern zeigt auch, wie sehr sich digitale Workstations wie das Nautilus weiterentwickelt haben – mit der Flexibilität und Klangvielfalt, die Queens anspruchsvolles Live-Repertoire verlangt.

"Ich kann tatsächlich die ganze Queen-Show mit diesem einen Keyboard spielen, weil es das reguläre – es hat einen großartigen Pianosound und eine gewichtete Tastatur, die sich wunderbar spielen lässt."
("I can actually do the whole Queen show with this one keyboard because it has the regular—it has a great piano sound and a weighted touch so it's lovely to play.")© Screenshot/Zitat: Korgofficial (YouTube)
Klangarsenal: Pianos, Streicher und individuelle Sample-Power
Das Sound-Library des Nautilus steht im Mittelpunkt von Edneys Workflow. Er lobt das integrierte Piano sowohl für seinen Klang als auch für die gewichtete Tastatur, die sich angenehm spielen lässt. Neben dem Piano liefert die Workstation hochwertige Streicher, Pads und weitere essentielle Klangfarben – alles ohne externe Module oder ständiges Nachladen von Sounds.
Entscheidend hebt Edney die Sample-Import-Fähigkeiten des Nautilus hervor. Damit kann er eigene Sounds und Effekte nach Bedarf abfeuern – ein Quantensprung im Vergleich zur Floppy-Disk-Ära. Die Möglichkeit, eigene Samples mit den Werkspresets zu kombinieren, erlaubt es Edney, sein Setup für jeden Queen-Song maßzuschneidern. So sind ikonische Momente – ob Studioeffekt oder spezieller Instrumentenlayer – immer griffbereit.
Gestapelte Vocals: Der Vocoder als Live-Performance-Tool

"Queen sind berühmt für ihre mehrschichtigen Studio-Vocals – sehr schwierig, das live umzusetzen."
("Queen are famous for their multi-layered studio vocals—very difficult for them to do on stage.")© Screenshot/Zitat: Korgofficial (YouTube)
Ein herausragendes Feature des Nautilus ist für Edney der integrierte Vocoder. Früher war dafür ein eigenes Keyboard reserviert, etwa für Songs wie „Radio Gaga“. Mit dem Nautilus ist diese Funktion direkt eingebaut und ermöglicht es ihm, Vocoder-Texturen nahtlos in den Livesound zu integrieren – ganz ohne zusätzliches Equipment.
Edney zeigt, wie der Vocoder genutzt wird, um Queens berüchtigt dichte Studio-Harmonien live zu verstärken. Auf der Bühne stehen nur wenige Sänger zur Verfügung, daher hilft der Vocoder, die Backing Vocals zu verdichten – besonders bei Songs wie „Now I’m Here“. Das sorgt nicht nur für mehr Klangtiefe, sondern schließt auch die Lücke zwischen den aufwändigen Studio-Produktionen und der Live-Umsetzung.
Sample-Triggering und Studioeffekte: Das Album auf die Bühne holen
Edney erklärt weiter, wie das Nautilus ihm ermöglicht, Samples und Effekte aus den originalen Queen-Aufnahmen live in Echtzeit zu triggern. Bei Songs wie „A Kind of Magic“ kann er ikonische Studioeffekte manuell starten und so punktgenau im Song platzieren. Diese Kontrolle ersetzt das frühere Abspielen von Tapes oder Backing-Tracks und gibt Edney mehr Flexibilität und Spontaneität auf der Bühne.
Er demonstriert außerdem, wie interne Sounds des Nautilus mit diesen Samples kombiniert werden – etwa rückwärts abgespielte Pianos und Becken mit eigenen Workstation-Patches. Das Ergebnis ist ein dynamischer Hybrid-Ansatz: Authentische Studioelemente verschmelzen mit live gespielten Sounds, alles gesteuert von einem einzigen Keyboard. Dieser Workflow erlaubt es Edney, sich flexibel auf die Anforderungen jedes Songs und jeden Moment der Show einzustellen.

"Jetzt triggere ich dieses 'it's a kind of magic' selbst, ich entscheide also, wann es passiert – es ist kein Tape oder so."
("Now I'm triggering that 'it's a kind of magic' myself so I choose when it happens—it's not a tape or anything.")© Screenshot/Zitat: Korgofficial (YouTube)
Ein Keyboard, sie alle zu binden: Nautilus als Queen-Live-Lösung

"Ich bin sehr zufrieden mit dem Korg Nautilus, weil er mir all die Werkzeuge gibt, die ich brauche, um sie jetzt überzeugend darzustellen."
("I'm very happy with the Korg Nautilus because it gives me all those tools that I need to make a convincing representation of them now.")© Screenshot/Zitat: Korgofficial (YouTube)
Für Edney ist das Korg Nautilus mehr als nur ein Keyboard – es ist das umfassende Performance-Zentrum. Er zeigt, wie er Pianos, Streicher, Orgeln und Effekte schichten und oft in Echtzeit per Pedal oder Controller umschalten oder mischen kann. Diese Vielseitigkeit erlaubt es ihm, das gesamte Klangspektrum von Queen überzeugend abzudecken – vom zarten Intro bei „Under Pressure“ bis zu orgelgetriebenen Mittelteilen und darüber hinaus.
Edney betont abschließend, dass kein Live-Setup den Studiosound perfekt replizieren kann, das Nautilus aber nah genug herankommt, um das Publikum zu begeistern. Die Kombination aus Sampling, internen Sounds und Performance-Features gibt ihm alle Werkzeuge an die Hand, um eine authentische und mitreißende Queen-Show zu liefern. Für Keyboarder, die eine einzige, bühnentaugliche Lösung suchen, bietet Edneys Nautilus-Workflow eine überzeugende Blaupause.
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