Im gefleckten Schatten des Superbooth in Berlin lädt uns Sam Gutman ein, in den Zwischenraum einzutauchen, in dem der Korg Phase8 geboren wird – eine Maschine, die die Membran zwischen akustischer Resonanz und elektronischer Vorstellungskraft verwischt. Im Gespräch mit Lukas, einem der Köpfe hinter der Entwicklung, erhaschen wir einen Blick auf die Alchemie aus Ingenieurskunst und Intuition, die dieses Instrument formt. Der Phase8 erzeugt nicht einfach Klänge; er haucht magnetische Geister und greifbare Echos aus und deutet auf neue, noch unerforschte Klanglandschaften hin. Dies ist eine Geschichte von Erfindung, Iteration und den schimmernden Möglichkeiten, die entstehen, wenn Tradition und Innovation kollidieren.

Zwischen Metall und Mirage: Die Philosophie des Phase8
Der Korg Phase8 erscheint nicht einfach als Synthesizer, sondern als Gefäß für klangliches Erzählen – eine Brücke zwischen der greifbaren Welt akustischer Instrumente und der grenzenlosen Weite elektronischer Klänge. Sam Gutmans Gespräch mit Lukas, einem der Erfinder des Phase8, offenbart eine Design-Philosophie, die von Neugier getrieben ist: Wie lässt sich die Körperlichkeit von Zungen und Resonatoren in die Schaltkreise moderner Synthese einweben? Diese Frage ist das Gravitationszentrum, um das der Phase8 kreist.
Von Anfang an suchte das Team Inspiration beim legendären Rhodes E-Piano, doch ihr Ziel war nicht Nachahmung, sondern Überschreitung. Die Architektur des Phase8 lädt uns ein, eine Klanglandschaft zu imaginieren, in der elektromagnetische Hämmer und kapazitive Tonabnehmer Töne erschaffen, die zwischen Vertrautem und Unbekanntem schimmern. Es ist eine Maschine, die uns auffordert, nicht nur mit den Ohren, sondern mit unserem Staunen zu hören.

"Wie können wir Akustik in Elektronik einbetten?"
("How can we embed acoustics into electronics?")© Screenshot/Zitat: Samgutman (YouTube)
Elektromagnetische Träume: Ingenieurskunst am Limit

"Ein optischer Pickup ist, glaube ich, einfach eine LED, die am Ende des Resonators platziert wird, und darunter befindet sich ein Fotosensor, und der Resonator wirft einen Schatten, und dieser Schatten wird zum Audiosignal, das der Pickup aufnimmt."
("An optical pickup is, I guess, just an LED that's placed at the end of the resonator, and then there's a photo sensor underneath, and the resonator would cast a shadow, and that shadow becomes the audio signal that is the pickup.")© Screenshot/Zitat: Samgutman (YouTube)
Die Entwicklung des Phase8 bedeutete einen Vorstoß ins Unbekannte, wo die Gesetze der Physik und die Poesie des Klangs sich verflechten. Lukas beschreibt eine Reise voller Experimente – mit elektromagnetischen Treibern, kapazitiven Tonabnehmern und sogar dem spektralen Reiz optischer Pickups. Jeder Ansatz brachte seine eigene Resonanz, seine eigenen Herausforderungen und Erkenntnisse.
Der optische Pickup beispielsweise warf buchstäblich Schatten in den Audiobereich und verwandelte die Bewegung eines Resonators in ein geisterhaftes Signal. Doch wie bei allen Träumen setzte die Realität Grenzen: Lichtempfindlichkeit und Fertigungsprobleme lenkten das Team zu einer praktikableren Lösung. Das Ergebnis ist ein hybrides System, geboren aus Versuch und Irrtum, das den magnetischen Atem von Stahl und die feine Nuance der Berührung einfängt.
Iteration als Alchemie: Prototypen und Prozess
Schöpfung, so teilt Lukas mit, verläuft selten geradlinig. Die Entwicklung des Phase8 entfaltete sich über acht verschiedene Phasen – jede ein Schmelztiegel für Ideen, von denen manche zu vollständigen Instrumenten reiften, andere kurz aufflackerten, bevor sie wieder verschwanden. Dieser iterative Tanz spiegelt sich im Namen des Instruments wider, ein Hinweis auf den verschlungenen Weg von der Idee zur Realität.
Die Prototypen reichten von Ein-Stimmen-Testgeräten bis hin zu fast fertigen Instrumenten, jede Iteration ein Gefäß für Entdeckungen. Viele Ideen, die für diese Version beiseitegelegt wurden, warten im Hintergrund – bereit, in zukünftigen Korg-Kreationen wiedergeboren zu werden. Der Phase8 ist also kein statischer Endpunkt, sondern ein lebendiges Kapitel in einer viel größeren klanglichen Erzählung.

"Phase acht beschreibt tatsächlich die Stufe des Forschungsprojekts, daher stammt der Name."
("Phase eight actually describes the stage of the research project, so that's where the name came from.")© Screenshot/Zitat: Samgutman (YouTube)
Fundament für die Zukunft: Der Phase8 als Katalysator
Der Phase8 steht sowohl als Kulmination wie als Anfang – ein Grundstein für Korgs zukünftige Klangforschung. Lukas deutet an, dass die DNA des Instruments, geformt durch zahllose Experimente und materielle Zwänge, in neue Produkte ausstrahlen wird. Manche Ideen, die für den aktuellen Phase8 nicht passten, könnten anderswo im Korg-Universum ihre wahre Stimme finden.
Materielle Realitäten prägten die Reise ebenso wie die kreative Vision. Der für die Resonatoren verwendete magnetische Stahl, entlehnt aus der Welt der Harmonikas und Akkordeons, zeugt von der Notwendigkeit, sich im Gravitationsfeld größerer Industrien zu bewegen. So ist der Phase8 ein Zeugnis von Einfallsreichtum und Anpassung, seine Existenz ein Aushandeln zwischen Traum und Machbarkeit.
Keim der Möglichkeiten: Nutzerfeedback und Wachstum

"Es ist wirklich nur wie dieser Anfangssame von: Was könnten die Leute eigentlich damit machen?"
("It's really just like this beginning seed of kind of like, oh, what could people actually do with it.")© Screenshot/Zitat: Samgutman (YouTube)
Während der Phase8 in die Hände von Künstlern gelangt, beginnt seine Geschichte erst. Erste Rückmeldungen, wie Sam und Lukas besprechen, offenbaren eine Landschaft kreativer Potenziale – geformt ebenso sehr von der Vorstellungskraft der Nutzer wie von der Intention der Entwickler. Besonders der akustische Sequencer des Instruments entfacht Visionen neuer Hybride: Vielleicht ein zukünftiger Phase8 mit vollständiger Tastatur, der den Geist des Rhodes kanalisiert und dabei seine einzigartige mechanische Seele bewahrt.
Doch wie bei allen lebendigen Instrumenten lässt sich die wahre Magie des Phase8 nur in freier Wildbahn spüren. Das Video vermittelt das Gefühl, dass diese Maschine weniger ein fertiges Produkt als ein Same ist – einer, dessen Wurzeln tief in den fruchtbaren Boden musikalischer Erfindungskraft dringen werden. Um ihre Resonanz wirklich zu erfassen, muss man in ihr Magnetfeld eintreten und lauschen, wie neue Klanggeister beschworen werden.
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