Logic Pro 12: Chris Sangster sucht nach Gold (und findet eine Abo-Falle)

10. Februar 2026

SPARKY

Logic Pro 12: Chris Sangster sucht nach Gold (und findet eine Abo-Falle)

Chris Sangster, der Kopf hinter sangstersounds, nimmt Logic Pro 12 unter die Lupe – und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Ist dieses Update wirklich ein Upgrade für den Rave-Bunker oder nur ein weiterer glänzender Apple-Ablenker? Von Synth Session Players, die mit Großartigkeit flirten, bis hin zu einem Chord ID, das verwirrter ist als ein DJ auf dem Dorffest, schneidet Sangster mit seinem typischen LA-Polish und trockenem Witz durch den Hype. Wer wissen will, ob Logic Pro 12 wirklich den SSD-Platz wert ist – oder ob Apples neues Abo-Modell bald das Portemonnaie plündert – sollte sich anschnallen. Dieses Review hat mehr Wendungen als ein Modular-Patchkabel.

Logic 12: Das Update, auf das niemand ein Jahrzehnt gewartet hat

Apple hat Logic Pro 12 rausgehauen – kaum anderthalb Jahre nach Version 11. Das ist, als würde man ein neues iPhone bekommen, bevor das alte überhaupt einen Kratzer hat. Chris Sangster stellt direkt die große Frage: Verdient dieses Update wirklich eine neue Versionsnummer oder ist das nur ein Marketing-Move, um Logic im Apple-Ökosystem frisch wirken zu lassen?

Die Antwort ist nicht offensichtlich. Sangsters Ansatz ist klassisch – direkt, ohne Schnickschnack und mit einer gesunden Portion Skepsis. Er schwärmt nicht über jedes neue Icon oder Menü. Stattdessen schaut er auf Workflow, Features und ob das Ganze für echte Producer überhaupt relevant ist. Wer eine Revolution erwartet, sollte sich anschnallen: Hier gibt’s eher Feintuning als Gamechanger.

Es gibt drei große neue Features in Logic 12, zwei davon finde ich wirklich spannend, und eines lässt mich etwas ratlos zurück.

© Screenshot/Zitat: Sangstersounds (YouTube)

Synth Session Players: Einstiegsdroge oder Käseshow?

Ehrlich gesagt, auch wenn ich die Funktionalität mag, bin ich kein großer Fan der Sounds im Synth-Bass-Session-Player. Viele Presets…

© Screenshot/Zitat: Sangstersounds (YouTube)

Das große Aushängeschild von Logic 12 sind die neuen Synth Session Players – Erweiterungen für Keyboard- und Bass-Player, die von modulierter Pad bis 808-Bass alles versprechen. Sangsters Urteil? Erwartet keinen zweiten Coming. Die Sounds machen Spaß, vor allem für Einsteiger, aber erfahrene Hasen sehen das eher als nettes Extra denn als Must-Have.

Das Interface ist schick, mit Envelope- und LFO-Tweaks, die Synth-Basics für Neulinge weniger furchteinflößend machen. Wer tiefer gräbt, findet aber Macken – etwa LFOs, die MIDI-CC-Automation schreiben statt Alchemys interne Power zu nutzen. Die Synth-Bass-Presets? Sagen wir mal so: käsiger als die Pizza um Mitternacht. Für schnelle Skizzen oder Synth-Einsteiger sind die Players ein Gewinn – aber für den nächsten Warehouse-Rave reichen sie nicht.

Chord ID: Genial auf dem Papier, B-Minus in der Praxis

Alle sind heiß auf Chord ID – das Feature, das Audio oder MIDI analysieren und die richtigen Akkorde ausspucken soll. Sangster testet es ausgiebig, das Ergebnis ist… gemischt. Bei einfachen Tracks klappt’s meist, aber bei schnellen Wechseln oder komplexen Harmonien geht’s schneller schief als ein billiges Patchkabel.

Der eigentliche Knackpunkt: Chord ID scheint MIDI erst in Audio zu verwandeln und dann zu analysieren – was zu seltsamen Fehlern führt, wie etwa das Übersehen einer klar gespielten Septime. Sangster ist enttäuscht, gerade weil das Feature den MIDI-Workflow revolutionieren sollte. Kleine Lichtblicke gibt’s, wie den verbesserten Chord Picker, aber insgesamt wirkt Chord ID noch unfertig. Die Idee ist top, die Ausführung braucht noch ein Wunder-Update.

Wer sehen will, wie sehr Chord ID entgleisen kann, sollte sich das Video anschauen – manche Fehler muss man einfach hören. Fürs Erste gibt’s ein B-Minus: gute Idee, holprige Umsetzung.

Das ist wirklich enttäuschend für mich, denn auf dieses Feature im Chord Track hatte ich mich am meisten gefreut – eine schnelle…

© Screenshot/Zitat: Sangstersounds (YouTube)

Workflow-Tweaks: Kleine Siege für die Studio-Ratten

Abseits der großen Features steckt Logic 12 voller kleiner Workflow-Verbesserungen, die nur echte Studio-Ratten zu schätzen wissen. Sangster freut sich über Plugins, die beim Kopieren nicht mehr automatisch aufpoppen, Scale Quantize fürs MIDI-Zeichnen und Match EQ mit echten Boost/Cut-Limits. Genau das Zeug, das den Produktionsalltag weniger zum Toaster-Fight macht.

Nicht jeder Feinschliff überzeugt – manche neuen Menüs wirken überflüssig, und ein paar Änderungen (wie das Patch-Lade-Chaos) sind eher verwirrend als hilfreich. Insgesamt sind es aber genau diese kleinen Fixes, die Logic 12 für Hardcore-User attraktiv machen. Wer täglich im DAW ackert, wird hier die echten Fortschritte finden.


Abo-Schatten: Das Creator Studio Manöver

Ist das nicht etwas, das man leicht in diesen 'Content Hub' integrieren und hinter einer Paywall verstecken könnte?

© Screenshot/Zitat: Sangstersounds (YouTube)

Gerade als man sich gemütlich einrichtet, wirft Apple mit dem Creator Studio-Abo die nächste Bombe. Noch ist Logics Einmalkauf sicher, aber Sangster setzt vorsorglich den Aluhut auf – und das nicht ohne Grund. Die Pixelmator-Pro-Taktik, das mysteriöse neue Sound Library-Fenster und Apples vorsichtige Formulierungen deuten alle auf eine Zukunft hin, in der Features hinter einer Paywall verschwinden könnten.

Wer Abo-Allergie hat, sollte wachsam bleiben. Sangster glaubt das Marketing-Blabla nicht – und du solltest es auch nicht. Das Fazit? Logic 12 ist keine Revolution, aber für Session-Player- oder Chord-Track-Fans einen Blick wert. Ansonsten: Bleib bei deinem Setup und beobachte die Lage – die echten Veränderungen könnten erst noch kommen.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/logic-pro-12-chris-sangster-digs-for-gold-and-finds-a-subscription-paywall/
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