LOOK MUM NO COMPUTER ist zurück im Bastelkeller und erweckt diesmal ein Stück britischer Elektronikgeschichte zum Leben: die Compton-Orgel. Vergiss Hammond-Klone und brave Presets – hier geht’s um elektrostatistische Magie, Hochspannung und Tonräder, die du garantiert nicht auf eBay findest. Wie man es von LMNC kennt, gibt’s einen Crashkurs in seltener Orgeltechnik, ein wildes DIY-Projekt und genug Chaos, um jeden Synth-Nerd am Bildschirm zu fesseln. Wer denkt, Kirchenorgeln seien langweilig, bekommt hier ordentlich einen auf die Glocke. Freu dich auf Hacks, Pannen und Sounds, die du sonst nirgends hörst – es sei denn, du hast 500 Volt und einen Todeswunsch.

22. Dezember 2025
SPARKY
LOOK MUM NO COMPUTER lässt die Elektrostatik tanzen: Compton-Orgel-Tonräder im DIY-Revival
Compton: Nicht die Orgel deiner Oma
Das Video startet mit einem Crashkurs von LOOK MUM NO COMPUTER zur Compton-Orgel – einer britischen Firma, die nicht nur monströse Pfeifenorgeln für Kirchen baute, sondern auch früh in die elektronische Klangerzeugung einstieg. Wir reden hier von Geräten, die Hammond wie Kinderspielzeug aussehen lassen. Der Compton Electron, ihr erster Versuch, nutzte zwei riesige Scheiben und mal eben 500 Volt, um Wellenformen zu erzeugen. Das war kein eigenständiger Synth, sondern ein Add-on für ihre Pfeifenmonster – und lief mit Elektrostatik statt mit der üblichen elektromagnetischen Nummer.
Das Verrückte: Compton umging Hammonds Patente, indem sie voll auf Elektrostatik setzten. Keine Magnet-Pickups und Zähnchenräder, sondern aufgedruckte Wellenformen auf Scheiben und ein Design, das direkt aus dem Labor eines verrückten Wissenschaftlers stammen könnte. LMNC zeigt sogar ein Demo aus dem italienischen Synth-Museum, wo man das Tonrad direkt durch einen Gitarrenverstärker hören kann. Wer denkt, Kirchenorgeln seien nur für staubige Choräle, wird hier eines Besseren belehrt – das ist pure Rave-Bunker-Energie im Holzgehäuse.

"then it all spins and you plonk 500 volts through the thing and it generates those tones at the other end"
© Screenshot/Zitat: Lookmumnocomputer (YouTube)
Tonräder und Hochspannung: Das Geheimrezept
Comptons Orgeln waren nicht nur schräg, sondern auch technische Meisterwerke. Jede Note der Oktave bekam ihr eigenes, identisches Tonrad, die Tonhöhe wurde einfach über die Größe der Riemenscheiben bestimmt. Um überhaupt einen Ton zu bekommen, musste man die Räder mit 500 Volt Gleichstrom füttern und hoffen, dass man sich nicht grillt – am Ende kamen nur ein paar Millivolt heraus. Das Ganze lief über ein Riemensystem, mit komplexer Relais-Schaltung zur Klangwahl. Ein Setup, bei dem moderne Synth-Nerds ins Schwitzen kommen – aber genau das macht diese Maschinen so kultig.
Noch verrückter: In den 70ern fand Compton heraus, dass die Orgeln auch mit 12V Wechselstrom statt 500V Gleichstrom liefen – nur eine Randnotiz in der Firmengeschichte, aber LMNC bringt es tatsächlich zum Laufen. Genau solche tiefen DIY-Hacks machen seinen Kanal zum Pflichtprogramm für alle, die Elektronik gern mit einer Prise Lebensgefahr mögen.
DIY-Tonrad-Revival: Platinen und 3D-Druck

"these tone wheels that i have in my hand are practically impossible to find"
© Screenshot/Zitat: Lookmumnocomputer (YouTube)
Da originale Compton-Tonräder seltener sind als höfliche YouTube-Kommentare, baut LMNC kurzerhand eigene. Er scannt die alten Räder, entwirft Platinen-Versionen und macht sich ans Werk, einen modernen Klon zu basteln. Zuerst wird der Signalweg verbessert – weniger Störgeräusche, mehr Output dank neuem OpAmp-Oszillator. Es wird gebreadboardet, mit Widerständen gespielt und so gebastelt, dass man am liebsten selbst zum Lötkolben greifen möchte.
Dann wird’s handfest: 3D-gedruckte Gehäuse, Kugellager und eine Schleifscheibe, die – ehrlich gesagt – ziemlicher Murks ist. Aber genau das ist der Charme: Hier entsteht kein Hochglanzprodukt, sondern ein lebendiges Experiment. LMNCs Methode ist, Hauptsache es läuft – notfalls wird der Rotor einfach an die Flansch gelötet und gehofft. Wer eine Schritt-für-Schritt-Anleitung sucht, ist hier falsch; wer sehen will, wie eine Tonrad-Orgel im Lötqualm wiedergeboren wird, ist goldrichtig.
Triumphe, Fails und der Scratchy Drone of Doom
Das Projekt läuft nicht ganz nach Plan – es gibt hektische Notlösungen, ein paar Bastel-Pannen und am Ende eine Maschine, die mehr kratzigen Drone als Orgel liefert. LMNC steht zum Chaos, kritzelt das Gehäuse voll, um von den Macken abzulenken, und packt ein riesiges Schwungrad drauf, damit das Ding länger dreht. Das Ergebnis? Ein hypnotisches, lärmendes Unikat für Becky Stern als Secret-Santa-Geschenk. Nicht perfekt, aber mit Charakter – und es dreht länger als so mancher Boutique-Synth.
Wir bekommen auch einen Blick auf Version zwei mit kabellosen Pickups und engeren Toleranzen, plus die Aussicht auf Version drei. Es ist der klassische LMNC-Weg: Mit einer wilden Idee starten, ein paar Sachen zerlegen und am Ende etwas Funktionales und herrlich Schrulliges abliefern. Wer das echte Drama sehen will – wackelige Builds, Nachtschichten und den Moment, in dem’s plötzlich klappt – muss das Video schauen. Manche Eskalation lässt sich einfach nicht in Text fassen.

"the scratchy drone of doom"
© Screenshot/Zitat: Lookmumnocomputer (YouTube)
Sound-Demos: Orgelklänge mit Eigenleben
Kein LMNC-Bau ohne Soundcheck – und der hat es in sich. Die nachgebauten Tonräder liefern klassische Orgelklänge, aber mit einem kratzigen, unberechenbaren DIY-Charakter. Man kann drehen, scratchen und dronen, wie man will – auf Kathedralen-Perfektion sollte man aber nicht hoffen. Der wahre Zauber steckt in den Macken, und wer jedes Wackeln und Jaulen hören will, muss das Video selbst anschauen. Glaub mir, deine Lautsprecher werden es lieben.
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