Das Make Noise DPO gilt als moderner Klassiker in der Eurorack-Welt, und in diesem Video führt uns Gründer Tony Rolando tief in die Ursprünge, Designbesonderheiten und die klangliche Philosophie des Moduls ein. Im typisch experimentellen Make Noise-Stil erhalten wir einen seltenen Einblick, wie die Dual-Complex-Oszillator-Architektur des DPO eher durch Tagträume und Schaltplan-Detektivarbeit als durch direkte Nachahmung entstand. Es erwarten uns Geschichten über Buchla-inspirierte Spekulationen, praktische Patch-Beispiele und jene Modulationsmagie, die nur ein Make Noise-Modul entfalten kann. Wer sich für das Zusammenspiel, die Mutation und das Eigenleben von Oszillatoren im Patch interessiert, sollte dieses Video nicht verpassen.

17. Juli 2025
MILES
Make Noise DPO: Das Biest im Rack – Eine Entstehungsgeschichte
Ein Dual-Oszillator für neugierige Patchköpfe
Das DPO wird als Dual-Complex-Oszillator vorgestellt, der für die Entdecker im Eurorack-Universum entwickelt wurde. Zur Zeit seiner Entstehung dominierten klassische VCOs von Doepfer, Plan B und digitale Vertreter wie der Hertz Donut den Markt, doch die Idee eines wirklich komplexen Oszillators im Eurorack war noch neu. Tony Rolando beschreibt, wie das DPO entstand, um eine Lücke zu füllen und mehr als nur Grundwellenformen und einfache FM zu bieten.
Was das DPO schon in seinen ersten Prototypen auszeichnete, ist der Fokus auf Interaktion und Modulation zwischen zwei Oszillatoren. Es geht nicht einfach darum, zwei VCOs zu stapeln – vielmehr entsteht hier ein Spielplatz für Kreuzmodulation, Sync und klangliche Formung. Diese Philosophie zieht sich durch das ganze Video: Make Noise setzt weniger auf klinische Präzision, sondern will zum klanglichen Abenteuer im Rack anregen.
Modulationsbusse und klangliche Alchemie
Die besonderen Features des DPO treten mit seinem Modulationsbus hervor, der es beiden Oszillatoren erlaubt, sich gegenseitig in mehreren Richtungen zu modulieren. Das ist weit mehr als lineare FM oder einfacher Sync – Rolando hebt hervor, wie der Modulationsbus zirkulär arbeiten kann, sodass A B moduliert, während B gleichzeitig A beeinflusst. Solche Feedback-Pfade sind ein Garant für reiche, unvorhersehbare Texturen.
Ein weiteres Schlüsselelement ist die klangliche Modifikation. Das DPO bietet drei unterschiedliche Schaltungen – Shape, Angle und Fold – die jeweils unterschiedlich schnell auf eingehende Modulation reagieren. Durch die gezielte Abstimmung der Slew-Rates kann ein einzelnes LFO am Modulationsbus den Eindruck erwecken, als wären mehrere, unabhängig voneinander agierende Modulatoren am Werk. Diese Designentscheidung verleiht dem DPO seine Fähigkeit, aus einfachen Steuersignalen komplexe, sich entwickelnde Wellenformen zu erzeugen.

"Wenn jede dieser Schaltungen unterschiedlich auf verschiedene Raten, mit unterschiedlichen Slew-Rates, reagiert, dann kann ein LFO wie drei verschiedene LFOs klingen, weil die drei Schaltungen so unterschiedlich auf dasselbe LFO reagieren."
("If each of these circuits responds differently at different rates, with different slew rates, then one LFO can end up sounding like three different LFOs because the three different circuits are all responding so differently to that same LFO.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Buchla-Träume und DIY-Realitäten

"Ich wurde geboren aus Tagträumen darüber, wie ein Buchla 259 klingen könnte."
("I was born out of daydreaming about what a Buchla 259 might sound like.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Tony Rolando spricht offen über die Einflüsse bei der Entwicklung des DPO, allen voran den Buchla 259. Allerdings stellt er klar, dass er während der Entwicklung nie einen 259 persönlich gehört hat – ein Umstand, der das DPO eher zu einer spekulativen Hommage als zu einem direkten Klon machte. Stattdessen stützte sich Rolando auf Fotos, Platinenbilder und verstreute Schaltpläne, um sich vorzustellen, wie ein solcher Dual-Oszillator klingen könnte.
So entstand ein Modul, das nach Rolandos eigenen Worten wohl am wenigsten den Klang des Buchla 259 unter den Eurorack-Pendants trifft. Der Charakter des DPO wird als „wollig“ und animalisch beschrieben – roher und aggressiver als das Original, das Rolando bei seiner ersten Begegnung überraschend zahm fand. Das Ergebnis ist ein Modul, das den Geist der Westküsten-Synthese durch eine unverkennbare Make Noise-Brille interpretiert.
Kreative Modulation: Das Geheimrezept des DPO
Das kreative Potenzial des DPO liegt in seiner Fähigkeit, durch vielfältige Modulationswege einzigartige Texturen zu erzeugen. Im Video wird erläutert, wie die verschiedenen Timbre-Schaltungen – Shape, Angle und Fold – jeweils unterschiedlich auf dieselbe Modulationsquelle reagieren, dank ihrer individuell abgestimmten Slew-Rates. So kann ein einziges LFO den Klang auf drei verschiedene Arten animieren und ein einfaches Patch in ein lebendiges, atmendes Gebilde verwandeln.
Rolando geht auch auf Features wie Oszillator-Sync und den berüchtigten Strike-Eingang ein, der dem Wavefolder einen ordentlichen Aggressionsschub verpasst. Diese Designentscheidungen waren nicht nur technische Überlegungen, sondern entstanden aus echten Patch-Bedürfnissen und dem Wunsch, den Nutzern eine breite Palette klanglicher Möglichkeiten zu bieten. Das DPO wird so weniger zum statischen Instrument, sondern vielmehr zum Werkzeugkasten für fortlaufende Klangforschung.
Vom Patch-Tisch zu klanglichen Landschaften
In der Praxis beweist das DPO seinen Wert als Herzstück für ausladendes Sounddesign. Rolando beschreibt, wie es eine zentrale Rolle in seinen eigenen Shared-System-Patches spielte, etwa auf dem Album „Imagine a Dolphin“, wo das DPO von Wasseraufnahmen gesteuert wurde, um fließende, FM-reiche Texturen zu erzeugen. Hier zeigt sich die Stärke des Moduls, sowohl subtile Sinuswellen als auch aggressive FM zu meistern.
Das Video schließt mit dem bleibenden Konzept des DPO: der Art, wie seine drei Timbre-Schaltungen unterschiedlich auf dieselbe Modulationsquelle reagieren. Diese frühe Form der Multimodulation ist heute ein Markenzeichen von Make Noise und erlaubt es, mit nur einem LFO jede Klangparameter in eine eigene Richtung zu schieben. Für Patch-Fans, die organisch-evolving Klanglandschaften erschaffen wollen, bleibt das DPO ein inspirierendes Werkzeug.

"Dieses Konzept dieser Art von Multimodulation hat definitiv mit dem DPO begonnen."
("That concept of this sort of multimodulation definitely started with the DPO.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Zum YouTube Video:
Latest articles
Zum YouTube Video:
https://www.youtube.com/MAKEN0ISEMUSIC
Links von MAKEN0ISEMUSIC:
Werbung – Partnerlinks:
Bei einem Kauf über die folgenden Links erhalten wir ggf. eine Provision – ohne Mehrkosten für dich. Der Link führt zu einer Amazon-Stichwortsuche. Je nach Verfügbarkeit können andere Treffer angezeigt werden.
🔗 Preis auf Amazon prüfen