Make Noise, die Tüftler aus Asheville, bringen mit dem MultiMod ein Modul, das deine Modulationsmöglichkeiten aus nur einem Steuersignal vervielfacht. Im gewohnt experimentellen Stil zeigt Make Noise, wie MultiMod nicht einfach nur CVs kopiert, sondern sie in eine Schar verwandter Signale mit jeweils eigener Phase und Geschwindigkeit verwandelt. Das Video führt durch die wichtigsten Parameter, kreative Read-Shapes und die Philosophie hinter dem Design – und deutet dabei an, wie viel unentdecktes Klangterritorium noch wartet. Wer nach neuen Modulationstricks sucht und mehr aus seinen Patchpunkten holen will, könnte im MultiMod das nächste Lieblingswerkzeug finden.

13. Februar 2025
MILES
Make Noise MultiMod: Ein Signal, achtfache Modulationsmagie im Eurorack
Von eins zu vielen: Das MultiMod-Prinzip
MultiMod betritt die Eurorack-Bühne als Modul, das gezielt ein einziges Steuersignal in eine Vielzahl verwandter Modulationen verwandelt. Statt als klassischer Multiple zu agieren, nimmt MultiMod ein eingehendes CV und erzeugt acht verschiedene Ausgänge, die jeweils modifizierte Geschwister des Originals sind. Das Ergebnis ist eine Gruppe von Signalen, die miteinander verwandt, aber nicht identisch sind – und damit eine Kaskade an Modulationsmöglichkeiten aus nur einer Geste bieten.
Gerade für alle, die Komplexität und Bewegung in ihre Patches bringen wollen, ohne gleich einen ganzen Zoo aus LFOs oder Hüllkurven zu bemühen, ist dieser Ansatz spannend. Make Noise zeigt, wie ein einziger Druck auf einen Controller durch das Patch „wellenartig“ weitergegeben wird und so miteinander verbundene Modulationsereignisse entstehen. Eine klare Einladung, die Verteilung und Transformation von Modulation im Modularsystem neu zu denken.

"MultiMod takes a single control signal and copies it eight times, but further it modifies those copies by weighted adjustment of phase and speed."
© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Time, Phase, Spread: Die Modulations-Trinität

"The three parameters are highly interrelated, but we'll attempt to go through one at a time."
© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Im Zentrum der Flexibilität von MultiMod stehen drei Hauptparameter: Time, Phase und Spread. Jeder beeinflusst das Verhältnis zwischen dem ursprünglichen Steuersignal und seinen acht Ablegern. Time bestimmt das Zeitfenster, das MultiMod aufnimmt und wiedergibt – und damit die Tiefe und Dauer der Modulation an den Ausgängen. Je weiter man den Time-Regler aufdreht, desto länger wird das eingefangene Segment und desto ausgeprägter die Modulationsmöglichkeiten.
Phase sorgt für eine gewichtete Verschiebung über die Ausgänge hinweg, sodass jeder Kanal das Eingangssignal zu einem anderen Zeitpunkt wiedergibt. Bei minimaler Phase laufen alle Ausgänge synchron, mit zunehmender Phase driften die Kanäle auseinander – die äußeren Ausgänge erreichen dabei bis zu 180 Grad Phasenverschiebung. Das erzeugt einen gestaffelten, kaskadierenden Effekt, der sich bestens für polyrhythmische oder räumliche Modulationen eignet.
Spread wiederum manipuliert die Wiedergabegeschwindigkeit jedes Ausgangs. Auf 12 Uhr laufen alle Kanäle gleich schnell, dreht man Spread nach oben oder unten, beschleunigen oder verlangsamen sich die oberen und unteren Reihen relativ zueinander. So entstehen Ausgänge, die loopen, sich überlappen oder sogar einzelne Ereignisse auslassen – ein Spielplatz für sich ständig verändernde Phasenbeziehungen und rhythmische Komplexität.
Read Shapes: Mehr als nur vorwärts abspielen
MultiMod bleibt nicht beim einfachen Zeitverschieben stehen. Mit den Read-Shapes kann man wählen, wie das aufgenommene Signal durchlaufen wird – mit Optionen für vorwärts, rückwärts, Ping-Pong und noch ausgefallenere Modi. Standard ist der einfache Vorwärtslauf, aber schon ein Wechsel auf Ring (rückwärts) oder Ping-Pong kehrt die Modulationsrichtung um oder lässt sie alternieren – und bringt sofort neue Bewegung ins Patch.
Andere Shapes wie Stair Step, Random Access und Ramplets sorgen für Sprünge und Zufälligkeit, entweder in fester Reihenfolge oder an zufälligen Punkten. Damit lassen sich kreative Manipulationen wie das Extrahieren von Subsequenzen, unvorhersehbare Modulationen oder sich ständig entwickelnde Muster erzeugen – und das alles aus demselben Steuersignal.

"Orange is random access read, which also jumps from one moment to another, but not in order, instead selecting moments randomly."
© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Neuer Modulations-Workflow: Kreative Möglichkeiten

"With just a single parameter or maybe a handful of parameters, in this case, with multimod, you have three parameters. But with those three parameters, you can create dramatic sweeping changes through a patch."
© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Die Grundidee von MultiMod ist es, aus einer einzigen Quelle eine Fülle von Modulationen zu generieren – und damit das Patchen grundlegend zu verändern. Mit nur drei Parametern lassen sich dramatische Veränderungen im System gestalten, von Filtersweeps bis zu rhythmischen Gates, alles koordiniert und doch ständig im Wandel. Das Modul lädt zum Experimentieren ein und belohnt alle, die sich auf seine komplexeren Interaktionen einlassen.
Make Noise macht klar: MultiMod soll Modular nicht einfacher machen – im Gegenteil, anfangs könnte es das Patchen sogar komplizierter machen, bis man die Logik durchschaut hat. Aber wer sich darauf einlässt, bekommt ein mächtiges Werkzeug, um Modulationsstrukturen zu bauen, für die sonst ein ganzer Werkzeugkasten nötig wäre. Im Video werden Beispiele wie das Generieren mehrerer sequenzierter CVs, das Extrahieren von Submustern und das Schichten von sich entwickelnden Gate-Strömen gezeigt – alles aus einem Eingang oder sogar aus dem internen LFO, wenn kein Input anliegt.
Hardware-Power und Modular-Mindset
Unter der Haube basiert MultiMod auf einer neuen DSP-Plattform, die sich wie ein analoges Modul verhält – mit I/O-Bereichen bis ±10V, was den klassischen Eurorack-Limits entspricht oder diese sogar übertrifft. So kann das Modul auch quantisierte Pitch-CVs und andere kritische Signale ohne die Reichweitenbegrenzungen vieler Digitalmodule verarbeiten. Die 24-Bit-Auflösung sorgt für hohe Präzision, und das 10hp-Format hält das Modul kompakt für volle Racks.
Make Noise positioniert MultiMod als Utility und kreatives Instrument zugleich – für klassische Modulationsaufgaben ebenso wie für Ausflüge ins klangliche Neuland. Die Philosophie: neue musikalische Ideen anstoßen, nicht nur alte Rezepte wiederholen. Wie das Video einräumt, sind längst nicht alle Einsatzmöglichkeiten entdeckt – aber Hardware und Interface machen MultiMod schon jetzt zu einer spannenden Ergänzung für erfahrene Patch-Profis und alle, die das Unbekannte suchen.
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