Make Noise PoliMATHS: Ein tiefer Blick auf Span-Modi und modulare Möglichkeiten

30. Oktober 2025

MILES

Make Noise PoliMATHS: Ein tiefer Blick auf Span-Modi und modulare Möglichkeiten

Make Noise, die experimentierfreudigen Modular-Pioniere aus Asheville, melden sich mit einer fokussierten Erkundung ihres neuen PoliMATHS-Moduls zurück. Im offiziellen Video führt das Team durch die drei charakteristischen Span-Modi – Channel Index, Round und Parallel – die jeweils einen eigenen Ansatz zur Pattern-Generierung über die acht Kanäle des Moduls eröffnen. Erwartet werden patch-orientierte Demonstrationen mit Voltage Addressing, getakteter Sequenzierung und Clock Division. Wer kreative Modulation und komplexes Signalrouting liebt, erhält hier einen aufschlussreichen Einblick, wie PoliMATHS zum Nervenzentrum eines Eurorack-Setups werden kann.

Aus Eins mach Viele: Die Span-Philosophie von PoliMATHS

PoliMATHS, Make Noises neuester Vorstoß in Sachen Multikanal-Modulsteuerung, dreht sich ganz darum, mit minimalem Input maximale Vielfalt herauszuholen. Das Video beginnt mit der zentralen Idee des Moduls: drei unterschiedliche Span-Modi – Channel Index, Round und Parallel – die jeweils eine eigene Methode bieten, die acht verfügbaren Kanäle zu aktivieren und zu mustern. Es geht hier nicht nur um das Auslösen von Gates, sondern um das Formen der Logik, wie Funktionen im Rack verteilt werden.

Der Ansatz ist flexibel und kreativ offen. Durch das Zusammenspiel von Span- und Activate-Steuerung kann man zwischen Modi wechseln, die an Voltage Addressing, Sequencing und Clock Division erinnern. Das Ergebnis ist eine Plattform, die zum Experimentieren einlädt und es ermöglicht, von einfachen Strums zu komplexen, sich entwickelnden Mustern mit nur wenigen Handgriffen zu wechseln. Wie bei Make Noise üblich, steht das Werkzeug für eigene Workflows im Vordergrund – nicht die Vorgabe eines festen Patch-Wegs.

Span und Activate geben uns drei Möglichkeiten, unterschiedliche Funktionsmuster aus den acht Kanälen von PoliMATHS zu erzeugen.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Voltage Addressing: Channel Index Mode entschlüsselt

Wir starten einfach, eine zyklische Funktion für Maths. Es ist im Grunde ein Strum der acht Kanäle.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Der Channel Index Mode wird als eine Art Voltage Address System vorgestellt, bei dem der Span-Regler auswählt, welcher Kanal aktiv ist. Am einfachsten dreht man den Span-Knopf und aktiviert so direkt einen Kanal; auf 12 Uhr ist kein Kanal gewählt, nach links oder rechts werden die Kanäle in beide Richtungen selektiert. Die eigentliche Magie entsteht jedoch, wenn Span per Steuerspannung moduliert wird – externe CVs wählen dann dynamisch Kanäle aus und erzeugen komplexe Aktivierungsmuster.

Im Video wird dies mit einer zyklischen Maths-Funktion demonstriert, die alle acht Kanäle quasi „anstimmt“. Durch das Hinzufügen komplexerer CV-Quellen – etwa zufällige Spannungen vom Wogglebug oder Clock-Signale von Tempi – werden die Muster immer nuancierter und unvorhersehbarer. Die Patch-Logik steigert sich mit dem Einsatz des Jumblers, der Spannungen vor dem Span-Eingang durcheinanderwirbelt, und der Weiterleitung der resultierenden Ausgänge zur weiteren Modulation. Dieser Modus eignet sich hervorragend für sich entwickelnde, nicht-repetitive Patterns, besonders im Zusammenspiel mit anderen Make Noise Modulen.

Sequenzierte Einfachheit: Round Mode im Einsatz

Der Round Mode wird als der unkomplizierteste der drei vorgestellt – ideal für alle, die klassisches Sequencer-Verhalten mit einem modularen Twist suchen. Hier sorgt ein Clock-Signal am Activate-Eingang dafür, dass die Kanäle der Reihe nach durchlaufen werden; die Span-Einstellung bestimmt Schrittweite und Richtung. Mit Span auf 1 entsteht eine einfache Acht-Schritt-Sequenz, negative Werte oder Offsets erlauben Rückwärtsläufe oder Sprungmuster.

Die mathematischen Konsequenzen der Span-Einstellungen werden beleuchtet: Ungerade Werte durchlaufen alle Kanäle, gerade Werte steuern nur Teilmengen wie alternierende Paare an. Das Video zeigt das kreative Potenzial, wenn Span selbst moduliert wird – etwa mit Clocks oder Zufallsspannungen, um die Sequenz dynamisch zu verändern. So entstehen aus simplen Step-Sequenzen komplexe, sich ständig wandelnde Arrangements – und das mit minimalem Patch-Aufwand.

Einfach eine Clock an Activate patchen und schon geht's los.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Parallel Mode: Clock Division und verteilte Modulation

In diesem Modus steuert der Activate-Eingang einen Clock Divider, und die Divisionen werden weiter verteilt, je nachdem, wie wir den…

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Der Parallel Mode wechselt die Perspektive und funktioniert wie ein Clock Divider, der die Aktivierungen auf die acht Kanäle verteilt. Der Activate-Eingang steuert die Division, während der Span-Regler bestimmt, wie diese Divisionen verteilt werden – nach links oder rechts gedreht, verschiebt sich die Aktivität zu einer Seite des Kanal-Arrays. Dieser Ansatz erinnert an die lineare Verteilung klassischer Keyboards, bleibt aber modular flexibel.

Die Demonstration zeigt, wie das Stummschalten bestimmter Kanäle und das Umleiten von Ausgängen zu anderen Modulen (wie Mimeophone und Jumbler) zu vielschichtigen, texturalen Ergebnissen führt. Die seltener aktivierten Kanäle werden zu Quellen sporadischer Modulation oder Echo-Effekte, während die Hauptstimmen rhythmische Konstanz bewahren. Dieser Modus eignet sich besonders für Polyrhythmen, verteilte Modulation und sich entwickelnde Texturen – ideal für alle, die aus starren Sequencer-Mustern ausbrechen wollen.

Patch-Potenzial: Komplexität aus einfachen Kontrollen

Das Video schließt mit der Betonung der Tiefe und Vielseitigkeit, die die Span-Modi von PoliMATHS bieten. Während die Demonstrationen transparent und nachvollziehbar bleiben, wird deutlich, dass mit durchdachtem Patchen und Modulieren noch viel größere Komplexität möglich ist. Die Fähigkeit, sich von der Vorhersehbarkeit klassischer Tastaturen zu lösen und musikalische Ereignisse auf fundamentaler Ebene neu anzuordnen, ist ein Markenzeichen des Modular-Gedankens – und PoliMATHS reiht sich nahtlos ein.

Letztlich lädt das Modul dazu ein, Patterns in Echtzeit zu kombinieren, zu mutieren und kreativ zu erforschen. Ob für sich entwickelnde Klanglandschaften, komplexe Gate-Muster oder verteilte Modulation – PoliMATHS bietet ein robustes Toolkit für experimentierfreudige Patchkünstler. Wie Make Noise andeutet, gibt es noch viel mehr zu entdecken, sobald man sich über die Grundlagen hinaus wagt.


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/make-noise-polimaths-a-deep-dive-into-span-modes-and-modular-possibilities/
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