Make Noise, die modularen Meister aus Asheville, tauchen in diesem Video tief in die weniger offensichtlichen Ecken ihres PoliMATHS-Moduls ein. Im Fokus steht, wie PoliMATHS weit mehr als nur ein Modulations-Arbeitstier sein kann: Es wird als flexibler Audio-Oszillator, cleverer Submixer und Quelle für vielschichtige, komplexe Signale präsentiert. Wer schon immer wissen wollte, wie man acht Funktionsgeneratoren zu mehr als der Summe ihrer Teile verschaltet – oder wie man ein Patch-Chaos ohne Kabelsalat anrichtet – sollte sich diesen Walkthrough nicht entgehen lassen.

6. November 2025
MILES
MAKEN0ISE PoliMATHS: Oszillation, Submixing und Audio-Abenteuer
PoliMATHS: Mehr als nur ein Modulator
Das Video beginnt damit, dass Make Noise eine wiederkehrende Frage adressiert: Woher kommt eigentlich der Sound in ihren letzten Demos? Während meist der Multi-Wave als Audioquelle im Mittelpunkt steht, rückt diesmal PoliMATHS ins Rampenlicht. Das Modul wird als vielseitiges Werkzeug vorgestellt, das sowohl eigenständig als auch im Zusammenspiel mit anderen Modulen wie QXG und Multi-Wave eingesetzt werden kann.
PoliMATHS ist nicht nur für Modulationen gedacht; sein Design erlaubt es, auch als Klangquelle zu fungieren – dank der Kombination aus zweistufigem Funktionsgenerator und eigenem Oszillatorbereich. Die Amplitude dieser Oszillationen wird vom Funktionsgenerator gesteuert, und das resultierende Signal steht an den Ausgängen zur Verfügung. Diese Flexibilität ermöglicht es, PoliMATHS in unterschiedlichsten Rollen einzusetzen, sei es zur Amplitudensteuerung oder als Signalquelle für weitere Bearbeitung.
Acht Stimmen, Audio-Rate: Oszillation entfesselt
Ein herausragendes Feature ist die Fähigkeit von PoliMATHS, als achtstimmige Klangquelle zu agieren, wobei jeder Kanal Oszillationen bis in den Audiobereich liefern kann. Trennt man die Verbindung zum QXG und patcht direkt, stehen diese Oszillationen nicht nur für langsame Modulation, sondern auch für Audiozwecke zur Verfügung. Die Oszillatoren sind standardmäßig unipolar und damit ideal für Funktionsgeneratoren, doch ein langer Druck auf die Mode-Taste macht sie bipolar – perfekt für Audio-Anwendungen.
Die Shape-Control-Funktion morpht die Wellenform von Sägezahn zu Dreieck zu Rampe, wobei Sägezahn und Rampe beim direkten Abhören nahezu identisch klingen. Im bipolaren Modus folgen die Oszillatoren zudem dem 1-Volt-pro-Oktave-Standard, was melodische und harmonische Möglichkeiten eröffnet. Das Video zeigt, wie PoliMATHS damit aus der Utility-Ecke heraustritt und als vollwertige Klangquelle für komplexe, vielschichtige Texturen taugt.

"Wenn wir diese Oszillationen direkt abhören, hören wir, dass sie bis in den Audiobereich reichen."
("Now, if we monitor these oscillations directly, we'll hear that they go right up into audio rate.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Submixing: Individuelle Mischungen ohne Kabelsalat

"Das ist eine der Situationen, in denen die Submixing-Optionen von PoliMATHS nützlich sein könnten."
("This is one place where polymaths submixing options could come in handy.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Beim Submixing zeigt PoliMATHS seine Stärken im dicht besetzten Rack. Hält man zwei Tasten gedrückt, aktiviert man den Submixing-Modus – angezeigt durch grüne Fenster – und verändert damit das Verhalten der Ausgänge. Statt dass jeder Ausgang nur einen Kanal führt, liefern die Ausgänge jetzt Mischungen mehrerer Kanäle, abhängig davon, welche Buchsen gepatcht sind. So bekommt man etwa an Ausgang zwei die Kanäle eins und zwei, wenn Ausgang eins nicht belegt ist, und an Ausgang acht die Summe aller acht Kanäle, sofern keine früheren Ausgänge genutzt werden.
Dieses clevere System ermöglicht individuelle Mischungen ganz ohne externe Mixer oder Kabelwirrwarr. Patcht man in einen beliebigen Ausgang links von einem aktuellen Submix, werden diese Kanäle herausgelöst und bilden einen eigenen Submix – die übrigen Ausgänge bleiben für weitere Routings frei. Das Resultat ist ein enorm anpassungsfähiges Modul, das von Einzelsignalen bis zu komplexen Layer-Mixen alles direkt am Panel liefert – ganz ohne Zusatzhardware.
Praktische Patchbeispiele: Filter, Layer und Signal-Komplexität
Die praktischen Anwendungen des PoliMATHS werden im Video anhand verschiedener Patch-Beispiele gezeigt. Eine Möglichkeit ist, die Ausgänge zur Modulation von Filterfrequenzen zu nutzen, etwa indem man einen Kanal zur Steuerung des QPOS-Filters verwendet. Dank der Submixing-Optionen lassen sich zeitliche Layer und überlappende Modulationen erzeugen, wodurch sich wandelnde Klanglandschaften oder komplexe FM-Texturen entstehen.
Werden die Ausgangspegel über das Maximum hinaus getrieben, falten die Oszillatoren und erzeugen noch komplexere Signale – ideal für alle, die es gern etwas chaotisch mögen. Das Video demonstriert außerdem, wie sich verschiedene Ausgangskombinationen (wie Ausgänge 2 und 6) nutzen lassen, um unterschiedliche Ziele mit Audio-Rate zu modulieren und so dynamische, reiche Texturen zu schaffen. Damit ist PoliMATHS nicht nur ein Modulationskraftpaket, sondern auch ein Werkzeug für kreatives Signalrouting und Sounddesign – perfekt für Patch-Experimentierer, die ihr System über das Offensichtliche hinaus ausreizen wollen.

"Submixing und bipolare Oszillationen sind großartig, um PoliMATHS außerhalb des QXG-Kontexts zu nutzen, aber wahrscheinlich auch für Dinge, an die wir noch gar nicht gedacht haben, vielleicht sogar mit QXG."
("Sub-mixing and bipolar oscillations are great for using polymaths outside of the QXG context, but probably also for things we haven't thought about, maybe even using them with QXG.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
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