Tauche ein in Martin Stürtzers Studio, wo der UDO DMNO zum Vehikel für ambientes Storytelling wird. In dieser immersiven Session zeigt Martin, wie aus Stille Texturen entstehen und wie jeder Patch eine Landschaft ist, die darauf wartet, entdeckt zu werden. Das hybride Herz des DMNO – halb analog, halb digital – öffnet Portale zu satten Pads, subterranen Bässen und schimmernden Sequenzen. Hier wird Klang nicht nur gehört, sondern gefühlt, wie Nebel, der durch eine Kathedrale aus Echos zieht. Für alle, die Musik als Atmosphäre und Synthese als Erzählung begreifen, ist dieser Walkthrough eine Meisterklasse im Gestalten von Raum und Emotion.

20. April 2026
LUMINA
Martin Stürtzer und der DMNO: Klangnebel modellieren mit UDO
Das Erwachen des DMNO: Eine Leinwand aus Klangnebel
Die Reise beginnt mit Martin Stürtzer, der uns in die Welt des UDO DMNO einlädt – ein Synthesizer, der weniger wie eine Maschine, sondern mehr wie ein Gefäß für klangliche Erkundungen wirkt. Mit Ehrfurcht nähert er sich dem Instrument, initialisiert Patches und bereitet eine leere Fläche vor – ein Feld, das auf den ersten Atemzug des Klangs wartet. Die Dual-Engine-Architektur des DMNO wird vorgestellt, doch Martin entscheidet sich, zunächst mit nur einer Schicht zu beginnen, damit jede Stimme mit Klarheit und Intention entsteht.
Wenn die erste Sägezahnwelle sich entfaltet, spüren wir die Erwartung dessen, was kommen wird. Der Prozess ist bedacht: User-Bänke auswählen, einen freien Slot finden und einen Patch initialisieren. Diese sorgfältige Vorbereitung schafft den Raum, in dem Texturen aufblühen – und erinnert uns daran, dass in der Ambient-Musik Stille ebenso wichtig ist wie Klang. Der DMNO wird mit seiner intuitiven Bedienoberfläche zum Kollaborateur, bereit, Nebel und gebrochenes Licht auf Knopfdruck zu verströmen.
Pads und Drones: Malen mit hybriden Farben
Martins Hände entlocken dem DMNO satte, sich entwickelnde Pads – Klänge, die wie Tau auf Glas schimmern. Er nutzt das Unison-Detune nicht nur für den klassischen Supersaw, sondern auch für Sinuswellen, die sich zu samtigen Wolken ausdehnen. Die Hüllkurven werden mit langsamen Attack- und Release-Zeiten geformt, jede Note dehnt sich zu einer Klangnebelwolke aus. Der Chorus-Effekt wird aktiviert, verbreitert das Stereobild und lässt das Pad wie Nebel über einen mondbeschienenen See treiben.
Als Nächstes wird ein subterraner Bass beschworen, der das Pad mit einem Drone unterlegt, das unter der Oberfläche vibriert. Sägezahn-Oszillatoren werden gestapelt, verstimmt und gefiltert, bis das Bassfundament sowohl mächtig als auch sanft wirkt – ein tektonischer Puls, der nie dominiert. Modulationsquellen werden geschickt zugewiesen, Hüllkurven und LFOs bringen Bewegung in den Filter. Das hybride Analog-Digital-Herz des DMNO zeigt seine Tiefe und bietet Wärme wie kristalline Klarheit. Jeder Sound wird gespeichert, benannt und aufgenommen – klangliche Geister, bereit, die nächste Schicht zu bevölkern.

"Ich mag das wirklich für satte Pad-Sounds, also bleibe ich hier bei der Sinuswelle."
("I really like for lush pad sounds so I will keep using the sine wave here.")© Screenshot/Zitat: Martinstuertzer (YouTube)
Layering und Effekte: Das Klanggewebe weben
Mit Pads und Bass als Grundlage widmet sich Martin der Kunst des Layerings und baut eine Sequenz, die über den Drones tanzt. Der Sequencer des DMNO wird in Bewegung gesetzt, seine Noten flackern wie ferne Sterne. Filter werden geschlossen, Hüllkurven knackig eingestellt und Pulsweitenmodulation sorgt für eine schärfere, perkussive Kante. Das Zusammenspiel der Oszillatoren – einer Square, einer Saw – erschafft einen Dialog der Texturen, jede Stimme eigenständig und doch verwoben.
Effekte werden zum Pinsel des Klangmalers: Delay und Reverb dehnen die Zeit, verschmieren Noten zu Lichtspuren. Martin zeigt, wie subtile Veränderungen in Feedback und Dämpfung die Stimmung verwandeln – von kristallinen Echos zu endlosen, wirbelnden Tails. Der Einsatz externer Reverbs wie Valhalla fügt eine weitere Dimension hinzu, während die internen Effekte des DMNO unmittelbare, haptische Kontrolle bieten. Das Ergebnis ist eine Klanglandschaft, in der jedes Element – Pad, Bass, Sequenz – seinen eigenen Raum einnimmt und doch zum Ganzen beiträgt, wie Fäden in einem kosmischen Gewebe.
Workflow und Intuition: Der DMNO als kreativer Gefährte

"Jetzt kommt der wirklich spaßige Teil: das Speichern."
("Now comes the really fun part: saving.")© Screenshot/Zitat: Martinstuertzer (YouTube)
Martins Zugang zum DMNO ist von Intuition und Spielfreude geprägt. Der Workflow ist fließend: Zwischen Layern wechseln, Patches mühelos speichern und Menüs navigieren, die zum Erkunden einladen statt zu frustrieren. Das Benennen und Wiederaufrufen von Sounds wird fast zum Spiel, Experimentieren ist möglich, ohne den Faden zu verlieren. Die Bedienoberfläche des DMNO – mit Encodern und klarer Modulationsmatrix – ermutigt zu tiefen Sounddesign-Ausflügen und bleibt dabei stets haptisch und direkt.
In diesem Abschnitt wird deutlich, wie die Architektur des DMNO Kreativität unterstützt. Martin demonstriert Split-Modi, MIDI-Kanal-Zuweisungen und die Möglichkeit, jeden Layer unabhängig zu bearbeiten. Die Flexibilität des Synths – eigene Wellenformen, komplexe Modulationen und unabhängige Effekte pro Layer – sorgt dafür, dass Ideen sofort eingefangen werden können. Der DMNO wird mehr als ein Werkzeug; er wird zum kreativen Gefährten, der auf Neugier reagiert und jede Drehung am Regler mit neuen Möglichkeiten belohnt.
Der Track entfaltet sich: Ambientes Storytelling in Bewegung
Der Höhepunkt dieser Session ist ein kompletter Track, in dem alle erschaffenen Sounds zu einer lebendigen, atmenden Komposition verschmelzen. Martin schichtet Pads, Bass, Sequenzen und Leads, jede Stimme taucht auf und ab wie Figuren in einem Traum. Die duo-timbrale Natur des DMNO glänzt, wenn beide Layer interagieren und ihre Delays und Reverbs sich zu einem Gefühl unendlichen Raums verweben.
Während sich die Musik entfaltet, wird klar: Manche Erlebnisse entziehen sich der Erklärung. Das subtile Zusammenspiel der Filter, das Schimmern langer Delays, wie eine Leadline über dem Drone schwebt – das sind Momente, die man besser fühlt als beschreibt. Martins Performance ist eine Meditation über Atmosphäre und Emotion, ein Beweis dafür, wie der DMNO Synthese in Erzählung verwandeln kann. Wer diesen Klangraum wirklich erleben möchte, sollte sich das Video selbst ansehen und darin treiben lassen.
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