Monotrail Tech Talk im Härtetest: Fünf Tage, ein Modular-Track, null Ausreden

28. Januar 2026

JET

Monotrail Tech Talk im Härtetest: Fünf Tage, ein Modular-Track, null Ausreden

Schon mal gefragt, ob man mit einem Modularsystem wirklich einen vernünftigen Track hinbekommt – oder ob das Ganze nur ein Kabelsalat mit Selbstzweifeln ist? Monotrail Tech Talk, sonst der Herrscher der Modular-Tutorials, stürzt sich kopfüber ins Chaos mit einer neuen Serie: In nur fünf Tagen einen kompletten Track von Grund auf bauen. Kein Sicherheitsnetz, kein endloses Gefrickel – nur rohes Patchen, schnelle Entscheidungen und eine ordentliche Portion Selbstkritik. Wer genug vom Modular-Geschwurbel hat und sehen will, wie tatsächlich mal ein Song fertig wird (mit allen Macken), ist hier goldrichtig. Bier auf, anschnallen, und schauen, ob das Modular-Biest gezähmt werden kann.

Fünf Tage im Modular-Schützengraben

Monotrail Tech Talk, sonst bekannt für seine glasklaren Modular-Tutorials, tauscht diesmal das Whiteboard gegen den Patchbay und will in nur fünf Tagen einen Track auf seinem Modularsystem zusammenzimmern. Kein endloses Rumgedaddel – nur eine harte Deadline und die Kamera läuft. Ehrlich gibt er zu, dass ihm das Musikmachen gefehlt hat, und diese Serie ist sein Weg zurück in den kreativen Ring – und wir dürfen ihm dabei zusehen, wie er schwitzt. Er macht kein großes Geheimnis daraus: Kein Modular-Guru, sondern einfach ein Typ mit einem Rack und (so halbwegs) einem Plan.

Das Beste: Er fängt nicht mit einem komplett leeren Blatt an – wer macht das schon? Stattdessen startet er mit einer groben Skizze am Klavier (keine Virtuosen-Show, einfach nur, um in Fahrt zu kommen). Die Challenge ist simpel: Fünf Tage, um von null auf einen fertigen Track und ein komplettes Video zu kommen. Wer schon mal ratlos vor seinem Modular saß und sich gefragt hat, ob man damit wirklich mal was fertig bekommt, braucht diese Serie dringend.

Ich habe mir fünf Tage gegeben, um einen kompletten Track von Grund auf zu machen und dieses Video darüber fertigzustellen.

© Screenshot/Zitat: Monotrailtechtalk (YouTube)

Basslines, Arpeggios und Ideen im Wandel

Weil es fünf Akkorde über vier Bassnoten gibt, verschiebt sich die Kombination, was es interessant halten könnte.

© Screenshot/Zitat: Monotrailtechtalk (YouTube)

Das Herzstück des Tracks ist eine Basslinie aus vier Noten und ein Arpeggio aus fünf Akkorden, wobei das Fis als Anker dient. Kein Hexenwerk, aber wie sich Akkorde und Bassnoten gegeneinander verschieben, sorgt dafür, dass es nie langweilig wird. Monotrail bastelt Variationen – Arpeggios, die aufsteigen, hängenbleiben und wieder runterpurzeln – und gibt dem Ganzen so Bewegung, ohne dass es zur Matheübung verkommt.

Perfektion ist ihm dabei herzlich egal. Manche Ideen fliegen raus, andere werden so lange verbogen, bis sie passen. Am Ende steht ein musikalischer Kern, der simpel, aber flexibel ist – bereit, vom modularen Wahnsinn zerlegt zu werden. Es zeigt: Man braucht kein Musiktheorie-Diplom, sondern nur ein paar gute Noten und den Mut, sie zu verdrehen.

Patchwork-Chaos: Oszillatoren und Modulationswahnsinn

Jetzt wird’s lecker. Monotrail patcht zwei Fusion-Oszillatoren durch einen Stereo-Filter für den Bass, moduliert von einer langsam ansteigenden Hüllkurve für diesen dunklen, brodelnden Vibe. Die Leadstimme läuft über einen einzelnen Oszillator durch einen Tiefpass mit pluckernder Hüllkurve, gewürzt mit Zufallsmodulation und einer Prise Noise auf der Frequenz für extra Dreck. Hier geht’s nicht um klinisches Sounddesign – Charakter zählt, und davon hat dieses Patch reichlich.

Im Verlauf des Tracks kommt eine dritte Stimme dazu – ein Sinusoszillator mit Wavefolding, Bandpassfilter und genug Zufallsspannung, dass das Ganze schön im Stereofeld wackelt. Mixer, Makrosteuerung und Hüllkurven überall. Es ist ein herrliches Durcheinander, aber es funktioniert. Modular-Patching in Reinform: ein bisschen Wissenschaft, ein bisschen Glückstreffer und immer ein Hauch Unberechenbarkeit. Wer das ganze Patch-Detail will, muss das Video schauen – Worte reichen für das Knopfgedrehe einfach nicht aus.

Ein Bandpass-Filter wird dahinter als Tiefpass genutzt und mit einer Hüllkurve moduliert. Eine Zufallsspannung moduliert das Folding sowie…

© Screenshot/Zitat: Monotrailtechtalk (YouTube)

Gelerntes: Matschige Mitten und Mix-Desaster

Aber der Track hat viele Probleme. Das Intro würde von mehr Details in den Parts profitieren, und dadurch klingen Bass und Haupt-Lead…

© Screenshot/Zitat: Monotrailtechtalk (YouTube)

Mit der Uhr im Nacken geht’s ans Recording und einen schnellen Mix. Monotrail ist schonungslos ehrlich: Das Intro könnte mehr Details vertragen, Bass und Lead trampeln sich manchmal gegenseitig platt und machen den Mix zur matschigen Brühe. Die Zufallshüllkurve im Lead ist etwas zu unkontrolliert, und das Ende fehlt der Fokus. Kein Totalschaden, aber auch kein Hochglanzprodukt – und genau darum geht’s.

Er versteckt sich nicht hinter Mastering-Zauber oder endlosem Gefrickel. Stattdessen gibt’s etwas EQ, einen Hard Limiter – fertig. Der Prozess zählt mehr als Perfektion, und die ganze Aktion macht ihm wieder richtig Lust aufs Musikmachen. Das ist Punk-Attitüde pur: Mach’s fertig, lern was draus, weiter geht’s. Wenn doch nur mehr Modular-Heads so viel Selbstironie hätten.

Nicht nur lesen – das Chaos selbst erleben

Mal ehrlich: Über Modular-Patching zu lesen ist wie deiner Oma einen Moshpit zu erklären. Wer die Spannung spüren, den Dreck hören und die Glückstreffer live erleben will, muss das Video schauen. Monotrails Ansatz ist roh, ehrlich und angenehm chaotisch. Also: Tee aufsetzen, Play drücken und das Modular-Chaos selbst genießen.


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/monotrail-tech-talk-throws-down-five-days-one-modular-track-no-nonsense/
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