MusicRadar Tech testet das AstroLab 37: Kleine Tasten, große Moves?

4. Dezember 2025

SPARKY

MusicRadar Tech testet das AstroLab 37: Kleine Tasten, große Moves?

Das Arturia AstroLab 37 ist gelandet und MusicRadar Tech nimmt das kompakte Performance-Keyboard gnadenlos auseinander. Dieses kleine Biest verspricht das volle Analog Lab-Erlebnis in einem Format, das weder Rücken noch Konto ruiniert. Aber macht die Schrumpfkur das AstroLab zur Straßenwaffe für Live-Acts – oder ist es nur ein weiterer Plastik-Kandidat? Wir gehen den Macken, den Killer-Features und den WLAN-Flüchen auf den Grund. Wer eine ehrliche Meinung sucht, ob dieses Teil sein Geld wert ist, ist im richtigen Rave-Bunker gelandet.

AstroLab 37: Kraftpaket im Miniformat oder zu heiß gewaschen?

Das AstroLab 37 ist Arturias neuester Wurf unter den Performance-Keyboards und packt den Analog Lab-Engine in ein 37-Tasten-Gehäuse. Im Prinzip ist das die V Collection in der Brotdose – mit dem gleichen Klangarsenal wie die großen Brüder, aber deutlich tragbarer. MusicRadar Tech macht schnell klar: Dieses Modell dürfte am ehesten in echten Studios und auf Bühnen landen, weil es eben nicht die Größe eines Surfbretts hat.

Der Test startet mit einer klassischen Love/Hate-Liste, aber mal ehrlich – das Hauptargument ist die Kompaktheit ohne Schwächeanfall. Die Kernfeatures bleiben erhalten, nur der Ballast ist weg. Wer schon mal ein 88-Tasten-Monster zum Gig geschleppt hat, sieht im AstroLab 37 schon jetzt einen Gewinner. Aber bringt die Schrumpfkur auch Kompromisse? Abwarten.


Passt überall – sogar ins überfüllte Studio

Das größte Plus des AstroLab 37 ist die Größe. Egal ob Live-Performer mit überladenem Bühnen-Setup oder Bedroom-Producer im Schuhkarton – dieses Teil passt immer noch irgendwo rein. MusicRadar Tech betont, dass es als Top-Synth für Gigs oder als Hauptboard für Platzgeplagte ideal ist.

Doch es geht nicht nur um Portabilität. Der Test macht klar: Das volle AstroLab-Erlebnis bleibt – abgesehen von ein paar Abstrichen an der Rückseite. Wer keine Lust mehr hat, das ganze Setup umzubauen, nur um ein weiteres Keyboard unterzubringen, wird hier glücklich. Kein Tetris mehr mit dem Gear, nur um noch einen Synth auf den Tisch zu quetschen.

Das passt überall rein, oder?

© Screenshot/Zitat: Musicradartech (YouTube)

Makros, Menüs und App: Kontrolle im Taschenformat

Mir gefällt das viel besser. Man sieht beim Scrollen immer noch, was man tut, anders als beim alten Modell, wo die Hand im Weg war und man…

© Screenshot/Zitat: Musicradartech (YouTube)

Arturia hat beim AstroLab 37 nicht an Features gespart. Die wichtigen Makro-Knobs für Instrument und Effekte sind ebenso am Start wie Pitch- und Modulationsräder. Das Interface wurde überarbeitet – das alte Drehrad-Display ist raus, stattdessen gibt’s jetzt einen festen Screen und einen separaten Navigationsknopf. Laut MusicRadar Tech ein klarer Fortschritt: Keine Fingerabdrücke mehr auf dem Display und keine Verrenkungen beim Scrollen.

Das eigentliche Highlight ist die AstroLab Connect App. Per WLAN verbunden, kann man Sounds durchsuchen, editieren und Playlists für Live-Sets anlegen – alles vom Smartphone aus. Die App spiegelt das Menüsystem der Hardware, bietet aber ein paar Extras wie detailliertere Effektkontrolle. Perfekt ist das Ganze noch nicht (dazu gleich mehr), aber es bringt das AstroLab-Ökosystem einen großen Schritt nach vorn.

Aftertouch-Frust und App-Ärgernisse

Jetzt zu den Schwächen. Erstes Manko: Aftertouch. Ja, er ist da – aber das Slim-Keybed bietet kaum Weg, sodass ausdrucksstarkes Spiel fast unmöglich ist. MusicRadar Tech merkt an, dass Aftertouch zwar cool ist, aber man mit den Tasten kämpfen muss, wenn’s mal etwas mehr als Standard-Wobble sein soll. Und das Mapping von Aftertouch auf Makros direkt an der Hardware? Fehlanzeige – das geht nur per Software. Für Live-Performer ein verschenktes Potenzial.

Und dann die App: Die AstroLab Connect App klingt auf dem Papier super, ist in der Praxis aber noch recht wackelig. Verbindungsprobleme, Aussetzer und die ständige Angst, dass die Verbindung abreißt, sobald man sich vom Keyboard entfernt. MusicRadar Tech hofft auf Updates, aber aktuell ist das Ganze eher nette Idee als verlässliches Werkzeug. Wer auf kabellose Kontrolle im Live-Set setzt, sollte die Erwartungen dämpfen.

Trotz dieser Macken überwiegen die Pluspunkte – vor allem, wenn man mit ein paar Firmware-Updates leben kann. Perfektion gibt’s hier (noch) nicht.

Es ist wirklich schwer, damit Nuancen und einen echten Wobble hinzubekommen.

© Screenshot/Zitat: Musicradartech (YouTube)

Sound-Demos: Der Beweis im Klang

Zum Abschluss gibt’s eine Sound-Demo-Offensive, die zeigt, was das AstroLab 37 klanglich draufhat. Von fetten Pads bis zu bissigen Leads – das kleine Teil behauptet sich locker im Mix. Trotz Slim-Keys und gelegentlicher Verbindungsprobleme liefert der Sound-Engine, was man von Arturia erwartet: fett, flexibel, rave-tauglich.

Wer das AstroLab 37 wirklich in Aktion hören will, sollte sich das Video geben. Ein Text kann nur begrenzt vermitteln, wie das Teil klingt – und die Sound-Demos sind das eigentliche Argument. Fazit: Wer große Sounds im kleinen Format sucht, sollte hier genau hinhören.


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.co.uk/musicradar-tech-puts-the-astrolab-37-to-the-test-small-keys-big-moves/
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