OXI Instruments, die spanischen Innovatoren hinter dem OXI One, räumen mit Mythen auf und verschieben die Grenzen im Bereich hybrider Sequencer. Im offiziellen Walkthrough zeigen sie, wie sich der OXI One von einem vermeintlichen Vier-Spur-Gerät in einen vollwertigen 32-Spur-Drum-Sequencer verwandelt, der sich nahtlos in Ableton Live integriert. Das Video taucht tief in Multitrack-Workflows, Pattern-Generierung, Velocity-Shaping und Modulations-Tricks ein – und demonstriert, wie digitale Sequencer-Architektur dynamische, ausdrucksstarke Beats ermöglicht. Wer sich für Workflow, Makrosteuerung und das Zusammenspiel von Hardware-Brains und DAW-Flexibilität begeistert, sollte sich diese Erkundung der Möglichkeiten des OXI One nicht entgehen lassen.

5. Dezember 2024
LYRA
OXI Instruments macht Ableton Live zur 32-Spur-Drum-Spielwiese: OXI One als Multitrack-Sequencer
Von vier auf zweiunddreißig Spuren: Der OXI-One-Mythos im Faktencheck
Das Video räumt gleich zu Beginn mit dem hartnäckigen Missverständnis auf, der OXI One sei auf vier Spuren beschränkt. Stattdessen demonstriert OXI Instruments, wie sich der kompakte Sequencer im Multitrack-Modus in ein 32-Spur-Kraftpaket verwandelt. Das Geheimnis liegt im Multitrack-Workflow, bei dem jede Reihe als eigenständiger Sequencer agiert – jeweils mit eigenem MIDI-Kanal, eigener Länge, Time Division sowie Start- und Endpunkt. So wird aus einer Seite ein Achtspur-Sequencer, und mit vier Seiten sind die vollen 32 Spuren erreichbar.
Die Integration in Ableton Live wird als nahtlos dargestellt. Der OXI One wird mit Ableton verbunden, jede Spur auf einen eigenen MIDI-Kanal geroutet und einzelnen Instrumenten im Drum Rack zugewiesen. Der Setup-Prozess wird methodisch gezeigt: Aktivieren der Input-Ports, Zuweisen der MIDI-Kanäle und Scharfschalten der Spuren in Ableton. Das Ergebnis ist eine hybride Umgebung, in der der OXI One als Schaltzentrale komplexes, mehrschichtiges Drum-Sequencing weit über die Grenzen klassischer Grooveboxen hinaus ermöglicht.

"Using multi-track, you can transform this little beast into a 32-tracks sequencer."
© Screenshot/Zitat: Oxiinstruments (YouTube)
Rhythmen bauen: Patterns, Velocity und Conditional Triggers

"Let's play with velocity."
© Screenshot/Zitat: Oxiinstruments (YouTube)
Der kreative Kernprozess beginnt mit dem Aufbau von Drum-Patterns im Multitrack-Modus. Jede Reihe des Sequencers wird einem bestimmten Drum-Sound im Ableton Drum Rack zugeordnet; das Video führt Schritt für Schritt durch die Noten- und MIDI-Kanal-Zuweisung für Kick, Snare, Hats und Maracas. Im Workflow steht die direkte Kontrolle im Vordergrund: Trigger werden Step für Step gesetzt, und das Interface gibt sofortiges Feedback zur Notenzuweisung – so wird das Erstellen von Grundpatterns intuitiv.
Das Erstellen eines Basis-Patterns ist dabei nur der Anfang. Die Oberfläche des OXI One erlaubt schnelles Muting, Solo-Schalten und sogar Step-spezifisches Muting, was eine sehr feingranulare Kontrolle über jedes Rhythmuselement ermöglicht. Ist das Pattern gesetzt, rückt die Dynamik in den Fokus: Über einen eigenen Regler gelangt man in die Velocity-Page, wo sich die Anschlagsstärke jeder Note individuell bearbeiten lässt. Zusammen mit Swing-Einstellungen erhält das Pattern Groove und einen menschlichen Touch.
Für zusätzliche Komplexität sorgt der Einsatz von Conditional Triggers. Einzelne Steps werden so programmiert, dass sie nur in bestimmten Zyklen ausgelöst werden (z.B. zwei von vier Durchläufen), wodurch der OXI One lebendige, sich ständig wandelnde Pattern erzeugt. In Kombination mit dynamischer Velocity entstehen Drum-Grooves, die weit entfernt sind von den statischen Loops weniger flexibler Sequencer.
Kreative Workflows: Pattern-Generator und Modulations-Lanes
Das kreative Werkzeugset des OXI One geht weit über das manuelle Step-Sequencing hinaus. Besonders hervorgehoben wird der integrierte Drum-Pattern-Generator, inspiriert vom Mutable Instruments Grids-Modul. Durch Auswahl eines leeren Patterns und Aktivierung des Generators lassen sich Tracks sofort mit algorithmisch erzeugten Rhythmen füllen. Wichtige Parameter wie Dichte, X/Y-Algorithmus und Chaos stehen für Echtzeit-Tweaks bereit – so sind sowohl subtile Variationen als auch wilde Generativexperimente möglich. Besonders clever: Die generierten Patterns lassen sich mit manuell programmierten Triggern kombinieren, wodurch hybride Grooves entstehen, die menschliche Intention und algorithmische Überraschung verbinden.
Ein weiteres Highlight sind die Modulations-Lanes. Im Video wird gezeigt, wie sich diese Lanes auf Parameter in Ableton Live – etwa die Release-Zeit einer Hi-Hat – per MIDI-Mapping routen lassen. Jede Modulations-Lane kann dabei eine eigene Länge und Time Division haben, unabhängig vom Hauptpattern. So entstehen Modulationszyklen, die sich unabhängig vom Rhythmus entwickeln. Diese architektonische Flexibilität ist ein Markenzeichen moderner Digital-Sequencer, und OXI Instruments setzt sie konsequent um: Komplexe, sich entwickelnde Automationen werden direkt am Gerät möglich, ohne umständliche DAW-Menüs.
Das Zusammenspiel aus Pattern-Generator und Modulations-Lanes macht den OXI One zu einem kreativen Zentrum – nicht bloß zu einem Step-Recorder. Der Workflow lädt zum Experimentieren, zu Happy Accidents und zu tiefer Integration mit DAW-basiertem Sounddesign ein, wobei die direkte Kontrolle stets im Mittelpunkt steht.
Ausdrucksstarke Beats: LFOs, Track-Längen und Time-Division-Freiheit
Im letzten Abschnitt des Videos stehen die fortgeschrittenen Modulationsmöglichkeiten des OXI One im Fokus – insbesondere der Einsatz von LFOs zur Belebung von Drum-Patterns. Wird etwa ein LFO auf die Velocity einer Snare-Spur gelegt, entstehen zufällige oder zyklische Dynamikveränderungen, die jeden Schlag einzigartig machen. Über das Interface lässt sich festlegen, welche Spuren betroffen sind, welche Wellenform (z.B. Sample & Hold) genutzt wird und wie stark die Modulation ausfällt – alles direkt am Gerät, ohne Menü-Tiefen.
Ein zentrales architektonisches Feature ist die Entkopplung von Track-Länge und Time Division. Spuren können unterschiedlich lang laufen (z.B. sieben Steps für Maracas, fünfzehn für Hats), und die Division (etwa 16tel oder Triolen) lässt sich pro Spur individuell einstellen. Diese polyrhythmische Flexibilität ist im Hardware-Bereich selten so zugänglich und wird als Kern des OXI-One-Workflows präsentiert. Das Ergebnis: sich entwickelnde, nicht-lineare Drum-Patterns, die weit entfernt sind vom Raster klassischer Step-Sequencer.
Das Video schließt mit dem Hinweis, dass Modulations-Lanes und LFOs praktisch jedem Parameter in Ableton Live zugeordnet werden können – was das Ausdruckspotenzial vervielfacht. Mit bis zu acht Modulations-Lanes und zwei LFOs lassen sich komplexe, sich ständig wandelnde Grooves formen, die die Grenze zwischen Hardware-Sequencing und DAW-Automation verschwimmen lassen. Für Produzenten, die Wert auf Ausdrucksstärke und workflowzentriertes Design legen, ist der OXI One ein modernes und inspirierendes Werkzeug.

"I will select the internal destination as velocity."
© Screenshot/Zitat: Oxiinstruments (YouTube)
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