RolandChannel – The first new effect is reverse pan delay. Now this is a unique effect that applies a reverse delay

22. Oktober 2026

KNISTER

Roland TR-1000: Firmware 1.50 öffnet den Sequencer für Noten

Mit Firmware 1.50 erhält der Roland TR-1000 Rhythm Creator neue Möglichkeiten für melodische Sequenzen, Effekte und Audio-Routing. Das kostenlose Update ergänzt Keyboard Mode, Reverse Pan Delay und 50 FM-Instrumente. Hinzu kommen erhaltene Effekteinstellungen beim Kit-Wechsel und mehrere Bedienverbesserungen. Für bestehende Setups geht es damit vor allem um direktere Noteneingabe, besser organisierte Ausgänge und weniger abrupte Übergänge im laufenden Arrangement.

Reverse Pan Delay schickt Echos rückwärts

Rolands kostenloses Firmware-Update 1.50 für den TR-1000 Rhythm Creator hat einen effektvollen Aufmacher: Reverse Pan Delay verbindet rückwärts laufende Wiederholungen mit Bewegung im Stereopanorama. So bezeichnet Roland den Effekt im offiziellen Walkthrough vom 21. Oktober 2026; die Support-Seite führt ihn als Rev Pan Delay. Delay und Panning-LFO verfügen laut Präsentation über unabhängige Zeitsteuerungen. Dabei muss nicht das komplette Kit durch die MFX laufen. Roland demonstriert, wie ausgewählte Tracks über ihr Routing zugewiesen werden. Wer nur bestimmte Instrumente in Bewegung versetzen möchte, kann die Bearbeitung entsprechend eingrenzen, statt den gesamten Beat einzubeziehen.

RolandChannel – The first new effect is reverse pan delay. Now this is a unique effect that applies a reverse delay along with panning to the delay signal.

„The first new effect is reverse pan delay. Now this is a unique effect that applies a reverse delay along with panning to the delay signal. (Der erste neue Effekt ist Reverse Pan Delay. Das ist ein besonderer Effekt, der ein Rückwärts-Delay mit einer Panoramabewegung des Delay-Signals kombiniert.)“

© Screenshot/Zitat: RolandChannel (YouTube)

Historische Kritik am fehlenden chromatischen Modus

The Midlife Synthesist – The absence of a chromatic mode is something that's been mentioned by a lot of other reviewers, so if a firmware update is on the way, I would expect this to be high on the list of things to get in here.

„The absence of a chromatic mode is something that's been mentioned by a lot of other reviewers, so if a firmware update is on the way, I would expect this to be high on the list of things to get in here. (Das Fehlen eines chromatischen Modus wurde von vielen anderen Reviewern erwähnt. Falls also ein Firmware-Update kommt, würde ich erwarten, dass dies weit oben auf der Liste der Dinge steht, die hier ergänzt werden sollten.)“

© Screenshot/Zitat: The Midlife Synthesist (YouTube)

Die größere Veränderung für die Eingabe musikalischer Ideen findet im Sequencer statt. Einen historischen Vergleich liefert The Midlife Synthesist in seinem Video vom 28. Februar 2026, das deutlich vor Version 1.50 erschien. Er bemängelte damals den fehlenden chromatischen Modus und musste im gezeigten Beispiel die Tonhöhen eines Sägezahn-Oszillators einzeln einstellen. Die Hoffnung auf ein späteres Update war dabei eine Erwartung, keine damalige Produktfunktion. NOTE-Daten und Keyboard Mode setzen nun an diesem Arbeitsfeld an. Das bedeutet allerdings nicht, dass automatisch sämtliche früheren Einschränkungen entfallen: Roland nennt ausdrücklich kompatible Klangerzeuger als Voraussetzung.

Noten direkt über die Step-Tasten spielen

Für kompatible GENs kommen mit Version 1.50 der Step-Parameter NOTE und die Spieloption KEYBOARD hinzu. Die Step-Tasten dienen dann als Klaviatur für Wiedergabe und Aufnahme. Im Hersteller-Video werden Noten in Echtzeit gespielt und über Instrument Record aufgezeichnet. Das schafft einen direkteren Weg von einer melodischen Idee zur Sequenz, als einzelne Tonhöhen nacheinander einzustellen. Zusätzlich zeigt Roland die Funktion Root Step, mit der sich die Lage der Tastatur verschieben lässt. Aus der kleinen Tastenreihe wird dadurch zwar kein vollwertiges Keyboard, für Bassfiguren und andere tonale Parts bekommt sie aber eine nachvollziehbare neue Aufgabe.

RolandChannel – With the new note parameter, we've also introduced keyboard mode as a new instrument play option.

„With the new note parameter, we've also introduced keyboard mode as a new instrument play option. (Mit dem neuen Notenparameter haben wir auch den Keyboard Mode als neue Spieloption für Instrumente eingeführt.)“

© Screenshot/Zitat: RolandChannel (YouTube)

Mehr Kontrolle über die Signalwege

RolandChannel – We can route any track or the external input through the analog effects, MFX, or bypassing them completely.

„We can route any track or the external input through the analog effects, MFX, or bypassing them completely. (Wir können jeden Track oder den externen Eingang durch die analogen Effekte oder die MFX führen oder sie vollständig umgehen.)“

© Screenshot/Zitat: RolandChannel (YouTube)

Nicht jede im Walkthrough gezeigte Routing-Möglichkeit ist neu. Grundsätzlich erläutert Roland dort, dass sich Tracks und externer Eingang durch analoge Effekte oder MFX führen beziehungsweise daran vorbeileiten lassen. Zu den neu dokumentierten Einstellungen gehören MIX+ANA und ANALOG beim FX-ROUTE-Parameter der AFX-Sektion. ANALOG schickt das AFX-Signal ausschließlich an den dafür vorgesehenen Ausgang. INDV OUT erhält außerdem MIX ONLY. Damit lässt sich das Tracksignal am jeweiligen analogen Einzelausgang unterdrücken, während seine digitale Audioausgabe über USB verfügbar bleibt. Das erweitert die Möglichkeiten, analoge Verkabelung und digitale Aufnahme getrennt zu organisieren.

Effektfahnen über den Kit-Wechsel hinaus

Mit KEEP KIT EFX & EXT IN adressiert Roland einen empfindlichen Moment im Arrangement: den Wechsel zwischen Kits. Bei aktivierter Einstellung übernimmt die Maschine die aktuellen Einstellungen für Ext In, Reverb, Delay, Mod, MFX und AFX. Reverb, Delay und das Signal des externen Eingangs bleiben dabei laut Hersteller unterbrechungsfrei. Entscheidend ist die Abgrenzung: Bestehende Effekt- und Eingangseinstellungen werden beibehalten; eine beliebige Verschmelzung aller Eigenschaften zweier Kits ist damit nicht gemeint. Für zusammenhängende Übergänge ist die Funktion dennoch relevant, weil ausklingende Effekte beim nächsten Kit nicht zwangsläufig abgeschnitten werden müssen.

50 FM-Instrumente und weitere Effekte

Reverse Pan Delay ist nicht der einzige neue Effekt. Die Update-Historie führt außerdem Roll, Roll 2 und SBF-325 als MFX-Typen auf; SBF-325 kommt zusätzlich als IFX hinzu. Eine Bewertung ihrer klanglichen Qualitäten ersetzt diese Aufzählung nicht. Bei den Instrumenten übernimmt Roland 50 FM-Instrumente aus der TR-8S-Instrumentenbibliothek in den TR-1000. Sämtliche FM-GENs bekommen zudem einen COARSE-Parameter. Als neue Modulationsziele stehen PAN von Layer A und B sowie TIME des IFX-Delays bereit. Der letztgenannte Parameter lässt sich auch über KNOB ASSIGN zuweisen. Neben der Auswahl wächst damit der direkte Zugriff auf Bewegung innerhalb eines Sounds.

Bedienung: Auswahl bewusster bestätigen

Zu den Änderungen an der Oberfläche gehören klarere Encoder-Zuordnungen im Song Mode, eine größere BPM-Anzeige samt Tempo-Nudge-Indikatoren und eine grafische Darstellung des EQ-Typs im Filter. TUNE- und DECAY-OFFSET werden als invertierte Balkengrafik über dem jeweiligen GEN-Parameter angezeigt. Für die Pattern-Auswahl ist MANUAL im PATTERN SELECT MODE interessant: Ein per Encoder gewähltes Pattern wird dann erst nach ENTER übernommen. Sample Auto Adjust passt importierte Samples im Pegel an die Ziel-Preset-Kategorie an. AUTO TRACK SELECT kann während INST PLAY/REC beim Drücken der Step-Tasten automatisch den Track wechseln. Das sind konkrete Änderungen an Auswahl, Orientierung und Vorbereitung.

Installation mit Backup statt Risiko

System Program 1.50 wird von Rolands Support für Oktober 2026 geführt; das offizielle Erklärungsvideo erschien am 21. Oktober. Die Aktualisierung kostet nichts und ist laut Support auch über die TR-1000 app möglich. Für den beschriebenen USB-Weg verlangt Roland einen im Gerät formatierten Stick mit maximal 64 GB. Ein vorheriges Backup wird empfohlen. Dafür nennt die Anleitung etwa 20 Minuten, für das eigentliche Update ungefähr drei Minuten. Währenddessen darf die Stromversorgung nicht unterbrochen werden. Die dokumentierten Neuerungen stärken melodische Eingabe, Übergänge und Signalorganisation. Eine unabhängige Prüfung komplexer Kombinationen im Bühnenbetrieb steht damit jedoch nicht automatisch fest.

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