Semtek’s Sound-Hustle: MusicRadar Tech taucht ein in die Club-Alchemie von Don’t Be Afraid

9. November 2025

RILEY

Semtek’s Sound-Hustle: MusicRadar Tech taucht ein in die Club-Alchemie von Don’t Be Afraid

Schon mal gefragt, wie ein Label den Vibe von Bristol mit dem Groove aus Detroit verbindet? MusicRadar Tech trifft sich mit Benji Roth, besser bekannt als Semtek, für eine Studiosession voller Street-Smart-Storys und ehrlicher Producer-Tipps. Von seinen ersten schiefen Kassetten-Beats bis zum Start des einflussreichen Labels Don’t Be Afraid teilt Semtek Geschichten, hart erarbeitete Weisheiten und ein paar scharfe Tricks aus dem Studio. Wer auf Underground-Club-Sound steht oder wissen will, wie Profis frisch bleiben, bekommt hier die volle Ladung. Also: Dosenbier auf, zurücklehnen – solche Insights gibt’s nicht bei Google.

Von Schulhof-Beats zum Label-Boss

Benji Roth, unterwegs als Semtek und DJ Persuasion, startet mit einer Zeitreise – staubige Schulcomputer, klapprige MIDI-Module und Kassettenrekorder, die nur auf dem linken Kanal laufen. Seine ersten Schritte? Sibelius-Notensoftware zweckentfremden, Drum-Patterns reinzeichnen, wenn eigentlich Hausaufgaben angesagt waren. Der erste Track war so cineastisch, dass selbst die Jungs im Plattenladen ihn dafür aufgezogen haben. Aber hey, jeder Legende fängt mal irgendwo an, oder?

Dieser DIY-Spirit führte direkt zur Gründung von Don’t Be Afraid. Benji gibt zu, dass das Label auch ein Weg war, die Angst vorm Demoschicken zu umgehen – klassischer Move. Statt auf ein Go von außen zu warten, presste er einfach seine eigenen Tracks und ließ die Welt nachziehen. Die ersten Releases waren keine Instant-Klassiker, aber er lernte schnell: Fehlt deinem Track nur eine Kleinigkeit, floppt das Ding. Nach dem dritten Release wollte er schon fast aufgeben – bis Mr. Beatnik mit ein paar Brettern um die Ecke kam und das Label auf die Landkarte setzte. Manchmal zählt eben, wen du zur richtigen Zeit triffst.

So I guess calling it Don't Be Afraid was a little bit to do with that, you know, just get on with it kind of vibe.

© Screenshot/Zitat: Musicradartech (YouTube)

Don’t Be Afraid: Von Spargel-Platten zu globalen Verbindungen

if you have fun with it, then it's going to do well.

© Screenshot/Zitat: Musicradartech (YouTube)

Don’t Be Afraid blieb nicht bei einem Sound stehen. Nach dem Durchbruch mit Mr. Beatnik holte Semtek Detroits M. Gunn und weitere wilde Acts ins Boot und machte das Label zum Magneten für Underground-Heads von Bristol bis Motor City. Beim zehnten Release waren plötzlich alle Augen auf DBA gerichtet – kein kleiner Erfolg in der Clubmusik-Welt.

Aber wie bei jedem guten Mixtape klappt nicht jeder Versuch. Semtek gibt zu, dass er es mit Sub-Labels und Spargel-Themenplatten (ja, wirklich – Spargel-Tracks) etwas übertrieben hat. Die Lektion? Spaß haben, aber nicht überdrehen. Die wahre Magie des Labels lag darin, Szenen zu verbinden und Künstler machen zu lassen, statt Trends hinterherzurennen oder ein Imperium über Nacht aufzubauen.

Demo-Game: Wie du auffällst, ohne geghostet zu werden

Wer seine Beats unterbringen will, bekommt von Semtek ehrliche Worte. Neue Artists zu pushen ist hart – Geduld ist Pflicht. Schick nicht nur einen Track, sondern drei oder vier, damit das Label deinen Vibe checken kann. Und lass das dicke Mastering weg; rohe Mixes lassen den eigenen Sound des Labels besser durchkommen. Wenn dein Demo auffallen soll, bleib echt und lass die Musik sprechen. Kein Hochschulabschluss nötig – einfach das Beste, unpolierte Material schicken und das Label machen lassen.

It always works best for me if someone sends at least three or four tracks so I can get an idea of the different vibes that you work in.

© Screenshot/Zitat: Musicradartech (YouTube)

Hardware vs. Software: Hybrid-Hustle im Studio

Semteks Studio-Reise ist eine echte Entwicklung – vom Laptop mit Kopfhörern zum Raum voller Analog-Spielzeug. Für zu viel Lärm schon mal aus der Wohnung geflogen (wer kennt’s nicht?), setzt er heute auf ein hybrides Setup. Er hat gelernt, in jedem Studio das Beste aus dem vorhandenen Gear zu holen – Streetwise-Producing eben: Nimm, was da ist, und mach das Beste draus.

Beim ewigen Analog-vs-Software-Streit bleibt Semtek ehrlich: Hardware hat einen eigenen Vibe, ist aber nicht immer praktisch. Er hat Top-Plugins mit echtem Gear verglichen und ja, Hardware gewinnt – aber nur knapp. Der eigentliche Trick? Mit echten Knöpfen rumspielen, auch wenn’s nur für einen Tag ist. Manchmal bringt ein Dreh am echten Gerät Ideen, die du mit der Maus nie findest. Das beste Setup ist das, mit dem du schnell arbeiten und inspiriert bleiben kannst.


Access Analog: Fernsteuerung mit Vibe-Garantie

you can save presets on real hardware and you can save chains. How remarkable is that?

© Screenshot/Zitat: Musicradartech (YouTube)

Gear-FOMO? Nicht mit Semteks neuestem Geheimtipp: Access Analog. Damit steuerst du echtes Studio-Equipment in Boulder, Colorado, direkt vom Laptop aus. Kein Flugticket, kein Jetlag, nur purer Analog-Sound direkt in deine Session. Als er nicht ins Studio konnte, wurde der Service zum festen Bestandteil jeder Produktion. Genau solche Hacks halten den Sound frisch, auch wenn du zu Hause festhängst.

Das Krasse: Du kannst Presets und Ketten auf echtem Hardware speichern, nicht nur im Rechner. Semtek feiert sogar die Vorstellung, dass sein Audio erst quer durchs Land reist und dann mit VIP-Behandlung zurückkommt. Wie das remote wirklich klingt? Das muss man im Video erleben – manche Vibes lassen sich eben nicht in Worte fassen.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/semteks-sonic-hustle-musicradar-tech-digs-into-dont-be-afraids-club-alchemy/
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