Signal Sounds sprintet durch die frischesten Geräte, die in ihrem Glasgower Bunker gelandet sind. Kein Produkt-Showroom, sondern microtonale Magie, dreckige Reverbs und Stereo-Filter-Chaos – alles mit einem Augenzwinkern und Jam. Wer Demos mehr liebt als Datenblätter und wissen will, welche Module wirklich das Rack schmelzen, ist hier im richtigen Rave-Bunker.

7. August 2026
SPARKY
Signal Sounds’ Gear Gauntlet: Atrium, K-Accumulator & mehr – Der August ’26 Rundown
Eventide H9 Gen 2, Fairfield Circuitry Placeholder, Fancyyyyy Synthesis K-Accumulator, Whimsical Raps Atrium, Worng Electronics Glowing Orb
Atrium: Touch, Twitch, Mikrotonales Chaos
Signal Sounds startet mit dem Whimsical Raps Atrium, einem Standalone-Synth, der ganz auf Berührung und Gestik setzt. Keine Menüs, kein Gefummel – einfach eine Oberfläche, die dich zum Anfassen zwingt. Wer vom 12-Ton-Einerlei genug hat, taucht hier easy in die Mikrotonalität ab. Eigene Skalen, Stimmungen und Noten-Offsets sind direkt am Start – ein Spielplatz für alle, die die westliche Skala hinter sich lassen wollen.
Was das Atrium wirklich abhebt, ist sein performativer, verspielter Charakter. Das Demo wechselt zwischen einem mikrotonalen Abstieg und einer ausgedehnteren Live-Performance und zeigt, wie interaktiv dieser Synth sein kann. Wer Touch-Control richtig erleben will – oder einfach Bock auf wilde Skalen-Experimente hat – findet die volle Performance auf dem eigenen Channel. Aber schon dieser Teaser macht klar: Das Atrium ist eine gestische Straßenwaffe für alle, die genug von statischen Tastatur-Routinen haben.

"Es hat viel Touch-Kapazität und ist sehr intuitiv und gestisch zu bedienen."
© Screenshot/Zitat: Signal Sounds (YouTube)
K-Accumulator: Oszillator oder modulares Taschenmesser?

"Es ist ein komplexer Oszillator des 21. Jahrhunderts und ziemlich mächtig und beeindruckend."
© Screenshot/Zitat: Signal Sounds (YouTube)
Als Nächstes greifen sich Signal Sounds den Fancyyyyy Synthesis K-Accumulator. Wer dachte, komplexe Oszillatoren wären 2010 stehen geblieben, irrt gewaltig. Hier gibt’s einen Funktionsgenerator, der auch als Wavefolder taugt – falsch gepatcht klingt’s erst richtig gut. Das Modul deckt alles ab: von schneidenden Obertönen bis zu seltsamen, holzigen Texturen, wie aus einem Sci-Fi-Soundtrack.
Das Video bleibt auf den Punkt: Erst ein Wavefolder-Experiment, dann Pattern-Generator-Oddness. Keine Zeit für Erklärbär – nur genug Demo, um dich eine Woche lang patchen zu lassen. Wer mehr will, muss auf das lange Video warten, aber klar ist: Der K-Accumulator ist nicht einfach ein weiterer Oszillator, sondern ein modulares Chaos-Tool.
Placeholder: Reverb wird schräg, Drones werden dreckig
Fairfield Circuitrys Placeholder-Pedal ist kein Shimmer-Glanzkasten – es ist ein BBD-Reverb, das klingt wie ein Federhall nach einer Lagerhallen-Party. Vergiss edle Hallfahnen; hier gibt’s Lo-Fi, Dreck und Charakter. Im ersten Demo landet es auf Drums und bringt diesen spröden, fast federnden Snap, der Breaks im Mix nach vorne schiebt (mit Delay-DNA als Bonus).
Der zweite Trick ist noch abgefahrener: Dreh das Decay hoch und der Placeholder kippt ins Feedback, wird zum Drone-Synth. Mit zusätzlichem Reverb oder Delay bist du sofort im Horror-Soundtrack-Modus. Wer Standard-Reverbs satt hat oder A24-Vibes ohne Modular will, nimmt diese Abkürzung. Und ja, die Jams im Video sagen mehr als jedes Datenblatt.

"Es ist ziemlich lo-fi, ziemlich dreckig, klingt fast mehr wie ein Federhall als ein traditioneller Reverb."
© Screenshot/Zitat: Signal Sounds (YouTube)
Glowing Orb: Stereo-Filter mit Rave-Genen
Der Worng Electronics Glowing Orb ist als Nächstes dran und Signal Sounds sind sichtlich begeistert. Dieses Eurorack-Filter kann nicht nur Stereo – es lässt das Stereofeld wackeln und pumpen wie eine Club-PA um 4 Uhr morgens. Zusammen mit dem Tri-Phasen-Oszillator von New Systems Instruments gibt’s ein Festival aus sweependen, resonanten Wahnsinn. Das Demo lebt von bewegten Cutoffs und Resonanzen, das Stereo-Bild mutiert live.
Technik-Geschwafel? Fehlanzeige – hier macht das Filter, was es soll: Es bringt dich zum Zappeln. Wer chirurgische Präzision sucht, ist falsch. Wer sein Modular fett, wild und ein bisschen irre will, ist hier richtig. Das Video liefert den Lärm – den Rest machen deine Patchkabel.
Eventide H9 Gen 2: Alte Tricks, neue Twists

"Jeder kennt Eventide für riesige, höhlenartige Reverbs und so weiter. Ich habe mich auf die schrägeren konzentriert."
© Screenshot/Zitat: Signal Sounds (YouTube)
Zum Schluss werfen Signal Sounds noch das Eventide H9 Gen 2 in den Ring. Jeder kennt das H9 für seine legendären Reverbs und Effekte, aber hier gehen die Jungs direkt auf die schrägen Sounds. Erst ein Reverse-Reverb, das das Eingangssignal auf den Kopf stellt und ordentlich Psychedelik in die Kette bringt.
Danach gibt’s Modulation pur – retro, 80s, Tape-Deck-Vibes, die einen modernen Synth wie ein ramponiertes Kassettenlaufwerk klingen lassen. Das H9 Gen 2 zeigt: Auch ein Studio-Klassiker kann noch überraschen, und Signal Sounds stellen den Jam in den Mittelpunkt. Wer Standard-Effekte will, klar – aber diese Kiste kann auch richtig abdrehen.
Zum YouTube Video:
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https://www.youtube.com/signal-sounds
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