Signal Sounds hat Arturias Tom Lewis für eine praxisnahe Sounddesign-Session mit dem PolyBrute 12 eingeladen – und das war alles andere als ein langweiliger Synth-Demo-Abend. Tom steigt direkt in die Tiefen der subtraktiven Synthese ein und zaubert Pads, Bässe und Leads aus dem PolyBrute, als wäre es ein Straßenmagier für Klang. Es gibt praktische Tipps, lockeren Glasgower Humor und ordentliches Knob-Twiddling – alles vor einem Raum voller Synth-Nerds. Wer sehen will, wie ein Flaggschiff-Polysynth an seine Grenzen gebracht wird (und warum Wave Folding nicht nur was für Westcoast-Freaks ist), ist hier goldrichtig. Keine Angst vor dem Soundqualitätsabfall nach 35 Minuten – der Inhalt knallt trotzdem.

11. Dezember 2025
SPARKY
Signal Sounds: PolyBrute 12 Sound Design Masterclass – Wenn französische Synths zum Rave-Bunker mutieren
Tom Lewis entfesselt: PolyBrute 12 übernimmt das Kommando
Signal Sounds, Glasgows Synth-Bunker, holte Arturias Tom Lewis für einen Sounddesign-Workshop ohne Schnickschnack – und der Mann kam direkt zur Sache. Tom ist nicht nur Vertriebler, sondern ein echter Synth-Nerd, der über Oszillatoren und Hüllkurven im Schlaf reden kann. Der PolyBrute 12 stand im Mittelpunkt, bereit, für die höhere Bildung des Sounddesigns ordentlich verdreht und misshandelt zu werden.
Von Anfang an war klar: Hier geht’s nicht ums Handbuchlesen oder Menü-Gewühle. Stattdessen gab’s einen praktischen Crashkurs im Umgang mit dem PolyBrute 12 – mit vielen Hinweisen, wie sich diese Techniken auf jeden anständigen Polysynth übertragen lassen. Das Signal Sounds-Team sorgte für lockere Stimmung, und Toms Ansatz war, den Prozess zu entmystifizieren: Weniger Theorie, mehr Action.

"Dieser Synth ist wirklich, wirklich gut. Nicht nur, weil er sich super zum Erklären eignet, weil alles auf dem Panel liegt, sondern auch, weil er Dinge kann, die kein anderer Synth wirklich draufhat."
("This synth is really, really good. Not only is it really good to teach on because everything's exploded out on the front panel, but it also does a lot of things that no other synths really can do.")© Screenshot/Zitat: Signal Sounds (YouTube)
Subtraktive Synthese: Die echten Bausteine

"Die Idee eines subtraktiven Synthesizers ist, dass man mit etwas Komplexem startet und es dann reduziert. Das ist der grundlegende Unterschied zwischen den beiden Denkschulen."
("The idea of a subtractive synthesizer is you start with something complex and you dial it down. That is the fundamental difference between the two schools of thought.")© Screenshot/Zitat: Signal Sounds (YouTube)
Tom zerlegte die subtraktive Synthese, als würde er erklären, wie man eine Kneipenschlägerei gewinnt: Einfach halten, seine Waffen kennen und sich nicht von blinkendem Schnickschnack ablenken lassen. Oszillatoren sind dein Ton-Ton, Mixer das Schlachtfeld und Filter die Schnitzmesser. Er zeigte, wie selbst die simpelsten Wellenformen – Sägezahn, Rechteck, Dreieck – zu cineastischen Monstern mutieren oder für klassische Stabs runtergedampft werden können.
Das Dual-Filter-Setup des PolyBrute (Steiner und Ladder) wurde ordentlich durch die Mangel gedreht. Tom zeigte, wie Resonanz und Filtertypen dem Sound Charakter geben. Auch Modulation kam nicht zu kurz: Hüllkurven und LFOs brachten Bewegung ins Patch, denn ohne Bewegung klingt alles tot. Toms Tipp: Immer vom initiierten Patch starten, langsam vorgehen und keine Angst haben, einen Sound zu ruinieren – das gehört dazu.
Wer eine vollständige Parameter-für-Parameter-Erklärung sucht, muss das Video schauen. Toms Live-Patching und Scope-Demos erlebt man am besten mit eigenen Augen und Ohren, nicht nur als Text.
Pads, Bässe & Leads: Praktisches Klang-Schnitzen
Hier zeigte der PolyBrute 12, was er draufhat. Tom führte das Publikum durch den Bau von Pads, die schweben, Bässen, die reinhauen, und Leads, die sich durch den Mix schneiden wie eine rostige Säge. Das Geheimnis? Gezielt patchen – wissen, was man will, und mit ein paar cleveren Handgriffen zum Ziel, statt endlosem Rumgedrehe.
Er betonte, wie wichtig langsame Attack-Zeiten für Pads, knackige Hüllkurven für Bässe und subtile Modulation für lebendige Leads sind. Detuning, Noise und ein Schuss Chorus waren immer dabei. Der Unisono-Modus und der Suboszillator des PolyBrute ließen die Bässe wie ein besoffenes Pferd treten, während Metallizer und LFOs die Leads zum Leben erweckten. Wer die dreckigen Details will, muss Tom beim Patchen zusehen – die echte Magie steckt in der Performance.
PolyBrutes Geheimwaffen: Wave Folding & Poly-Aftertouch
Tom blieb nicht bei den Basics stehen – er zeigte, was den PolyBrute 12 zur echten Straßenwaffe macht. Wave Folding (aka Metallizer) sorgt für harmonischen Dreck, ohne die Tonhöhe zu ändern, und verwandelt brave Dreiecke in metallisches Chaos. Oszillator-Sync und die Modulationsmatrix öffnen weitere Türen ins Klangchaos – mit ein paar Knopfdrücken routet man hier alles auf alles.
Das eigentliche Highlight? Polyphoner Aftertouch. Anders als bei den meisten Synths erlaubt der PolyBrute 12 pro-Taste-Modulation – expressive MPE-Action ohne Umwege. Und dann ist da noch der Morph-Regler: Zwei Patches, ein Knopf, und eine Welt dazwischen. Toms Morph-Demo zwischen Pads und Leads war pures Synth-Posing. Ehrlich: Das muss man gesehen haben – die Performance-Tricks des PolyBrute sind auf Papier verschenkt.
Patch-Roulette: Q&A und Crowd-Sourced-Chaos
Zum Abschluss öffnete Tom die Bühne für Fragen und interaktives Patchen. Die Gäste riefen Soundwünsche – von Gabba-Kicks bis zu modularen Weirdness – und Tom zeigte, wie der PolyBrute 12 mit ein paar cleveren Moves dorthin kommt. Die Botschaft war klar: Nicht zimperlich sein, experimentieren und die tiefen Modulationsmöglichkeiten nutzen, um eigene Signature-Sounds zu bauen.
Das Signal Sounds-Event war keine Verkaufsveranstaltung, sondern ein Aufruf an alle Synth-Fans, sich die Hände schmutzig zu machen. Egal ob Patch-Veteran oder neugieriger Einsteiger mit mehr Begeisterung als Plan – Toms Workshop bewies, dass der PolyBrute 12 genauso Spielplatz wie Powerhouse ist. Wer das echte Chaos sehen will, muss sich aber die komplette Session auf YouTube geben.
Zum YouTube Video:
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