Starsky Carr und die Electribe EMX-1: Eine 20 Jahre alte Techno-Straßenwaffe

4. Juli 2026

SPARKY

Starsky Carr und die Electribe EMX-1: Eine 20 Jahre alte Techno-Straßenwaffe

Vergiss Nostalgie – Starsky Carr nimmt die Korg Electribe EMX-1 auseinander, um zu zeigen, ob dieser blaue Klotz immer noch ein ganzes Live-Techno-Set stemmen kann. Mit einem Augenzwinkern Richtung Rave-Historie und einem Tritt in die Gegenwart taucht Starsky tief in die Drum-Kicks, Synth-Engines und das röhrengetriebene Grit der EMX-1 ein und zeigt sowohl ihre agilen Moves als auch ihre digitalen Falten. Wer glaubt, Oldschool heißt abgehängt, wird hier eines Besseren belehrt. Bereite dich auf eine Groovebox-Wiederauferstehung vor – Museumsführungen gibt’s woanders.

Noch lange nicht tot: Die EMX-1 weigert sich zu gehen

Starsky Carr ist nicht für Geschichtsunterricht hier – er will wissen, ob die Korg Electribe EMX-1, eine Groovebox aus dem Jahr 2003, 2024 tatsächlich noch ein komplettes Live-Techno-, House- oder Electro-Set stemmen kann. Inspiriert von Beau Beaumonts modernen Sets, die nur mit einer Electribe gespielt werden, schnappt sich Starsky das blaue Biest und legt los. Es stellt sich heraus: Viele schleppen diese Metallmonster immer noch in die Clubs – und das aus gutem Grund. Trotz 2000er-LCD und ordentlich Gewicht hat die EMX-1 mehr drauf, als ihr klobiges Äußeres vermuten lässt.

Neun Drum-Parts, fünf Synths, 16 Oszillatortypen und Effekte von brav bis dreckig – Starsky entdeckt schnell ein überraschendes Arsenal. Die Röhrensektion ist nicht nur Show, sondern liefert Wärme und Verzerrung, die dein Set ordentlich anrauen. Klar, das Soundangebot ist begrenzt, wenn man heutige Samplepacks gewohnt ist, aber was sie kann, macht sie mit Attitüde. Lass dich vom Retro-Display nicht täuschen – das Teil hat genug Feuerkraft für eine Toaster-Schlägerei auf dem Warehouse-Floor.

plus a couple of valves for some added warmth, grit or outright distortion.

© Screenshot/Zitat: Starskycarr (YouTube)

Drums, Synths und Dreck – Das Electribe-Arsenal

but like the sort of the essential tones you'd need for techno or the essential tones you need for a bit of electro

© Screenshot/Zitat: Starskycarr (YouTube)

Es gibt 41 Kicks, 38 Snares und ein paar Rims – genug klassischen Punch für Techno, Electro und sogar Drum & Bass. Es sind nicht unendlich viele Optionen, aber die wichtigsten Sounds sind am Start – von 909 bis zu Live-R&B ist alles drin. Die Synth-Seite wird spannend: fünf Parts, 16 Oszillatortypen, Chord-Modes und ein Menü voller Parameter-Twists. Kein vollwertiges Synth-Workstation, aber von säurehaltig bis metallisch ist alles drin. Modulation, Akkordspeicher und eine Filtersektion mit Drive und Resonanz sorgen für Abwechslung.

Die Effektsektion ist klassisch Korg: drei Slots, koppelbar, von Sync-Delay bis Decimator und Chorus. Nichts klingt klinisch sauber, aber genau das ist der Reiz – aufdrehen und du bist im crunchigen Rave-Land. Die Bedienung bleibt direkt und hands-on, auch wenn man sich manchmal durchs Menü hangelt. Ehrlich: Wer Perfektion sucht, ist hier falsch, aber wer einen Groove live verbiegen will, bekommt mit der EMX-1 genau das richtige Werkzeug.

Pattern-Chaos: Die Kunst des Live-Übergangs

Starsky zeigt nicht nur die Sounds – er wird taktisch und erklärt, wie man mit so einer Kiste wirklich performt. Der Schlüssel? Sanfte Übergänge zwischen Patterns, damit das Set wie ein DJ-Mix fließt und nicht wie eine Aneinanderreihung von Gear-Pausen. Mit 256 Patterns pro Song und komplett unterschiedlichen Sounds pro Pattern hat man genug Munition für große Builds und clevere Blends. Teile zwischen Patterns kopieren und anpassen, Elemente ein- und ausblenden – so vermeidet man harte Brüche und hält den Dancefloor bei Laune.

Er zeigt Tricks wie Muting, Effektwechsel und Parameter-Locks (Motion Control), um Drum- und Synth-Parts im Set zu morphen. Nicht alles läuft nahtlos – manchmal kommt der DSP bei wilden Reverb-Wechseln ins Schwitzen und es knackt oder ruckelt. Aber im Club zählt das niemand, solange der Groove rollt. Für alle Performance-Details lohnt sich das Video, aber Starsky macht klar: Mit etwas Planung und Muskelgedächtnis wird die EMX-1 von der Oldschool-Groovebox zur echten Live-Waffe.

the trick here is to copy parts from one pattern to the next so they can sort of blend in to each other

© Screenshot/Zitat: Starskycarr (YouTube)

Live-Set-Showdown: Die EMX-1 im Einsatz

Der Beweis kommt zum Schluss: Starsky haut ein 15-minütiges Live-Set raus und setzt alle Techniken in die Praxis um. Es ist dreckig, druckvoll und voll von Momenten, in denen der Charakter der EMX-1 richtig glänzt – knallige Drums, sägende Synths und Übergänge, die die Energie hochhalten. Nicht jeder Übergang ist butterweich, aber genau das macht den Charme und die Authentizität aus. Wer die EMX-1 im echten Club-Kontext erleben will, darf diesen Abschnitt nicht verpassen. Manche Dinge – wie Röhren-Drive im Filtersweep – klingen einfach besser als Worte. Also: Unbedingt das ganze Jam anschauen!


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